Marcel Fehr befindet sich gerade in bestechender Form: In der Halle verbesserte der Athlet von der LG Filstal seine Bestzeit über 3000 Meter innerhalb weniger Tage von 7:57,06 Minuten um sieben Sekunden auf 7:50, 64. Im anschließenden Höhentrainingslager in Kenia wollte sich der 27-jährige Welzheimer weiter verbessern, um seinen Traum von einem Olympia-Start über 5000 Meter (Bestzeit 13:31,29 Minuten), wahr werden zu lassen. „Er hätte die Qualifikation für die Spiele geschafft“, ist sich sein Trainer Uwe Schneider sicher.

Akribische Vorbereitung auf die Olympischen Spiele

Doch dann platzte die Bombe: Die Spiele in Tokio wurden wegen der Corona-Krise abgesagt. Sie sollen im Sommer 2021 nachgeholt werden. Auch wenn es für Fehr und seinen langjährigen Trainer zunächst eine Enttäuschung war, stehen beide hinter der Entscheidung. „Für viele Athleten ist derzeit kein Training möglich. Die Spanier und die Italiener dürfen beispielsweise dürfen nicht mal aus dem Haus. Es wäre nicht fair, aus der Quarantäne heraus zu den Spielen reisen zu müssen. Das entspräche nicht dem olympischen Gedanken“, meint der Mittel- und Langstreckenläufer.

Akribisch hatte sich der Welzheimer auf Olympia vorbereitet. Nach seinem beendeten Management-Studium an der Uni Hohenheim begann im vergangenen Herbst eine kräftezehrende Tortur: zwei Höhentrainingslager in Kenia, zwei weitere waren in Bayern und St. Moritz geplant, dazu täglich zwei Mal Training – und das alles, um sich den großen Olympia-Traum zu erfüllen.  „Der Traum ist nicht geplatzt, sondern nur verschoben“, erklärt Fehrs Coach Schneider, der seinen Schützling seit 15 Jahren  betreut.

Entscheidung über neuen Anlauf im kommenden Jahr noch nicht gefallen

Ob Fehr, der im Jugend- und Juniorenbereich mehrfach Deutscher Meister wurde und nach Unstimmigkeiten bei der SG Schorndorf jetzt für die LG Filstal startet, nächstes Jahr noch einmal die Qualifikation für Olympia in Angriff nimmt, steht noch nicht endgültig fest. „Einmal bei den Olympischen Spielen dabei zu sein, ist mein Lebenstraum. Deshalb möchte ich gerne weitermachen“, sagt er. Allerdings hinge ein möglicher Start vor allem davon ab, ob die Sponsoren ihn weiterhin unterstützen. Weil Fehr kein Kaderathlet ist, muss er alles aus eigener Tasche finanzieren. Gespräche mit den Sponsoren stehen in Kürze an.

Komplizierter Qualifikationsmodus


Olympiateilnahme Wer als deutscher Läufer bei den Olympischen Spielen dabei sein möchte, muss sowohl eine gute Zeit erreichen als auch in der Weltrangliste relativ weit oben platziert sein als auch bei der Deutschen Meisterschaft ein gutes Ergebnis erzielen. Die internationale Norm über 5000 Meter liegt bei 13:13 Minuten. Diese Zeit dürfte kein deutscher Athlet unterbieten können. Die neu eingeführte Weltrangliste setzt sich aus Zeit- und Platzierungspunkten zusammen. Maximal drei Deutsche können für die Spiele nominiert werden.