Geislingen Laufspektakel in Geislingens guter Stube

Im Vorjahr war das Wetter den Läufern nicht wohlgesonnen. Heute soll es, so die Prognose, ideale Bedingungen geben: 15 Grad bei einer ­Regenwahrscheinlichkeit von null Prozent.
Im Vorjahr war das Wetter den Läufern nicht wohlgesonnen. Heute soll es, so die Prognose, ideale Bedingungen geben: 15 Grad bei einer ­Regenwahrscheinlichkeit von null Prozent. © Foto: Thomas Madel
Geislingen / Jochen Weis 22.06.2018
Die Tausendermarke bei den Anmeldungen für den Citylauf ist geknackt. Am Freitag geht es nun in Geislingen auf die Strecke.

Genau 13 Monate und drei Tage ist es her, als der Konstanzer Florian Röser beim Geislinger Dee-Citylauf einen bis dahin 14 Jahre lang bestehenden Rekord pulverisierte: Der Sieger des Hauptlaufs über die zehn Kilometer hatte am Ende 31:26 Minuten auf der Anzeige stehen – und damit gleich 50 Sekunden weniger als die alte Bestmarke aus dem Jahr 2003, seinerzeit aufgestellt vom Rechberghäuser Sparda­team-­Läufer Markus Brucks.

Heute nun geht die 17. Auflage des Laufspektakels über die Bühne, genauer: übers Kopfsteinpflaster der Oberen Stadt. Ob die Zuschauer da erneut einen Rekord bejubeln dürfen, ist aber un­gewiss. Zwar plant der deutsche Spitzenläufer Thorben Dietz, der sich im vergangenen Jahr dem Citylauf-Veranstalter TG Geislingen angeschlossen hat, seinen Start beim Hauptlauf. Doch der Dorstener, der im Vorjahr bester Deutscher beim Berlin-Marathon war, ist angeschlagen. „In Normalform ist Thorben auf jeden Fall ein heißer Kandidat für eine neue Bestzeit. Derzeit laboriert er aber an muskulären Problemen und einer Rückenverletzung. Deshalb können wir nicht sagen, ob er  antritt“, berichtet Stephan Schweizer, Organisator des Wettbewerbs.

Doch ob nun mit oder ohne Rekord: Die Zuschauer dürfen sich auf jeden Fall auf ein Spektakel erster Güte freuen. Bislang liegen Schweizer insgesamt 1049 Anmeldungen für den Citylauf vor: 237 bei den Bambini, 234 bei den Schüler- und Jugendläufen, 240 bei den Staffeln sowie 338 bei den beiden Hauptläufen über die zehn und fünf Kilometer. „Erfahrungsgemäß kommen noch 70 bis 100 Nachmeldungen vor dem Wettkampf dazu“, sagt Schweizer.

Damit läge zwar die Gesamtzahl selbst im Idealfall noch ein ganzes Stück weit entfernt vom Vorjahreswert (1241, davon 406 bei den beiden Hauptläufen). Dies ist jedoch der Tatsache geschuldet, dass am Wochenende noch der Stuttgart-Lauf stattfindet. „Das ist der größte Lauf im Land, die Organisatoren erwarten hierzu an die 20 000 Teilnehmer“, erzählt Schweizer, „das bedeutet für uns, dass vor allem die auswärtigen Starter fehlen.“

Was aber kein Beinbruch ist. „Unsere Veranstaltung ist eine Breitensport-Veranstaltung. Wir verzichten ja auch auf irgendwelche Spitzenläufer, die gegen ein Antrittsgeld kommen, nur um nach außen zu glänzen“, sagt Schweizer: „Wir möchten stattdessen, dass viele Kinder und Jugendliche mitmachen, wir wollen sie zum Sport animieren. Unser Lauf soll ein Gegenpol sein zu Handy, Computer und Spielekonsole.“ Angesichts dieser Zielgruppe müsse man sich aber bei der Terminplanung an den Ferien orientieren – weshalb der Citylauf nun in den Juni gerutscht sei. Der Erfolg gibt dieser Philosophie jedenfalls recht: „Wir stellen fest, dass bei den Hauptläufen die kurze Distanz über die fünf Kilometer immer beliebter wird.“ In Zahlen bedeutet dies: 122 Läufer greifen die insgesamt sechs Runden für die zehn Kilometer an, 216 sind es bei den drei Runden für die Fünf-Kilometer-Strecke. „Als wir diese Distanz vor sechs Jahren eingeführt haben, war das eine sehr gute Entscheidung. Viele trauen sich die lange Distanz nicht zu. Aber wenn jemand Gefallen am kurzen Kurs findet, macht er auch weiter.“

Für den Spaß an der Sache tun auch die Zuschauer ein Übriges, die die Läufer anfeuern, sie motivieren. Außerdem gibt es für die Teilnehmer noch zusätzliche Unterstützung am Wegesrand: Da werden es die Trommlergruppen der Tegelbergschule, der Uhlandschule und der Rätsche so richtig krachen lassen, um den Pulk anzutreiben. „Das ist eine Stimmung, die gibt es eben nur bei Stadtläufen“, sagt Schweizer.

Bleibt noch die Gretchenfrage nach dem Wetter, welches der Veranstaltung im Mai vergangenen Jahres nicht gerade wohlgesonnen war. Schweizer ist optimistisch: „Der Deutsche Wetterdienst hat 15 Grad prognostiziert – bei null Prozent Regenwahrscheinlichkeit“, sagt der Organisationschef: „Das heißt, wir werden perfekte Bedingungen haben, nicht zu warm und nicht zu kalt.“

Der Zeitplan im Überblick

Der Dee-Citylauf in der Oberen Stadt startet um 17 Uhr mit dem Bambini-Lauf (300 Meter), eine Viertelstunde später folgen die Schülerstaffeln. Um 18.15 Uhr beginnen die Schülerläufe (1075 Meter), gefolgt von den Jugendläufen um 18.45 Uhr (1690 Meter). Highlight sind die beiden Hauptläufe ab 19.30 Uhr über zehn und fünf Kilometer. Der Start- und Zielbereich befindet sich bei der Daniel-Straub-Realschule. Dort finden auch die Siegerehrungen statt – gegen 18.30 Uhr für die Schülerläufe, gegen 20.30 Uhr dann für die Hauptläufe.

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