Moto-Cross Moto-Cross: Keiner ist schneller als Collin

Mit seinen 13 Jahren schon ein versierter Moto-Cross-Pilot: Der zweifache Meister Collin Wohnhas aus Lauterstein hebt mit seiner Maschine ab.
Mit seinen 13 Jahren schon ein versierter Moto-Cross-Pilot: Der zweifache Meister Collin Wohnhas aus Lauterstein hebt mit seiner Maschine ab. © Foto: Privat
Lauterstein / HARALD BETZ 08.12.2017
Zwei Meistertitel gewann der 13-jährige Nachwuchspilot aus Lauterstein, der auf nationaler Ebene als jüngster Teilnehmer die Konkurrenz beherrschte.

Collin Wohnhas sammelt Laufsiege und Pokale, indem er Gas gibt, meist Vollgas – und zwar mit seinem rund 30 PS starken stollenbereiften Motorrad auf der Moto-Cross-Piste. In der vergangenen Saison war sein Einsatz im Sattel einmal mehr von vielen Erfolgen gekrönt: Gleich zwei Meistertitel heimste der 13-jährige Vielstarter aus Lauterstein auf den Strecken in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland ein.

An vielen Wochenenden der vergangenen Monate stand der Wohnwagen der Familie Wohnhas in einem Fahrerlager am Rande einer Geländepiste, der 13-jährige Collin war mit seiner Mutter, seiner älteren Schwester und Vater Steffen, der als Mechaniker des schnellen Juniors den 85 Kubikzentimeter-Crosser wartet und pflegt, auf Erfolgstour. In der Landesmeisterschaft hat der Achtklässler an der Gesamtschule Donzdorf an acht Wochenenden alle 16 Läufe gewonnen und damit mit hohem Vorsprung den Meistertitel eingeheimst, an weiteren acht Wochenenden mischte eine weitere Konkurrenz auf. In der deutschen Jugend-Moto-Cross-Meisterschaft bis 85 Kubikzentimeter mit einer Starterlaubnis bis 15 Jahre zeigte er als jüngster Fahrer im Laufe der Saison immer öfter ebenfalls allen Mitbewerbern sein Hinterrad und sicherte sich auch diese Trophäe.

Zudem probierte sich Collin, der für den MSC Wieslauftal Rudersberg antritt und für das KTM Kosak Racing-Team fährt, bereits in der höchsten Nachwuchsklasse MX Masters in Gaildorf und Holzgerlingen zwei Mal aus, wobei er beide Male in die Punkte fuhr. Bei der Jugend-WM in Frankreich war der junge Fahrkünstler Qualifikations-Dritter, doch das Rennen wurde nach dem schweren Sturz eines Konkurrenten abgesagt.

Dass er ein gefährliches Hobby betreibt, hat der junge Sportler, der auch in der C-Jugend der SG Lauterstein-Treffelhausen- Böhmenkirch Handball spielt, zum Saisonauftakt selbst erfahren. Im ersten Training im Februar zog er sich einen Stauchbruch im rechten Bein zu, auch der linke Fuß war lädiert, dreieinhalb Wochen Gips sorgten für einen Konditionsrückstand – erst mit Verspätung war ans Gewinnen von Rennen zu denken. „Ich weiß schon, dass Moto-Cross ein sehr gefährlicher Sport ist, aber es macht auf der anderen Seite sehr viel Spaß“, beschreibt der Schüler seine große Leidenschaft für die Suche nach der schnellsten Spur im Parcours, verbunden mit spektakulären Sprüngen. Gleichzeitig müssen die Leistungen in der Schule passen. „Es ist auch mal eine schlechtere Note dabei, aber insgesamt ist es o.k.“, ordnet Collin seinen Umgang mit Hausaufgaben und Tests ein.

Abseits der Schularbeiten laufen aktuell bei Familie Wohnhas bereits die Planungen für die nächste Saison, für die es ein 2018er-Modell der KTM mit 85 Kubikzentimeter geben wird. Trainiert werden soll schon früh im Jahr auf den ganzjährig zur Verfügung stehenden Cross-Kursen im Süden Europas, bevorzugt auf den Strecken in der Region rund um Mailand, um bei den ersten Rennen gleich in guter Form ein Wörtchen mitreden zu können. Collin weiß: „Ich fahre weiterhin bei den 85ern, weil ich für die größeren Maschinen noch zu klein bin.“ Aber groß genug, um in den nächsthöheren Wettbewerben mitzumischen: Deutsche Meisterschaft und Junior-Cup im Rahmen der MX-Masters lauten die neuen Ziele.