Die fünfte Auflage offenbart, wie sich das ­Geislinger Stabhochsprung-Meeting in der Szene mittlerweile etabliert hat. Athleten-Manager Walter Straub von der TG Geislingen, für die Zusammenstellung des Feldes verantwortlich, brauchte diesmal nur zwei Wochen, um wieder eine Menge Hochkaräter aus dem In- und Ausland von den Vorzügen eines Wettkampfs in der Geislinger Fußgängerzone zu überzeugen.

Straub hat „zwei Wochen lang Tag und Nacht Mails geschrieben und telefoniert“, lobt Meeting-Direktor Klaus Täubert seinen wichtigsten Mitarbeiter, der sich derzeit im Urlaub vom Organisationsstress erholt. Straub hat ein Feld zusammengestellt, das „noch nie so früh stand und noch nie so hochkarätig war“, preist Täubert.

Allzu viel Überzeugungskraft war nicht nötig, von den bislang zehn gemeldeten Springern waren neun schon im Vorjahr dabei. Die meisten zeigten sich ähnlich begeistert wie der Franzose Stanley Joseph, der seinen Aufenthalt in Geislingen um einen Tag verlängerte. Abends beim Grillen bei Familie Täubert schwärmte er in höchsten Tönen vom Meeting und  der grandiosen Athmosphäre, die 2000 Zuschauer in der Fußgängerzone entfachten. Joseph versprach, dieses Jahr wiederzukommen. Er hält Wort und steht auf der Meldeliste. Auch die Kollegen kommen gerne wieder, bei vielen von ihnen war es eine Terminfrage. Einer konnte es nun wirklich nicht einrichten. Karsten Dilla musste seine Zusage zurückziehen, weil am 9. September sein Stabhochsprungkumpel Raphael Holzdeppe heiratet.

Erstmals in der Fußgängerzone springt Malte Mohr vom TV Wattenscheid. Der Hallen-Vizeweltmeister 2010 und WM-Fünfter im Freien ein Jahr später hat bislang stets abgesagt, nun kommt er. Seine Bestleistung von 5,91 Metern liegt Jahre zurück, in dieser Saison sprang er bislang 5,50 Meter hoch.  Damit gehört er zum Kreis der Favoriten neben Oleg Zernikel vom ASV Landau (5,50 in diesem Jahr), Tobias Scherbarth von Bayer 04 Leverkusen (5,60) sowie den internationalen Assen Mareks Arents aus Lettland (5,51) und Eirik Dolve aus Norwegen (5,55 in der Halle). Der Franzose Stanley Joseph hat im Winter schon 5,65 Meter übersprungen, der Vorjahressieger gilt wieder als erster Anwärter auf die Prämien.

300 Euro bekommt der Sieger, 200 der Zweite und 100 der Dritte. Zudem setzt das Albwerk wieder maximal zwei Flachbild-Fernseher aus für eine noch nicht genau definierte übersprungene Höhe. Die hängt letztlich vom endgültigen Teilnehmerfeld sowie den Wetterbedingungen ab und wird daher erst am Wettkampftag bekannt gegeben.

Täubert verhandelt derzeit noch mit einem Shooting-Star aus den Philippinen. Ernest John Obiena hat sich 2017 von 5,30 Meter auf 5,61 Meter gesteigert. Seine Verpflichtung betrachtet Täubert als „Herzenssache“. Bekommt der Filippino weitere Angebote für Meetings in Europa, wird er die für ihn sportlich wertlosen Landesmeisterschaften wohl sausen lassen und sich in den Flieger setzen. Die Chancen, ihn dann nach Geislingen zu locken, stehen gut. Es kostet aber eine Kleinigkeit. „Unser Budget ist jetzt schon überzogen“, gesteht Täubert und hofft auf zusätzliche Sponsoren. Je etablierter das Meeting, desto stärker und teurer die Springer. Der Fluch der guten Tat.

Einer, der bislang nie Fahrtkosten beansprucht hat, fehlt diesmal. Lokalmatador Jakob Köhler-Baumann (LG Filstal) muss das Meeting in seinem Wohnzimmer ausfallen lassen, wegen eines Bruches im Mittelfuß springt er in dieser Saison nicht mehr.

 Am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr wird so oder so wieder ein exquisites Feld um die Lufthoheit vor dem Geislinger Rathaus streiten. Schon um 11 Uhr will die TG Geislingen ein deutlich hochkarätigeres Frauen-Meeting präsentieren als im Vorjahr. Die ehemalige LG-Filstal-Athletin Martina Schultze (VfL Sindelfingen) kommt als Vierte der Deutschen Meisterschaft  mit dort übersprungenen 4,45 Metern. Steffi Dauber vom SSV Ulm 46 wurde bei der DM in Erfurt mit 4,25 Metern Siebte und Regine Kramer (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit  4,15 Metern Elfte.  Einige namhafte deutsche Springerinnen will Täubert gerne noch verpflichten. Die Junioren, darunter Fabian Brummer (LG Filstal), springen wieder im Frauenfeld mit. Die besten Frauen erhalten diesmal ebenfalls Preise, Machos würden sagen, geschlechtsspezifisch passende: Einkaufsgutscheine fürs Modegeschäft vis á vis.

Fix gemeldete Teilnehmer


Männer, national: Marvin Caspari, Tobias Scherbarth (beide TSV Bayer 04 Leverkusen), Lamin Krubally, Oleg Zernikel (beide ASV Landau), Malte Mohr (TV Wattenscheid), Daniel Clemens (LAZ Zweibrücken), Gordon Porsch (LG Friedberg-Fauerbach).

Männer, international: Mareks Arents (Lettland), Eirik Dolve (Norwegen), Stanley ­Joseph (Frankreich).

Frauen: Stefanie Dauber (SSV Ulm 1846), Martina Schultze (VfL Sindelfingen), Regine Kramer (TSV Bayer 04 Leverkusen).

Junioren U 20: Thomas Teetje (LG Friedberg-Fauerbach), Fabian Brummer (LG Filstal).