Triathlon Hawaii bleibt das große Ziel für Julia Gajer

Triathletin Julia Gajer in Jubelpose bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt im Juli 2015, als sie auf Platz zwei ins Ziel kam und damit die Silbermedaille gewann.
Triathletin Julia Gajer in Jubelpose bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt im Juli 2015, als sie auf Platz zwei ins Ziel kam und damit die Silbermedaille gewann. © Foto: Eibner
Süßen / HARALD BETZ 09.01.2018
Acht Jahre feierte Julia Gajer im Trikot des AST Süßen große Erfolge. Künftig startet sie für Kufstein.

Zur Erfolgsgeschichte entwickelte sich über acht Jahre hinweg die Kombination von Triathletin Julia Gajer und dem WMF-BKK-Teams des Ausdauersportteams Süßen – schon im Jahr nach ihrem ersten Wettkampf trat die gebürtige Hannoveranerin dem Fils­talverein bei, als Ironman-Siegerin und zweifache Halbdistanz- Europameisterin verlässt die 35-Jährige den rührigen Klub, weil sie mittlerweile in Österreich in der Nähe von Kufstein lebt und sich künftig für ihren neuen Verein Tri X Kufstein engagieren und ab der Saison 2018 auch Erfolge für die Tiroler einfahren will.

„Ich hatte sehr erfolgreiche Jahre. Höhepunkte waren Platz sechs auf Hawaii 2014, meine beiden Ironman-Siege in Arizona 2013 und Texas 2016 sowie die beiden Halbdistanz-EM-Titel 2012 und 2016“, blickt Julia Gajer gern auf große Momente ihrer Karriere zurück und zieht für die Kooperation mit dem AST eine mehr als zufriedenstellende Bilanz: „Direkte Unterstützung habe ich mehr von meinen privaten Sponsoren erhalten. Nichtsdestotrotz war die Zusammenarbeit mit dem AST immer sehr gut und professionell. Die Trennung erfolgt also nicht aus Unzufriedenheit.“

In den ersten Jahren mit der Süßener Mannschaft in der Baden-Württembergliga und auf der Mitteldistanz unterwegs, erfolgte parallel zur abgeschlossenen Doktorarbeit der Apothekerin im Sommer 2011 die beachtliche Langdistanzpremiere in 8:56 Minuten im fränkischen Roth. In den kommenden beiden Jahren blieb Gajer über die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den Marathonlauf (42,195 km) in Roth jeweils auch unter der Neun-Stunden-Schallmauer, zwischendurch stand sie schon mal auf Hawaii als Zuschauerin an der legendären Strecke, auf der alljährlich die Weltmeister gekürt werden.

Genau dorthin führte 2014 wieder der Weg der ehrgeizigen Athletin, die großen Rückhalt von Ehemann Markus und ihrer Familie genießt. Mit Platz sechs in 9:16 Stunden feierte die mehrfache Deutsche Meisterin eine vielbeachtete Premiere. Vier Jahre lang war sie bis zu diesem Zeitpunkt vom langjährigen AST-Coach Jochen Frech betreut worden. „Er hat mir mein Potenzial aufgezeigt und mich an die Weltspitze auf der Langdistanz herangeführt“, ordnet Gajer diese Zusammenarbeit ein, die anschließend den Rat von Wolfgang Bott, Betreuer mehrerer Top-Athleten, suchte und in den Jahren im Süßener Trikot gleich fünf Mal zur Sportlerin des Jahres im Kreis Göppingen gewählt wurde. „Es war immer eine große Ehre und es freut mich, dass meine Erfolge in der doch immer noch relativ kleinen Randsportart Triathlon in der Region so positiv wahrgenommen wurden, zumal ich ja nicht im Kreis Göppingen beheimatet war“, schätzt die Ausdauerspezialistin die Anerkennung.

Nachdem das Jahr 2017 von Achillessehnenproblemen, die kaum Wettkämpfe zuließen, überschattet war, will Julia Gajer 2018 wieder durchstarten. „Meine Verletzung ist ausgeheilt und ich bin seit Oktober wieder im Training und in der Vorbereitung für die Saison. Ziel ist die Qualifikation für den Ironman Hawaii, den genauen Wettkampfplan werde ich noch bekanntgeben“, zeigt sich die 35-Jährige zuversichtlich, „langfristig sind das Podium auf Hawaii sowie ein Sieg bei der Challenge Roth die ganz großen Ziele, die mich antreiben.“ Nicht nur bei ihrem bisherigen Klub AST Süßen wird man Julia Gajers Weg weiter verfolgen.