Trainer Aleksandar Knezevic war „superstolz“ auf seine Mannschaft, die in den letzten 20 Minuten „eine Energieleistung“ hingelegt habe. Nachdem am Samstag im Training nur sechs  gesunde Spielerinnen auf dem Parkett gestanden waren, haben in der wichtigen Partie „alle auf die Zähne gebissen“.

Spiel als Achterbahnfahrt

Beide Teams begaben sich 60 Minuten lang auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Frisch Auf begann vor den mehr als 500 Zuschauern stark, bereitete mit einer offensiven Deckung den Gastgeberinnen enorme Probleme und führte nach 22 Minuten 12:8. Danach schoss die Achterbahn talwärts. Bis zur Pause leisteten sich die Gäste eine Reihe von Fehlern, Neckarsulm holte auf und Torhüterin Jasmina Jankovic musste mit einer Glanzparade in letzter Sekunde ihrem Team wenigstens ein 14:14-Unentschieden zur Halbzeit retten.

Nach Wiederbeginn warfen die Göppingerinnen im Angriff einen Ball nach dem anderen weg, Lucie Kretzschmar brachte die NSU zum 16:15 erstmals in Führung (35.), nach dem 21:18 (46.) drohte Frisch Auf die Partie endgültig zu entgleiten. Die Gäste hatten Glück, dass Neckarsulm in dieser Phase einige Hochkaräter liegen ließ. Jankovic, die zuvor „ein paar dämliche Bälle kassiert“ hatte, hat in den entscheidenden Situationen mit gehaltenen Gegenstößen ihrem Team „ein wenig geholfen“.

Frisch Auf mit Selbstvertrauen

Die zwei Ligasiege zuletzt haben das Göppinger Selbstvertrauen so gehoben, dass sich die Spielerinnen von ihrer Schwächephase nicht aus dem seelischen Gleichgewicht bringen ließen. Selbst beim Dreitore-Rückstand haben „alle noch ans Final Four geglaubt“, lobt Knezevic. Michaela Hrbkova, Annika Blanke und Petra Adamkova übernahmen Verantwortung und beförderten den Achterbahnwaggon wieder in die richtige Richtung.

Spätestens als Anja Brugger mit ihrem Treffer zum 24:23 (54.) Göppingen erstmals in Durchgang zwei in Führung geworfen hatte, wuchs der Glaube an den Sieg. Die Göppinger Abwehr stand jetzt exzellent und ließ den immer nervöser werdenden Gastgeberinnen kaum noch freie Würfe. Johanna Schindler und Annika Blanke schossen Frisch Auf 26:24 in Front, zwei Minuten vor Schluss schien alles klar.

Neckarsulm wehrte sich, verkürzte schnell, und selbst nach Lina Krhlikars Treffer zum 27:25 war noch keine Ruhe. Lynn Knippenborg traf postwendend, und nachdem NSU-Torhüterin Sarah Wachter einen freien Wurf abgewehrt hatte, drohten den Gästen sogar Ausgleich und Verlängerung. Doch statt den letzten Angriff geduldig auszuspielen, ließen sich die Gastgeberinnen zu einem unüberlegten Wurf hinreißen und Sekunden später lagen sich die Göppingerinnen jubelnd in den Armen.

Traum geht in Erfüllung

Für Knezevic und die Seinen ist mit dem Einzug ins Final Four in der Stuttgarter Porsche-Arena „ein Traum in Erfüllung“ gegangen. Torhüterin Jankovic hat „keine Ahnung“, was ihr Team dort erwartet, sie vertraut aber ihren Vorderleuten. Wenn die Abwehr am 23. und 24. Mai „so gut steht wie zuletzt“, hat Frisch Auf „alle Möglichkeiten“. Den Rest erledigt die Unterstützung der grün-weißen Anhängerschaft. Den Support der Göppinger Fans in Neckarsulm fand Jankovic „einfach geil“ – Fortsetzung in der Porsche-Arena erwünscht.

Frisch Auf Göppingen: Jankovic, Zec (bei einem Siebenmeter); Brugger (3), Blanke (5), Schindler (2), Hrbkova (8/5), Guberinic (2/1), Morf-Bachmann (1), Adamkova (4), Krhlikar (2), Welter, Petrinja (n. e.).

Am Mittwoch bereits wieder in Erfurt


Spielplan Die Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen müssen bereits unter der Woche wieder auflaufen. In der Erfurter Rieth-Sporthalle wartet am Mittwoch um 19.30 Uhr der Thüringer HC zum Bundesliga-Punktspiel auf das Team von Trainer Aleksandar Knezevic.

Pokal In den vergangenen Tagen haben sich bereits Titelverteidiger Thüringer HC, TuS Metzingen und Borussia Dortmund für das Endturnier am 23./24. Mai in Stuttgart qualifiziert.