Der Bundesliga-Alltag hat die Göppinger Handballerinnen schnell wieder eingeholt, nachdem sie sich am Sonntag über den Einzug ins Final Four des DHB-Pokals freuen konnten. Gestern Abend unterlag die Mannschaft von Trainer Aleksandar Knezevic beim Meisterschaftskandidaten Thüringer HC mit 23:34 (14:20). In Erfurt gab der Gastgeber deutlich den Ton an, auf Frisch-Auf-Seite schmerzte der frühe verletzungsbedingte Ausfall von Linkshänderin Michaela Hrbkova.

Gefälliges Göppinger Spiel

Die sehr gut besetzten Gastgeberinnen legten in der Erfurter Riethsporthalle gleich eine 2:0-Führung vor, ehe Romy Morf-Bachmann für die Grün-Weißen traf, die mit ihrer offensiven 5:1-Deckung den THC immer wieder ärgern konnten. Gleichzeitig gefiel das Göppinger Spiel über den Kreis. Petra Adamkova traf allein im ersten Durchgang vier Mal und holte mehrere Strafwürfe heraus. Diese mussten nach dem ersten durch Michaela Hrbkova anschließend Annika Blanke und Iris Guberinic verwandeln, Linkshänderin Hrbkova saß ab der 13. Minute mit einer Verletzung am rechten Bein auf der Bank und kam nur kurz vor Schluss für einen weiteren Siebenmeter zurück.

Ex-Spielerin trifft genau

Auf der anderen Seite drückte die ehemalige Göppingerin Beate Scheffknecht dem THC-Spiel ihren Stempel auf und erzielte im ersten Durchgang sieben ihrer insgesamt neun Tore. Nach dem 2:2 setzten sich die Thüringerinnen auf 5:2 und 7:4 ab, nach einer Viertelstunde führte der Favorit mit 11:7, nutzte immer besser die Lücken in der offensiven Frisch-Auf-Abwehr und baute den Vorsprung in der torreichen ersten Hälfte auf 20:14 aus.

Nach dem Seitenwechsel blieb es bei drei Rechtshänderinnen in Göppinger Rückraum. Mit aufopferungsvollem Einsatz arbeiteten sich die Knezevic-Schützlinge auf 20:24 (43. Minute) heran, und profitierten kurzzeitig von der Roten Karte für THC-Spielmacherin Emily Bölk aufgrund der dritten Zeitstrafe. Doch dann ließen auf Gäste-Seite die Kräfte nach und der Thüringer HC machte es noch deutlich. Frisch Auf agierte fahrlässiger, verschwendete einige Torchancen und sah sich nach 52 Minuten mit zehn Toren im Hintertreffen.

Thüringer HC kann zulegen

Am Ende gewannen die Gastgeberinnen mit 34:23, was Aleksandar Knezevic nicht daran hinderte, seinem dezimierten Team, das ohne Lina Krhlikar und Ana Petrinja angereist war, für dessen Einsatzwillen gegen den möglichen Halbfinalgegner im Pokal-Final-Four ein großes Lob auszusprechen.

Thüringer HC: Giegerich, Köster; Lopes (4), Scheffknecht (9/4), Mazzucco (1), Rodriguez (3), Sazdovska (1), Schmelzer (8), Stolle (2), Bölk (3), Grossmann (1), Biltoft, Jakubisova (2).

FA Göppingen: Jankovic (bis 52.), Zec (1); Brugger (1), Blanke (6/4), Schindler (2), Hrbkova (2/2), Guberinic (4/1), Morf-Bachmann (2), Adamkova (5), Welter.

SR: Blümel/Loppaschewski.

Zeitstrafen: 6:4 Minuten.

Rote Karte: Bölk (42./THC).

Zuschauer: 846.