Das mit Blick auf die frustrierende Tabellensituation des Traditionsklubs von vielen Seiten zum Endspiel deklarierte Kellerduell der Frisch-Auf-Handballer gegen GWD Minden verloren die Göppinger Profis mit 26:29 (14:13) Toren, weil ein weiteres Mal die Trefferausbeute auch bei besten Chancen verheerend war. „Wer gewinnen will, muss Tore machen, und wir machen deutlich zu wenig Tore. Jetzt sind alle sehr deprimiert“, hielt Trainer Hartmut Mayerhoffer mit Blick auf 23 Fehlwürfe in 60 Minuten fest, sein Stuhl wackelt in Anbetracht der Talfahrt bedenklich.
Beim Gastgeber saß Josip Sarac zunächst auf der Bank, im linken Rückraum startete Tobias Ellebaek, in der Defensive kam Gilberto Duarte, der mit Kresimir Kozina den Mittelblock bildete. Frisch Auf begann konzentriert und führte schnell mit 3:1, doch erste vergebene Möglichkeiten sorgten für ein 5:3 für die Mindener (11.), was Coach Mayerhoffer zur ersten Auszeit zwang. Jaka Malus kam als Regisseur für Tim Kneule, Kevin Gulliksen, David Schmidt und Duarte holten beim 6:5 (17.) die Führung zurück. Im Duell zweier stark unter Druck stehender Teams ging es mit wechselnder Führung heftig hin und her, ehe Frisch Auf nach einem 9:11-Rückstand mit 14:13 in die Pause ging. Davor hatte Trainer Mayerhoffer immer wieder heftig gestikulierend ein schnelleres und effektiveres Spiel nach vorn gefordert, doch seine Schützlinge zögerten oft, der fehlende Glaube ans eigene Können machte die Taktikpläne zunichte.
Den zweiten Durchgang begannen die Hausherren mit mehr Überzeugung und der Unterstützung der Fans, was nach 37 Minuten zur 20:16-Führung führte. „Wir biegen nicht auf die Siegerstraße ein, sondern geben den Vorsprung wieder her“, so Mayerhoffers bittere Erkenntnis schon aus den Spielen zuvor, seine Akteure verfallen im Moment der Erfolgsaussicht fast in eine Spielstarre. Der Vorsprung war schnell aufgebraucht und isoliert betrachtet endete der Vergleich in den letzten 23 Minuten mit 13:6 zugunsten der Ostwestfalen. Die Göppinger Hände zitterten, die Spielregie ging flöten und der Gast zog den Nutzen daraus. Kresimir Kozina meckerte nach einem Stürmerfoul und bekam noch eine Zeitstrafe, Gulliksen vergab seinen zweiten Strafwurf, die Partie kippte. „Wir hatten dann viele kleine Helden“, befand Gäste-Coach Frank Carstens in Anbetracht der 27:24-Führung (57.). Frisch Auf wirkte bei der nun nötigen Aufholjagd mit verschiedenen offensiven Abwehrformationen und hektischen Verzweiflungsaktionen vorn überfordert und schluckte die 26:29-Heimniederlage mit fassungslosen Blicken. „Ich habe keine Worte, ich schäme mich“, gestand Kresimir Kozina, der verletzte Sebastian Heymann hielt die verworfenen Bälle seiner Kollegen als das große Manko fest, stellte aber auch klar: „Wir kommen aus dieser Situation nur als Team gemeinsam mit diesem Trainer heraus.“
FA Göppingen: Rebmann, Sego (24. bis 47.); Kneule (2), Duarte (3), Lindenchrone (2), Sarac, Abt (n.e.), Ellebaek (5), Blagotinsek, Goller (3), Gulliksen (2/2), Hermann (1), Kozina (1), Malus (1), Schmidt (6).
GWD Minden: Semisch, Shamir (n.e.); Janke (1), Richtzenhain, Korte (1), Pieczkowski (3), Ahouansou (4), Stoyke (1), Staar (1), Pehlivan, Sebetic (8), Urban (5), Darmoul (5).
Schiedsrichter: Hurst/Krag.
Zeitstrafen: 4:8 Minuten.
Zuschauer: 3000.