Nur zwei verlustpunktfreie Mannschaften gibt es in der Frauenhandball-Bundesliga noch. Bei der HSG Blomberg-Lippe haben die Frisch-Auf-Frauen bereits gespielt, bei der anderen müssen sie an diesem Samstag ran: Um 15.30 Uhr wird die Partie beim BVB Dortmund angepfiffen. Die Handballerinnen stehen dort, wo auch die Fußballer gerne stehen würden: an der Tabellenspitze.

Anwärter auf den Meistertitel

Die BVB-Handballerinnen gelten in dieser Spielzeit als Geheimfavorit auf den Titel. Das konnten die Schwarz-Gelben bislang eindrucksvoll bestätigen. Ihnen gelang, was außer der SG BBM Bietigheim schon lange kein Team mehr geschafft hat: gegen den Thüringer HC zu gewinnen, noch dazu in dessen Halle. Mit 26:25 behauptete sich Dortmund nach einem 18:22-Rückstand am dritten Spieltag beim THC und setzte ein erstes Ausrufezeichen. „Das war sicherlich unsere beste Leistung“, sagt der neue Trainer Andre Fuhr, „danach kommt das 35:31 gegen Metzingen.“ Allerdings sieht der Coach des Tabellenführers in einigen Bereichen Verbesserungsbedarf. „Es fehlen die einfachen Tore aus dem Rückraum.“ Dazu kassiere man noch zu viele Gegentore.

Starkes Team im Ruhrpott

Ein Sonderlob des Trainers erhält Neuzugang Bogna Sobiech, die zusammen mit Merel Freriks von der HSG Bensheim/Auerbach kam und bei den Borussinnen aufblüht. Von seinem vorherigen Klub Metzingen, wo Fuhr eine Saison tätig war, ehe er überraschend in den Ruhrpott wechselte, hat er in Rechtsaußen Kelly Vollebregt und Torhüterin Isabelle Roch gleich zwei Spielerinnen mit nach Nordrhein-Westfalen gelotst. Herausragend im Dortmunder Team ist allerdings die junge deutsche Nationalspielerin Alina Grijseels. Sie kann ein Spiel im Alleingang entscheiden – so wie zum Beispiel in der vergangenen Spielzeit, als die Frisch-Auf-Frauen dem BVB in eigener Halle 26:30 unterlagen und Grijseels mit zwölf Treffern die prägende Akteurin auf dem Feld war. Ihre Karriere beendet haben Torhüterin Clara Woltering und Kreisläuferin Anne Müller. Svenja Huber wechselte nach Leverkusen. Für sie wurden namhafte Verstärkungen geholt: Aus Dänemark konnten Inger Smits (TTH Holstebro) und Kelly Dulfer (Kopenhagen) verpflichtet werden, vom französischen Champions-League-Teilnehmer Metz wechselte Aleksandra Zych.

Frisch Auf keineswegs ehrfürchtig

„Dortmund hat ein richtig gutes Team zusammengestellt. Dass der BVB ganz oben steht, überrascht mich nicht“, sagt Göppingens Trainer Aleksandar Knezevic. Auch wenn der Gegner der Frisch-Auf-Frauen übermächtig erscheint, wollen diese nicht in Ehrfucht erstarren und ein gutes Spiel abliefern. „Ein Gegner solchen Kalibers motiviert natürlich besonders. Da möchte man erst recht etwas reißen und der erste Verein sein, der die weiße Weste der Borussia befleckt“, sagt der Coach der Frisch-Auf-Frauen, dessen Team sich als sechstes in der noch jungen Saison am Favoritensturz versucht. Dass neben Roxana Ioneac auch Spielführerin Johanna Schindler (Sprunggelenk) verletzt ausfällt, macht die Aufgabe für die Göppingerinnen nicht einfacher. Frank Höhmann

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Ulm/Ursenwang