Die Göppinger Handballer haben sich ihre 22:28 (9:17)-Niederlage bei der SG Flensburg-Handewitt bereits in der ersten Spielhälfte selbst eingebrockt, mussten aber beim Deutschen Meister der letzten beiden  Jahre nach dem Fehlen von Sebastian Heymann und Ivan Sliskovic weitere personelle Einschränkungen hinnehmen. Das Schiedsrichterduo Blümel und Loppaschewski bestrafte die Gäste in der „Hölle Nord“ früh unangemessen hart und die unkonzentriert startetenden Göppinger fanden sich in den ersten zwölf Minuten bereits drei Mal in Unterzahl (zweimal Kozina, einmal Kneule). Nach 25 Minuten erwischte es Kapitän Kneule zum zweiten Mal, ein Wechselfehler nur drei Zeigerumdrehungen später besiegelte Kneules Schicksal, bereits im ersten Durchgang mit der Roten Karte auf die Tribüne geschickt zu werden.

Drastische Trainer-Worte

Der Routinier und seine Teamkollegen hatten unabhängig von den Entscheidungen der Unparteiischen einen von technischen Fehlern geprägten Start, der Flensburg 4:0 in Front brachte und Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer nach 4:45 Minuten drastische Auszeit-Worte finden ließ. Nach einem Schiller-Strafwurf zum 4:1 erzielte Rechtsaußen Tim Sörensen nach acht Minuten endlich das erste Göppinger Tor aus dem Spiel heraus. Die Schwaben fanden langsam in die Partie und verkürzten auf 7:6 (16.). Frisch Auf suchte seine Möglichkeiten nun in der 5:1-Abwehr und mit variierenden Angriffskonstellationen, doch die Flensburger stabilisierten sich wieder und freuten sich nach 30 Minuten über ein deutliches 17:9.

Kapitän Bagersted frustriert

Der zweite Frisch-Auf-Spielführer Jacob Bagersted fand nach Spielende dafür deutliche Worte: „Ich bin enttäuscht von unserer Leistung, die erste Halbzeit war mit so vielen Gegentoren peinlich. Da darf auch der eingeschränkte Kader keine Ausrede sein.“ Gegenspieler Goran Sogard hatte dagegen „an unserer vielleicht besten Halbzeit der Saison“ großen Anteil.

Nach Wiederbeginn setzte Frisch Auf dem Personalengpass geschuldet weitgehend auf die 5:1-Defensive und den Rückraum mit den Linkshändern Nemanja Zelenovic und Nicolai Theilinger, während auf Linksaußen Till Hermann Marcel Schiller ersetzen musste, der nach einem rüden Rempler von Michal Jurecki lange an der linken Schulter behandelt werden musste. Wirbelwind Hermann führte sich mit einem Doppelpack zum 18:12 gleich gut ein, mit seinem Team bot der Nachwuchsmann nun den Hausherren weit besser Paroli als vor der Pause. Gegenüber dem ersten Durchgang konnten die Göppinger den Abstand meist konstant halten und am Ende mit dem 28:22 den Rückstand im Vergleich zur ersten Hälfte noch etwas reduzieren.

Trainer Mayerhoffer: „Ging schlecht los“

Flensburgs Coach Maik Machulla freute sich am Ende über die Leichtigkeit, mit der seine Mannschaft agiert hatte,  Hartmut Mayerhoffer musste nach zuletzt 11:3 Punkten mal wieder eine Niederlage erklären. „Es ging für uns schlecht los, wir mussten viele einfache Treffer hinnehmen. In Flensburg muss man von Anfang an im Spiel sein“, nannte der Frisch-Auf-Trainer Gründe für den unbelohnten Auftritt.

SG Flensburg: Buric, Bergerud (ein Strafwurf); Golla (2), Lier (1), Glandorf, Svan (3), Jeppsson (1), Jondal (3/1), Steinhauser (1/1), Versteijnen (2), Heinl, Zachariassen (2), Sogard (5), Gottfridsson (4), Jurecki (1), Röd (3).

FA Göppingen: Rebmann, Kastelic (bis 24.); Theilinger (2), Kneule (2), Bagersted (1), Peric (1), Kozina (3), Sörensen (1), Schiller (3/2), Rentschler (2), Predragovic (n.e.), Hermann (3), Zelenovic (4).

SR: Blümel/Loppaschewski.

Zeitstrafen: 4:14 Minuten.

Rot: Kneule (28./3. Zeitstrafe).

Zuschauer: 5823.