Die 22:28-Niederlage bei Meister Flensburg kam wenig überraschend, die 26:32-Derbyheimpleite gegen Balingen dagegen erregte die Gemüter der Frisch-Auf-Fans mächtig, schließlich folgte eine demoralisierende und peinliche 17:30-Schlappe bei der MT Melsungen – mit zuletzt 0:6 Punkten sind die Göppinger Profis in der Handball-Bundesliga auf Platz zwölf (11:17 Zähler) zurückgefallen. Mit Blick auf das Heimspiel gegen die HSG Wetzlar am Donnerstag um 19 Uhr (EWS-Arena) gilt es, schleunigst den Hebel wieder umzulegen.

Kneule fordert mehr Effektivität

„Natürlich sind wir nicht damit zufrieden, wie wir die letzten drei Spiele absolviert haben“, räumt Tim Kneule erwartungsgemäß ein, „uns fehlt die Effektivität, wir müssen die hohe Zahl an technischen Fehlern und Fehlwürfen reduzieren. Jeder Spieler muss sich kritisch hinterfragen und überlegen, wie er dazu beitragen kann, dass es wieder besser läuft.“ Der Mannschaftskapitän, der sich diese Rolle mit Abwehrchef Jacob Bagersted teilt, gesteht freimütig: „Wir waren ja diese Saison schon einmal an diesem Punkt und wollen jetzt keinesfalls in eine Spirale hineinrutschen.“ Der Blick des Routiniers geht zurück Richtung Saisonstart, als das Frisch-Auf-Team vier Niederlagen in Folge kassierte und mit 0:8 Zählern weit hinten stand. Es folgten 11:3 Punkte zum ausgeglichenen Zählerstand als Tabellenneunter, was Mannschaft und Umfeld Hoffnung machte. Jetzt wieder der Negativkurs, dem kleinen, von Verletzungen geplagten Kader von Coach Hartmut Mayerhoffer fehlt die Stabilität in Angriff und Abwehr. „Es gab schon auf der Bus-Heimfahrt nach dem Melsungen-Spiel einiges zu klären und die Gründe zu finden, die Mannschaft sitzt viel zusammen“, berichtet der 33-jährige Kneule über Aussprachen und Analyseversuche, aber die Spieler müssten weiter an das System glauben, da man es ja auch schon erfolgreich umgesetzt habe. Vielleicht helfe es aber, taktisch Dinge zu vereinfachen, damit jeder wisse, was etwa bei den Laufwegen zu tun sei. Die gründliche Aufarbeitung der letzten beiden Partien zeigt dem Familienvater aber vor allem eines: „Wir leisten uns brutal viele Fehlwürfe und der Gegner schießt dann die einfachen Tore. Dadurch ist unser Selbstvertrauen weg. Wir haben aber das Handballspielen nicht verlernt, sondern müssen nur mehr Konsequenz reinbringen.“

Personalengpass zählt nicht

Dass die Personalknappheit dabei eine Rolle spielt, schiebt Tim Kneule von sich weg. „Wir haben das ja bis zum Flensburg-Spiel gut gelöst“, erinnert der Allrounder, zuletzt oft im linken Rückraum gefordert, an das Fehlen der etatmäßigen Halblinken Sebastian Heymann und Ivan Sliskovic. Zumindest der Kroate ist mittlerweile aufs Spielfeld zurückgekehrt, „muss sich aber noch mehr reinfinden“. Kneule, wie Kapitänskollege Bagersted ein Kämpfertyp, appelliert vor dem Wetzlar-Spiel an sein Team: „Wir müssen uns jetzt die Sicherheit im Training holen und auf den Teamspirit setzen.“

Fünf offene Vertragssituationen bei Frisch Auf Göppingen


Zukunftspläne „Die ersten Gespräche hat es bereits gegeben. Ich würde mich freuen, wenn ich nochmal einen Vertrag bekommen würde“, macht Frisch-Auf-Kapitän Tim Kneule, seit 2006 in Göppingen, keinen Hehl aus seinem Wunsch, auch über die aktuelle Saison hinaus das grün-weiße Trikot zu tragen. Auch der Kontrakt des zweiten Mitte-Spielers Josip Peric läuft im Juni 2020 aus. Zugleich haben die Frisch-Auf-Verantwortlichen mit Janus Smarason bereits einen neuen Spielmacher für die nächste Runde verpflichtet. Mit Ivan Sliskovic (linker Rückraum) und Tim Sörensen (Rechtsaußen) gibt es zwei weitere Akteure, deren Zweijahres- Verträge kommenden Sommer enden.

Trainer Auch Hartmut Mayerhoffer macht im Sommer 2020 seine ersten beiden Bundesliga-Jahre in Diensten von Frisch Auf Göppingen komplett, eine weitere Zusammenarbeit erfordert ein neues Arbeitspapier.