Welch eine Diskrepanz nach dem Schlusspfiff: Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen zeigt sich nach dem 28:26 (16:14)-Heimsieg über Schlusslicht HSG Nordhorn zufrieden, doch viele Fans der Grün-Weißen bemängeln trotz des Erfolgs das Auftreten ihrer Idole. Mangelnde spielerische Klasse und fehlende Souveränität auf dem Spielfeld ließen die Partie gegen den Aufsteiger zu einer äußerst zähen Angelegenheit für die 3900 Zuschauer werden.

Vielversprechender Start

Dabei hatte der Gastgeber einen vielversprechenden Start hingelegt und eine 6:2-Führung herausgeschossen, die einen klaren Heimsieg versprach. Doch der ­Liga-Neuling zeigte sich, wie von  Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer erwartet, als unbequemer Kontrahent, gegen den die Göppinger nicht in der Lage waren, ihr Konzept durchzuziehen. Stattdessen passten sich beide Seiten auf wenig attraktivem Niveau einander an und die Nordhorner schlichen sich im Verlauf der ersten Hälfte wieder bis zum 12:12-Ausgleich in der 23. Minute heran. „Wenn wir uns etwas vorwerfen müssen, dann ist es unsere Chancenverwertung“, legte Mayerhoffer nach dem Schlusspfiff den Finger in die Wunde, denn sein Team brachte sich durch die fehlende Konsequenz im Abschluss immer wieder in Bedrängnis, schaffte aber noch eine 16:14-Pausenführung.

Rote Karte für Nordhorns Spielmacher

Nach dem Seitenwechsel setzte sich Frisch Auf vor allem dank Ivan Sliskovic, der wie Tim Kneule aufgrund fehlender Alternativen ein besonders hohes Pensum zu leisten hatte, auf 19:15 ab, doch die Gäste wehrten sich weiter und erzielten mehrmals schnelle Gegentreffer. Auch die Rote Karte nach der dritten Zeitstrafe für Spielmacher Miedema brachte die HSG keineswegs aus dem Konzept, weshalb sich Coach Sveinsson trotz der Niederlage letztlich stolz auf seine Spieler zeigte. Diese kamen im mühsamen Schlagabtausch in der 52. Minute zum 23:23-Ausgleich, Linksaußen Marcel Schiller und ein Zaubertor im Fallen von Kreisläufer Kresimir Kozina sorgten dafür, dass die Göppinger Sorgen nicht noch größer wurden. Das 28:24 durch Kozina stellte schließlich den Heimerfolg sicher, der mit 28:26 aus Sicht der Anhänger aber viele Wünsche offen ließ.

Trainer räumt zähes Spiel ein

Hartmut Mayerhoffer zeigte sich mit dem Gewinn der beiden Punkte sehr zufrieden, räumte aber ein „zähes Spiel“ in einer Drucksituation ein, da jeder einen Sieg gegen das Schlusslicht erwarte. „Wir haben jetzt von den letzten sieben Heimspielen sechs gewonnen, in fünf davon aber besser gespielt“, ordnete der Frisch-Auf-Trainer den Auftritt gegen Nordhorn ein und war froh, dass seine Mannschaft die Partie nach dem Unentschieden im zweiten Abschnitt „nach Hause schaukelte“. Christian Schöne blickte nach dem Sieg auf die Tabelle: „Wir sind nur drei Punkte hinter Platz acht, das lässt auf einen spannenden Saisonverlauf hoffen.“

FA Göppingen: Rebmann, Kastelic (n.e.); Theilinger (2), Kneule (2), Bagersted (4), Peric, Sliskovic (7), Sörensen (2), Schiller (7/2), Rentschler, Hermann (n.e.), Zelenovic, Kozina (4).

HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen, Buhrmester (bis 16.); Heiny (1), Leenders (1), Weber (5/2), Mickal (5), Miedema (2), Terwolbeck, De Boer (1), Possehl (6), Pöhle (5), Kalafut.

Schiedsrichter: Geipel/Helbig (Leipzig/Landsberg).

Zeitstrafen: 2:12 Minuten.

Rot: Miedema (44./3. Zeitstrafe).

Zuschauer: 3900.