Geislingen French Connection gegen einen Letten

Mareks Arents beim Anlauf. Morgen Nachmittag will der Lette das Spungmeeting in Geislingen wieder gewinnen, diesmal mit einer deutlich größeren Höhe.
Mareks Arents beim Anlauf. Morgen Nachmittag will der Lette das Spungmeeting in Geislingen wieder gewinnen, diesmal mit einer deutlich größeren Höhe. © Foto: Thomas Madel
Geislingen / Von Thomas Friedrich 07.09.2018
Drei Franzosen führen das Feld in Geislingen an. Sie wollen Mareks Arents aus Lettland am zweiten Triumph hindern.

Sie sind ein eingespieltes Team, das manchmal funktioniert wie ein altes Ehepaar. Wenn der eine traurig ist, wird er vom anderen getröstet. Die Rede ist von den ­beiden Meeting-Organisatoren der TG Geislingen. Walter Straub hat sich am Handy viele Absagen von Springern anhören müssen. „Tagsüber  bekam ich immer wieder Backpfeifen, abends hat mich Klaus aufgebaut“, sagt er. Sein Kompagnon Klaus Täubert versuchte sich als Sonnyboy und munterte den Kollegen mit immer demselben Spruch auf: „Es wird schon klappen.“ Täubert hat recht behalten.

Morgen Nachmittag gehen elf Stabhochspringer an den Start, darunter viele Spitzenathleten. Vorjahressieger Mareks Arents will wieder gewinnen, diesmal mit einer deutlich größeren Höhe als im Vorjahr. Vor zwölf Monaten reichten im völlig verregneten Geislingen mäßige 5,26 Meter zum Sieg, diesmal soll’s über 5,50 Meter gehen. Das wäre auch im Sinne des Veranstalters, der dem Letten starke Konkurrenten vor die Nase gesetzt hat. Allen voran die French Connection.

Drei Franzosen wollen Arents den Sieg streitig machen. Stanley Joseph und Mathieu Collet haben aber schon am Mittwoch gegen den Letten den Kürzeren gezogen. Beim Meeting in Chiari übersprang Arents 5,50 Meter, Collet 5,35 und Joseph 5,30. Mit 5,60 Metern gewann der Ukrainer ­Vladylav Malykhin, der seine Teilnahme in Geislingen zu Wochenbeginn wegen Verletzung abgesagt hat­ . . .

Morgen wollen die Franzosen Revanche und diesmal Arents schlagen. Zum Kreis der Favoriten gehören auch drei Deutsche. Daniel Clemens vo LAZ Zweibrücken übersprang in dieser Saison schon 5,61 Meter, Malte Mohr vom TV Wattenscheid 5,50. Und da wäre ja noch der Lokalmatador. Jakob Köhler-Baumann von der LG Filstal schaffte vergangenen Freitag in Langenthal erstmals die 5,50 Meter. Die Veranstaltung war allerdings nicht bestenlistenfähig, daher steht der Geislinger  noch immer mit 5,41 Metern zu Buche. In seinem Wohnzimmer vor vielen Fans will er die 5,50 Meter endlich auch ganz offiziell überspringen. Straub traut ihm eine Menge zu. „Jakob ist zurzeit dermaßen aufgeräumt, den bringt nichts aus der Ruhe“, lobt er den Geislinger.

Um 15.30 Uhr beginnt der Wettkampf, ab 14 Uhr springen sich die Athleten ein und ab 15.15 Uhr gibt’s eine besondere Attraktion. Baptiste Boiree macht einige Sprünge mit einem elektronisch angetriebenen Skateboard. Damit dürfte es deutlich über sechs Meter gehen.

Zwei Nachwuchsspringer bestreiten mit den Assen ihren eigenen Wettkampf im Wettkampf. Die 18-jährigen Fabian Brummer (LG Filstal) und Niklas Meier (LG Filder) beginnen ebenfalls um halb Vier, allerdings mit einer niedrigeren Einstiegshöhe.

Die Bedingungen dürften optimal sein. Die Wetterprognosen liegen weiter bei 21 Grad für morgen Nachmittag und null Prozent Regenwahrscheinlichkeit. Gutes Wetter und tolle Springer, da sollten die Zuschauer wieder in Scharen in die Fuzo pilgern. Die TG erwartet eine vierstellige Besucherzahl.

Die Fans dürfen sich auf Sprünge über fünfeinhalb Meter einstellen. Welche Höhe nötig ist, um den vom Albwerk gestellten Flachbildfernseher zu gewinnen, haben die Veranstalter noch nicht entschieden. Von den elf Startern ist mindestens ein halbes Dutzend für Höhen um die 5,50 Meter gut. An Spannung dürfte es daher nicht fehlen.

In dem Fall hätten sich auch die Mühen der Herren Straub und Täubert gelohnt. Dann müsste nicht mehr der eine den anderen aufbauen, beide könnten sich morgen gegen 17.30 Uhr gemeinsam über ein wieder mal gelungenes Stabhochsprung-Meeting freuen.

Das Feld der elf Springer in Geislingen

Die Top-Favoriten Mareks Arents (Lettland), Daniel Clemens (LAZ Zweibrücken), Stanley Joseph (Frankreich).
Die Mitfavoriten Malte Mohr (TV Wattenscheid), Jakob Köhler-Baumann (LG Filstal), Mathieu Collet, Baptiste Boiree (beide Frankreich).
Die Außenseiter Lamin Krubally, Dennis Schober (beide ASV Landau).
Der Nachwuchs Fabian Brummer (LG Filstal), Niklas Meier (LG Filder).

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