Karlsruhe Firat Arslan mit WM-Gürtel

Karlsruhe / Harald Betz 18.06.2018
In Karlsruhe schlägt der 47-jährige Cruisergewichtler den Argentinier Magrini vor 3000 Fans in der ersten Runde k.o.

Mit dem WM-Gürtel des Verbands GBU um die Hüften ließ sich Firat Arslan zu später Stunde in der lauen Nacht von Karlsruhe ausgelassen feiern. Zuvor hatte der 47-jährige Donzdorfer im Wildparkstadion kurzen Prozess gemacht: Bereits  nach 1:55 Minuten in der ersten Runde des Cruisergewichts-Titelkampfes des kleinen Verbandes erwischte der erfahrene Profi seinen Kontrahenten Pablo Matias Magrini aus Argentinien mit einer mächtigen Rechten an der Schläfe. Der stämmige Südamerikaner (davor 19 Siege, vier Niederlagen, ein Unentschieden)  landete hart getroffen auf den Brettern, Ringrichter Ingo Barrabas zählte den Mann in der blauen Hose aus und kürte den Intercontinental-Meister der WBO zum nun auch frischgebackenen GBU-Champion.

Nachdem er gleich im Ring bestens gelaunt Handküsschen verteilt hatte, schilderte Firat Arslan den kurzen Auftritt in seinem 53. Profikampf. „Es war eine schnelle Geschichte. Er hat gleich hart geschlagen und ich merkte, dass ich Kontra geben muss, um ihm den Schneid abzukaufen. Solche Körpertreffer habe ich lange nicht mehr kassiert. Es war dann etwas überraschend, dass ich ihn so früh so gut erwische“, so der zufriedene Donzdorfer, der den Erfolg Trainer Ted Lackner zuschrieb: „Ted fordert von mir immer wieder diese Rechte auf die Schläfe des Gegners.“  Der 39-jährige Argentinier benötigte nach dem K.o. unter Aufsicht des Ringarztes mehrere Minuten, um sich deutlich nach Mitternacht von dem krachenden Volltreffer zu erholen. Der Blick auf die Uhr erzürnte währenddessen den Sieger des Duells, der nun zum zweiten Mal nach 2007 einen WM-Gürtel sein eigen nennt. „Erst zwei Stunden später boxen zu können als es der ursprüngliche Zeitplan vorgab, war eine Katastrophe. Das Warten kostete Nerven“, wurde Arslan deutlich, „zudem funktionierte das Einspielen meiner Einlaufmusik nicht gleich. Man hat eigentlich seine Rituale und das gerät dann durcheinander.“

Mit all seiner Erfahrung ließ sich der Deutschtürke allerdings im Ring nichts anmerken, zog seinen Blitzauftritt gegen den kurzfristig aus Südamerika eingeflogenen Kontrahenten sehr konzentriert durch und hatte letztlich auch den Blick für den eher außergewöhnlichen Schauplatz in einem Fußballstadion. Auf dessen Haupttribüne hatten 3000 Box-Fans Platz genommen, um eine lange Nacht der Champions zu erleben.

Am 27. Oktober will Arslan die Stuttgarter Porsche-Arena füllen, möglichst mit einem Titelkampf in einem der vier bedeutenden Verbände im Profibox-Geschäft. Der Gürtel der Global Boxing Union (GBU) soll allenfalls zu diesem Ziel führen. Davor wird sich der Familienvater am 14. Juli in Istanbul einmal mehr ein Ring-Benefizduell mit dem Porsche- Betriebsratsvorsitzenden Uwe Hück liefern, der Erlös soll der Hück-Stiftung und einem Waisenhaus in der Türkei zugute kommen. Und ein paar Urlaubstage sind auch eingeplant.

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