Donzdorf Drei Kämpfe vor der Brust

Der Donzdorfer Boxprofi Firat Arslan (Mitte) hat für dieses Jahr bereits einen dichten Kampf-Terminplan, das wissen auch Trainer Ted Lackner (links) und Manager Okan Yavuz.
Der Donzdorfer Boxprofi Firat Arslan (Mitte) hat für dieses Jahr bereits einen dichten Kampf-Terminplan, das wissen auch Trainer Ted Lackner (links) und Manager Okan Yavuz. © Foto: Giacinto Carlucci
Donzdorf / Harald Betz 16.05.2018
Cruisergewicht-Europameister Firat Arslan aus Donzdorf fliegt heute nach Trabzon. Weitere Termine in Karlsruhe und Stuttgart sind bereits fest eingeplant.

Heute fliegt Firat Arslan mit seinem Team in die Türkei, am Samstag steigt der 47-jährige Boxprofi aus Donzdorf in Trabzon an der Schwarzmeerküste in den Ring. Im Kampf um die Interconti-Meisterschaft trifft der WBO-Europameister im Cruisergewicht auf den Ghanaer Isaac Paa Kwesi Ankrah.

Den eingeplanten Sieg vorausgesetzt, wird der Inhaber der EM-Gürtels der World Boxing Organization (WBO) bereits am 16. Juni im Karlsruher Wildparkstadion wieder in den Ring steigen, um den vakanten Welttitel des eher unbedeutenden Verbandes Global Boxing Union (GBU) gegen den 34-jährigen Pascal Ndomba aus Tansania zu erringen. Münden soll Arslans Kampf-Trilogie des Jahres 2018 am 27. Oktober in der Stuttgarter Porsche- Arena in einem WM-Kampf um die Cruisergewichts-Krone (bis 90,7 Kilogramm) in einem der großen Verbände WBO oder WBC – aktuell könnte es um den dann vakanten WM-Gürtel der WBO gehen, wenn nämlich der 31-jährige Ukrainer Oleksandr Usyk den Sieg in der derzeit laufenden World Boxing Super Serie gegen den Russen Murat Gassijew davonträgt und dann den angestrebten Sprung ins Schwergewicht realisiert. „Wenn es so kommt und Usyk seinen Titel ablegt, wäre die für uns beste Option, wenn Firat Arslan um den dann vakanten Titel boxen könnte“, beschreibt Arslan-Manager Okan Yavuz das mögliche Szenario, „ansonsten ist auch eine WM-Ausscheidung oder ein Interconti-Duell an diesem Abend in Stuttgart denkbar. Der Termin ist jedenfalls reserviert und die Planungen und Gespräche mit Sportlern und Sponsoren laufen.“

Geht der Blick von der weiteren  Jahresplanung des  Donzdorfer Profis zurück in die Gegenwart, sieht sich der 47-jährige Familienvater Arslan am kommenden Samstag dem 38-jährigen Ghanaer Isaac Paa Kwesi Ankrah gegenüber, der in bislang 21 Profikämpfen, die er fast ausschließlich in seinem Heimatland absolvierte 14 Mal siegte und sieben Mal verlor. „Ich habe von ihm keine Videos gefunden, habe nur Fotos gesehen, auf denen er einen fitten Eindruck macht“, gibt Firat Arslan Einblick in seine nicht ganz einfachen Vorbereitungen, was Kenntnisse über den Kontrahenten angeht. Der Donzdorfer hat seine Sparringsphase längst abgeschlossen, am gestrigen Dienstag stand im heimischen Gym eine letzte harte Einheit auf dem Programm, ehe heute der Transfer in die Türkei über die Bühne geht. „Ich muss mich letztlich überraschen lassen von dem, was mein Gegner zeigen kann, eine Einschätzung ist schwer“, so der Ex-Weltmeister, der aber diesen Titel noch einmal erringen will und deshalb in einem der beiden Hauptkämpfe des Abends siegen muss, unabhängig von der Qualität des Gegenübers.