Handball-Landesliga Diesmal reicht halbe Stunde Anlauf für TVA-Saisonstart

Gingen / Von Thomas Friedrich 15.09.2018

Spielerisch ließ das Nachbarschaftsduell in der Hohensteinhalle viele Wünsche offen, den Siegern war’s am Ende egal. Im Vorjahr war der TVA mit zwei Pleiten in die Saison gestartet, diesmal mit einem Erfolgserlebnis. Trainer Andreas Frey wollte unbedingt vermeiden, dass die Seinen einen „ähnlich langen Anlauf“ wie im Vorjahr brauchen, um in der Liga anzukommen. Das gelang, 2018/19 brauchten die Altenstädter nur eine halbe Stunde.

Nach dem 11:11 zur Pause reichte den Gästen ein Blitzstart in Durchgang zwei, um die Partie zu entscheiden. Fünf Minuten nach Wiederbeginn traf Piotr Bielec per Gegenstoß zum 12:16, von dem Rückschlag erholte sich KuGi nicht mehr. Trainer Ralf Riethmüller ärgert sich schwarz, weil „die Agrressivität in der Abwehr plötzlich weg“ war. Altenstadt nutzte die Freiheit und zog bis zur 45. Minute sogar auf sieben Tore weg (15:22).

Ohne den verletzten Torjäger Moritz Mayer ging der SG die Torgefahr ab. Im Angriff trafen nur Moritz Lächler und Felix Däumling zuverlässig, der TVA hatte einige Optionen mehr zu bieten. In Durchgang eins wirkte sich das noch nicht aus, weil die Altenstädter „Riesenprobleme mit der offensiven Abwehr“ der SG hatte, moniert Frey. Hinter der starken Deckung stand auch noch ein exzellenter Keeper. Tim Trünkle gelangen im ersten Durchgang zehn teilweise spektakuläre Paraden. Ihm war es zu verdanken, dass sein Team vor der Pause nie in Rückstand geriet. Nach dem 8:5 durch Lächlers Siebenmeter sprach gar viel für die SG. Sekunden zuvor hatte der Altenstädter Jörn Bausch nach einem Foul am enteilten Däumling die Rote Karte gesehen. Drei Minuten später stand es 8:8, weil Riethmüllers Mannschaft die Überzahl „schlecht gelöst“ hat.

Eine Sekunde vor der Pause gelang Dominik Gallo der Ausgleich, in Durchgang zwei war das Derby schnell entschieden. Die Gastgeber ließen sich aber selbst von sieben Toren Rückstand nicht entmutigen und kämpften sich wieder heran. Fünf Minuten vor Schluss wackelte der Auswärtssieg, als der eiskalte Siebenmeterschütze Lächler auf 21:24  verkürzt hatte. In der Phase hatte SG-Keeper Daniel Kautzmann Vorgänger Trünkle längst abgelöst und mit ebenfalls spekatkulären Paraden sein Team ins Spiel zurückgebracht.

Es reichte nicht zur Wende, weil im zweiten Durchgang auch TVA-Schlussmann Ionut Torica einige freie Würfe abwehrte und zudem in der Schlussphse zweimal ins verwaiste KuGi-Tor traf. Riethmüller würde nur die ersten fünf Minuten nach Wiederanpfiff ungeschehen machen, „die hätten nicht sein dürfen, zumindest nicht so früh.“ Ansonsten zollt er seinen Schützlingen für deren Aufholjagd höchsten Respekt. „Hut ab vor den Jungs“, sagt er und ist trotz Niederlage mit der Darbietung seines Teams „echt zufrieden“.

Kollege Frey hat erst recht nichts zu meckern. Riethmüllers Vorgänger bestritt gestern sein achtes Derby und feierte seinen siebten Sieg, den dritten in Folge mit dem TVA. Am Ende setzte sich die größere Breite das Kaders durch, genau so wie Frey es vor Beginn prophezeit hatte. Recht zu haben kann so schön sein. Auch Riethmüllerlag richtig damit, gegen den Vorjahres-Vize vorsorglich  keine Punkte einzuplanen. Er hätte lieber nicht Recht behalten.

So spielten beide Teams

SG Kuchen-Gingen: Trünkle, Kautzmann (ab 38.) – Schäffner (2), Lächler (10/6), Paluskiewicz, Mann (1), Janz (2), Zasada (2), Freichel (1), Becker, Dubrowitsch, Däumling (5), Priester.
TV Altenstadt: Torica (2), Heer (bei drei Siebenmetern) – Pilz, Gallo (1), Knosp, Köppel (4), Girgin (2/1), Robin Veil (3), Moritz Veil (3), Bausch, Micha Bottek, Axel Bottek (4), Bielec (5/1), Härringer (4).
Schiedsrichter: Marcel Glos (Ailingen) und Nicki Van der Vliet (Rutesheim).
Zeitstrafen: 4:10 Minuten.
Rote Karte: Bausch (17.).
Zuschauer: 500.

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