Florettfechten Die Siegerin ruft Erinnerungen wach

Siegerin in Göppingen: Marta Cammilletti.
Siegerin in Göppingen: Marta Cammilletti. © Foto: Peter Poller
Göppingen / Karl-Heinz Preusker 16.04.2018

Erinnerungen wurden beim 56. Stauferland-Turnier der Florettfechterinnen wach. Wie zu längst vergangenen Weltcup-Zeiten dieser Veranstaltung kam die Siegerin aus Italien. Damals begeisterten Fechterinnen wie Dorina Vaccaroni, Giovanna Trillini und Valentina Vezzali, so war es diesmal Marta Cammilletti, die von Anfang an erkennen ließ, dass sie sich den Turniersieg in Göppingen vorgenommen hatte und ihr Ziel auch souverän erreichte.

Die 34-jährige Italienerin warf ihre ganze Erfahrung in die Waagschale, wartete routiniert den richtigen Moment ab und stieß dann blitzschnell zu. In der Direktausscheidung besiegte sie Jessica Kinzel (OSC Berlin) mit 15:6, warf dann Charlotte Krause (OFC Bonn) mit 15:2 aus dem Rennen. Auch die Berlinerinnen Kim Kirschen und Sophia Werner zogen mit 5:15 und 3:15 den kürzeren.

Im Finale, in dem Kampfrichterin Lara Braun keine Probleme zu bewältigen hatte, traf Cammilletti auf Eva Hampel. Die 25-jährige Tauberbischofsheimerin konnte bis zum 4:3 ihre größere Reichweite ausnutzen, dann setzte die Italienerin vier Treffer zur 7:4-Führung in der ersten Pause. Nach Wiederbeginn war noch keine Minute vergangen, da stand es 10:5. Danach ließ sich Cammilletti nicht mehr aufhalten, auch wenn sie zwischendurch zweimal von Turnierarzt Dr. Bernhard Hammer versorgt werden musste, und gewann 15:8.

Über den dritten Platz (zusammen mit Sophia Werner) freuten sich Zsofia Posgay und ihr Trainer Michael Kühner vom PSV Stuttgart. Sein Schützling hatte sich erst kürzlich mit der Juniorinnen-Nationalmannschaft die Bronzemedaille bei der WM in Verona geholt und belegt den elften Platz auf der deutschen Rangliste – Erfolge, wie es sie im Florettfechten Württembergs noch selten gab. Zufrieden mit ihren Plätzen fünf und sechs waren auch die Polinnen Renata Tom­czak und Weronika Wisoky, die sich gleich nach dem Wettkampf mit ihrer Delegation auf die zehnstündige Heimreise aufmachten. Nicht so weit hatte es Andrea Bimova vom USK Prag, die Siebte wurde. Rang acht nahm Kim Kirschen ein.

Ein Erfolg war das 56. Stauferland-Turnier auch für das Team der Turnerschaft mit Abteilungsleiter Jörg Vögele an der Spitze, das die Veranstaltung routiniert und umsichtig über die Bühne brachte. Diesmal hatte man 64 Fechterinnen aus sechs Nationen zu Gast, im nächsten Jahr hofft man auf größere Beteiligung, wenn das Turnier nicht am Ende der nationalen Saison stattfinden wird, sondern traditionell im Februar. Karl-Heinz Preusker