Wettkampf Cheerleader träumen von Olympia

Die Cheerleader der TSG Salach überzeugen regelmäßig bei ihren Wettkampfteilnahmen und träumen nun von einer Aufnahme ihres Sports in die olympischen Wettbewerbe.
Die Cheerleader der TSG Salach überzeugen regelmäßig bei ihren Wettkampfteilnahmen und träumen nun von einer Aufnahme ihres Sports in die olympischen Wettbewerbe. © Foto: Verein
Salach / Wolfgang Karczewski 18.08.2018

Baden-Württembergischer Meister sind sie schon, Medaillen bei der Deutschen Meisterschaft und der EM haben sie ebenfalls ergattert. Jetzt träumen die Glamourous Cheerleader aus Salach davon, dass ihre Sportart in die olympische Familie aufgenommen wird.

„Ich bin zuversichtlich, dass es klappt“, meint Anika Schuster, neben Marlene Keller und Julia ­Drexlmaier die dritte Trainerin der TSG-Cheerleader. Bereits bei den Winterspielen im Februar dieses Jahres im südkoreanischen Pyeongchang wurde die Sportart einem breiten Publikum vorgeführt. Auch bei den Sommerspielen 2020 in Tokio wollen die Cheerleader mit ihren Auftritten punkten.

Frühestens in sechs Jahren, bei den Spielen in Paris, könnte das Wettkampf-Cheerleading, das erst im vergangenen Dezember in den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) aufgenommen wurde, zum offiziellen Programm gehören. Für die Salacher Trainerin Anika Schuster kommt die mögliche Aufnahme in die olympische Familie zu spät. „Ich mache vielleicht noch ein, zwei Jahre als Athletin mit, dann höre ich auf“, erklärt die 29-jährige Göppingerin. Ihre Kollegin Marlene Keller hat ihre Karriere bereits vor längerer Zeit beendet. Am Ende dieser Saison tat es ihr Julia Drexlmaier nach.

Für die jüngsten Cheerleader der TSG Salach könnte der Traum von Olympia hingegen wahr werden, denn sie sind gerade mal 16 Jahre alt. „Wir haben durchaus Talente in Salach. In sechs Jahren kann viel passieren“, macht Anika Schuster ihren jüngsten Schützlingen Hoffnung.

Das erfolgreiche Frauenteam besteht derzeit aus 16 Athletinnen. Insgesamt gehören 26 Sportler der Cheerleading-Abteilung der TSG an. Das Training ist schweißtreibend. Unter der Woche studieren die Cheerleader ihre Choreografien zwei Mal ein. Während der Saison wird sonntags drei bis fünf Stunden lang trainiert. „Die Einheiten leiten dann Trainer, die von uns eingekauft und auch privat bezahlt werden“, erläutert Anika Schuster. Grundsätzlich müssen die Sportlerinnen auf diesem Niveau einiges hinblättern, denn der Verein übernimmt nur die Startkosten. „An- und Abreise, Verpflegung, alles müssen wir selbst bezahlen“, sagt die Trainerin. Um die Kosten zu minimieren, treten die Glamourous Cheerleader bei Vereinsveranstaltungen, Firmenfeiern und Stadtfesten auf. Die Einnahmen werden in die Reisen zu den Wettkämpfen investiert.

Männer gehören derzeit nicht zum Team, berichtet Anika Schuster: „Es gab zwar Anfragen, aber weil wir derzeit als Frauenteam so erfolgreich sind, haben wir den Interessenten abgesagt.“ Die Mädchen und jungen Erwachsenen nehmen für ihren Leistungssport viel in Kauf. Einige von ihnen reisen anderthalb Stunden zu jedem Training an.

Anfang September beginnt die intensive Vorbereitung auf die neue Saison. Erster Höhepunkt sind die All-Level-Meisterschaften im Dezember. Im kommenden Jahr steht erneut die EM auf dem Programm, auch die alle zwei Jahre ausgetragene WM  findet 2019 statt. „Für uns war es eine Ehre, bei der EM dabei gewesen zu sein“, bekräftigt Anika Schuster, „es wäre toll, wenn wir uns wieder dafür qualifizieren würden.“

Doch selbst wenn den Salacherinnen das Kunststück erneut gelingen sollte, wäre die EM-Teilnahme keineswegs sicher. „Wir müssten uns erst zusammensetzen und gucken, ob wir überhaupt teilnehmen können, denn zum Teil gibt es zwei Wettbewerbe an einem Wochenende. Außerdem sind vielleicht einige in Urlaub“, erklärt die Trainerin. Deshalb gibt Schuster nicht eine bestimmte Platzierung bei einer Meisterschaft als erklärtes Ziel aus: „Wir wollen uns stetig verbessern. Wenn uns das gelingen sollte, wäre dies die Bestätigung unserer Arbeit.“

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