Fußball Besinnung auf eigene Stärken

Tobias Müller kehrt nach auskurierter Verletzung ins Team zurück.
Tobias Müller kehrt nach auskurierter Verletzung ins Team zurück. © Foto: Thomas Madel
Geislingen / Jochen Weis 02.11.2018

Jasko Suvalic, Trainer des Fußball-Landesligisten SC Geislingen, ist keiner, der aus seinem Herzen eine Mördergrube macht. Nein, die jüngste 1:2-Niederlage gegen Hofherrnweiler, bereite ihm keine schlaflosen Nächte, sagt er. „Das war ein Spiel gegen eine Spitzenmannschaft. Da haben wir gut gespielt, waren ebenbürtig und in der ersten Hälfte die klar bessere Mannschaft.“ Kurzum: Mit etwas weniger Abschlusspech am Hacken hätte der SC die Partie durchaus gewinnen können, Favorit hin, Underdog her.

„Was mir aber immer noch auf die Stimmung drückt, ist das Spiel eine Woche vorher gegen Buch“, sagt Suvalic, „das war keine besonders gute Leistung der Mannschaft in einem Spiel, das wir hätten gewinnen müssen“. Am Ende stand’s jedoch 1:4 auf eigenem Geläuf. Dass hernach die Tabellenführung futsch war und der SC inzwischen auf Platz drei abgerutscht ist, beschäftigt den Coach weniger. „Das rührt daher, dass wir kein Anwärter auf Spitzenplätze sind“, sagt Suvalic. Anders formuliert: Wer über Platz drei jammert, jammert auf hohem Niveau. „Entscheidend sind die Gesamtpunkte und unsere Auftritte“, betont Suvalic. Beides passe – das eine immer noch, das andere wieder, verbunden mit dem Zusatz, dass man nun auch mal das Glück erzwingen muss.

Nun ist es an den Suvalic-Schützlingen, dafür zu sorgen, dass sich die Laune ihres Chefs vollends von „na ja, geht so“ in richtig gut dreht. Konkret heißt das: eine starke Leistung und drei Punkte gegen den SV Bonlanden, der morgen, Samstag, 14.30 Uhr, zum Gastspiel ins Eybacher Tal kommt. Drei Dinge haben beide Teams gemein: eine Oberliga-Vergangenheit, einen Fall in die Bezirksliga-Tiefen mit der Rückkehr in die Landesliga  zur laufenden Runde und eine bislang überraschend gute Saison. Was beide unterscheidet: Während Geislingen aus den vergangenen drei Partien nur einen Punkt geholt hat, hat Bonlanden ein Remis (2:2 gegen Waldstetten) sowie zwei Siege (6:2 in Echterdingen und 1:0 in Bersbach) eingefahren. Womit zumindest der psychologische Vorteil bei der Mannschaft von Trainer-Urgestein Klaus Kämmerer liegt.

„Natürlich geht man anders, leichter in ein Spiel, wenn man Punkte holt“, sagt Suvalic, „aber wir schieben ja nun auch keine Panik“. Zumal sich den Geislingern personell eine weit bessere Ausgangslage bietet als noch bei den vorangegangenen Partien. Zum einen rechnet Suvalic mit der Rückkehr von Abwehr-Stratege Tobias Müller, der eine Zerrung auskuriert hat. Zum anderem hat Defensiv-Routinier Jan-Philipp Klein bereits gegen Hofherrnweiler sein lang erwartetes Saisondebüt gegeben, davor hatte ihn ein Mittelhandbruch zur Untätigkeit verdammt.

Damit hat Suvalic nun (wieder) zwei echte Waffen in der Defensive – was mit Blick auf die beiden torgefährlichen Bonlandener Ugur Yilmaz und Srdjan Savic (beide fünf Treffer) nicht ganz unwichtig ist. Welche Bedeutung gerade Müller für die Mannschaft hat, zeigt schon Folgendes: Ohne ihn kassierte der SC zuletzt in drei Partien acht Gegentore, davor waren es drei Gegentreffer in acht Partien. Damit lässt es sich sogar einigermaßen verschmerzen, dass sich in Hofherrnweiler Mario Feldmeier, ebenfalls aus der Defensiv-Abteilung, eine Fersenverletzung zugezogen hat und nun auf unbestimmte Zeit ausfällt. „Bei ihm steht noch ein MRT aus“, erklärt Suvalic.

Den kommenden Gegner beschreibt er mit drei Worten: „Alt, aber gut.“ Alt, das heißt, das Durchschnittsalter der Mannschaft liegt bei 27,5 Jahren, dagegen nimmt sich der SC mit seinen knapp 24 Jahren wie eine Jungspundtruppe aus. Was aber Bonlanden auszeichnet und sie etwas zur Wundertüte macht, ist die Erfahrung im Kader. Das Gros der Stammspieler hat höherklassige Erfahrung. Viele davon wie Angreifer Ugur oder die Mittelfeldmänner  Steffen Schmidt und Maximilian Schwarz haben für Bonlanden schon die Kickschuhe in der Oberliga geschnürt. Abwehr-Ass Srdjan Savic war gar Erstliga-Spieler in seinem Heimatland Bosnien – mit Einsätzen auf europäischer Bühne.

Suvalic will sich aber nicht von irgenwelchen Sportler-Viten und -Meriten blenden lassen, „solche Spieler gibt es in jeder Landesliga-Mannschaft“, sondern sich auf die eigenen Stärken konzentrieren. Suvalic: „Wir haben gegen schon drei der vier Top-Teams gespielt und noch jedesmal gezeigt, dass wir mithalten können.“

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