Donzdorf Arslan mit neuen Plänen

Stolz auf seinen Schützling: Manager Okan Yavuz (l.) mit Firat Arslan, auf den zwei Kämpfe warten.
Stolz auf seinen Schützling: Manager Okan Yavuz (l.) mit Firat Arslan, auf den zwei Kämpfe warten. © Foto: Giacinto Carlucci
Donzdorf / Harald Betz 12.09.2018
Der GBU-Weltmeister steht vor einer Titelverteidigung noch im September und will im November in Göppingen antreten.

So beweglich und reaktionsschnell wie im Ring muss sich derzeit Boxprofi Firat Arslan aus Donzdorf auch außerhalb des Seilvierecks beweisen. Der Weltmeister des kleinen Verbandes Global Boxing Union (GBU) im Cruisergewicht bis 90,7 Kilogramm steht vor einer Titelverteidigung am 22. September in Istanbul, auf die am 17. November in der Göppinger EWS-Arena ein weiterer Kampf folgen wird – angedacht ist von Arslans Manager Okan Yavuz ein erneutes Duell um den GBU-Gürtel, eventuell soll es in diesem Kampf auch noch um zusätzliche Titelehren gehen. Aktuell fungiert Firat Arslan seit seinem Sieg im Juni im Karlsruher Wildparkstadion als GBU-Weltmeister und ist Intercontinental-Champion der World Boxing Organization (WBO).

Im bisweilen fast undurchdringlichen Dschungel der Promoter und Verbände im Profi- Boxgeschäft mussten Arslan und sein Berater Okan Yavuz in den vergangenen Wochen ihre ehrgeizigen Pläne vom Frühjahr mittlerweile modifizieren. Statt des für 27. Oktober angedachten Auftritts in der Stuttgarter Porsche-Arena stehen nun in Absprache mit der GBU, deren WM-Gürtel der 47-jährige Familienvater innehat, Titelverteidigungen in Istanbul und Göppingen im Terminkalender, weshalb auch der Benefizkampf mit dem Porsche- Betriebsratsvorsitzenden Uwe Hück trotz dessen Ankündigung am vergangenen Samstag nicht stattfand.

Der Fokus von Firat Arslan richtet sich stattdessen ganz auf einen weit wichtigeren Schlagabtausch am 22. September in der türkischen Metropole. Dann soll der Schwabe mit türkischen Wurzeln im GBU-Titelkampf Pascal Ndomba aus Tansania gegenüberstehen. Auf den 34-Jährigen, der 23 seiner 33 Profikämpfe gewonnen hat (21 durch K.o.), hatte sich Arslan schon mit Blick auf Karlsruhe vorbereitet. Doch dem Afrikaner war im Juni kurzfristig das Visum verweigert worden, weshalb ein Argentinier von Arslan in der ersten Runde in den Ringstaub geschickt worden war. Ndomba ist seit dem Jahr 2000 Profi, bestritt fast alle seine Kämpfe auf afrikanischem Boden und gewann seine letzten fünf Kämpfe, alle im Jahr 2017 ausgetragen, durch Knock-out.

Firat Arslan wird in Istanbul seinen 54. Profifight gegen den weitgehend unbekannten Afrikaner bestreiten, zuletzt hat der Donzdorfer mächtig seine K.o.-Quote auf 53 Prozent verbessert, indem er mehrmals vorzeitig gewann. Seit neun Kämpfen und damit August 2014 (Niederlage gegen Yoan Pablo Hernandez) ist der Routinier unbezwungen, zwei seiner Siege in diesem Zeitraum fuhr der Modellathlet, von November 2007 bis September 2008 Weltmeister des Verbandes WBA, in seinem „Wohnzimmer“, der Göppinger Arena, ein.

An dieser Stelle soll – nach dem Kampf in bereits zehn Tagen in Istanbul – der übernächste Fight von Arslan über die Bühne gehen. Statt in Stuttgart wird die deutlich kleinere Halle in Göppingen Schauplatz des 55. Profi- Auftritts des gebürtigen Friedbergers werden, wie Okan Yavuz jetzt bekanntgab. Der Manager und sein Schützling verhandelten zuletzt mehrmals in Hamburg mit Promotern, die Veranstaltung in Göppingen wird einmal mehr mit Erol Ceylan zusammen organisiert. Yavuz geht aktuell davon aus, dass es beim Kampf in der EWS-Arena um den GBU-Titel sowie einen weiteren internationalen Gürtel eines zweiten Verbandes gehen wird – zunächst aber setzt Yavuz auf einen Arslan-Erfolg im Weltmeisterschafts-Duell am Bosporus.

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