Donzdorf Arslan will Weltmeister werden in Karlsruhe

Boxprofi Firat Arslan baut in Karlsruhe auf seine Serie von zuletzt acht Siegen.
Boxprofi Firat Arslan baut in Karlsruhe auf seine Serie von zuletzt acht Siegen. © Foto: Giacinto Carlucci
Donzdorf / Harald Betz 13.06.2018
Im Karlsruher Wildparkstadion will der 47-jährige Donzdorfer am Samstag Weltmeister des Verbandes GBU werden.

Firat Arslan  hat schon viele Boxkämpfe in seinem Leben bestritten, zunächst im Amateurlager, dann als Profi – nur ganz wenige allerdings fanden unter freiem Himmel statt. Am Samstag will der 47-jährige Donzdorfer im Karlsruher Wildparkstadion Cruisergewichts- Weltmeister des kleinen Verbandes GBU werden, sein Gegner Pablo Matias Magrini kommt aus Argentinien.

Damit muss sich der routinierte Donzdorfer, der seine letzten acht Kämpfe meist durch K.o. gewonnen hat, kurzfristig auf einen neuen Kontrahenten im Ring einstellen. Gestern wurde laut Rainer Gottwald, Organisator der badischen Box-Nacht, dem vorgesehenen Gegner Pascal Ndomba in dessen Heimat Tansania von der deutschen Botschaft das Visum und damit die Ausreise nach Deutschland verweigert. Der Promoter musste umplanen. Jetzt wird sich heute der 39-jährige Argentinier Pablo Matias Magrini in seiner Heimatstadt Buenos Aires ins Flugzeug setzen und morgen in Karlsruhe eintreffen.

Der Südamerikaner weist 24 Profikämpfe auf, davon 19 Siege (15 durch K.o.). Von seinen vier Niederlagen kassierte er zwei in den letzten beiden Auftritten: Zuletzt schickte ihn Mike Perez am 17. Februar in Irland bereits in Runde eins auf die Bretter, vor gut einem Jahr kassierte er in Australien gegen Mark Flanagan im WBA-Duell um die Ozeanien- Meisterschaft den Knock-Out in der vierten Runde.

Firat Arslan hat nach seinem Erstrunden-Sieg über den Ghanaer Isaac Ankrah Mitte Mai im türkischen Trabzon ohne Pause sein Training fortgesetzt und am vergangenen Samstag die Sparringstage vor der neuen Herausforderung beendet. „Mein letzter Fight war schnell vorbei, ich hätte gern ein paar Runden mehr geboxt. Aber wichtig war nur der Sieg“, weiß der frischgebackene Intercontinental-Meister, der am Samstag in Karlsruhe den nächsten Schritt hin zu einem WM-Kampf bei einer der bekannten vier Organisationen WBA, WBO, WBC und IBF machen möchte. Dafür ist auch bereits die Stuttgarter Porsche-Arena am 27. Oktober gebucht. Arslan klipp und klar: „Mein Ziel ist die Weltmeisterschaft in einem der großen Verbände.“

Die Global Boxing Union (GBU) ist dagegen ein kleines Licht unter den sich mächtig duellierenden Box-Organisationen. Mit Blick auf die Karlsruher Veranstaltung attestiert der Donzdorfer den Machern im Vorfeld aber anerkennend „professio­nelle Arbeit“. Am Donnerstag wird sich der ehemalige Weltmeister der WBA (von November 2007 bis September 2008) mit seinem Team aus dem Schwabenland ins Badische begeben, um im Vorfeld die obligatorischen Medientermine zu absolvieren.

Nachdem Arslan sich bis gestern auf Pascal Ndomba als Gegner vorbereitet, aber nur wenig Informationen und Videos gefunden hatte, muss sich der 47-Jährige nun mit einem Gegner aus Argentinien auseinandersetzen. Doch Arslan ist erfahren genug, sich in seinem 30. Jahr  im Boxring bei Gegnern dieser Größenordnung  „professionell heranzutasten“ und dann die eigenen Stärken auszuspielen.

Box-Spektakel im Fußballstadion

Mammut-Show Die „Nacht der Champions“ im Karlsruher Wildparkstadion beginnt am Samstag bereits am Nachmittag, insgesamt 23 Kämpfe sind angesetzt. Firat Arslan bestreitet laut Zeitplan gegen 22 Uhr den zweitletzten Kampf bei diesem Box-Spektakel. Laut Organisator Rainer Gottwald sitzen die Zuschauer auf der überdachten Stadion-Haupttribüne, rund 4500 Fans finden Platz. Der Boxring ist direkt davor aufgebaut und ist für den Fall, dass es regnet, ebenfalls überdacht. haz