Handball Altenstadt watscht Steinheim ab

Gegen Altenstadt – im Bild Oliver Köppel – fand der TV Steinheim nie ein probates Mittel, um die Angriffe zu stoppen.
Gegen Altenstadt – im Bild Oliver Köppel – fand der TV Steinheim nie ein probates Mittel, um die Angriffe zu stoppen. © Foto: Thomas Madel
Geislingen / Frank Schäffner 03.11.2018

Mit der Präzision und der Unbarmherzigkeit einer Maschine hat Handball-Landesligist TV Altenstadt den chancenlosen Kontrahenten TV Steinheim in dessen eigener Halle zerlegt. Das 30:21 kommt genau richtig, um sich vor dem Spitzenspiel am morgigen Sonntag gegen die TG Biberach das nötige Selbstvertrauen zurückzuholen, das nach dem Dämpfer in Bettringen etwas angekratzt war.

Der Turnverein vom Albuch hatte sich gegen den TVA für eine weit herausrückende 3-2-1-Abwehrformation entschieden. Dieses frühe Angehen der Angreifer verunsicherte die Gäste jedoch nicht. Es erwies sich als Einladung für die flinken Altenstädter, die häufig den ersten Gegenspieler aussteigen ließen oder in die freien Räume liefen und so freie Bahn zum Tor hatten. Dagegen hatte die eigene Abwehr den Steinheimer Angriff besser unter Kontrolle und Torhüter Ionut Torica war aus dem Rückraum nur schwer zu überwinden. So stand es nach einer Viertelstunde schon 9:4, ehe Steinheims Trainer Sebi Kieser die offensive Deckung zurücknahm, um hinten besser dicht zu machen.

Vorne hatte er den Rückraum bereits komplett umgestellt. Routinier Klaus Nissle führte jetzt in der Mitte Regie und auf den Halbpositionen agierten die großgewachsenen Rückraumschützen Leon Weiß und Alexander ­Herbrik. Weiß traf einmal, dann hatte sich die flexible Altenstädter Defensive auch auf diese Variante eingestellt. Vorne war es jetzt nicht mehr so leicht, durch die Abwehr zu gehen. Dafür trafen Piotr Bielec und Oliver Köppel aus dem Rückraum. Simon Knosp war nach schnellen Körpertäuschungen nur unfair zu stoppen. Die fälligen Strafwürfe verwandelte Bielec, der auch aus dem Spiel heraus kaum zu stoppen war und sicher traf. Steinheims Schützen schossen häufig Fahrkarten oder scheiterten an Torica, der zudem noch einen Siebenmeter entschärfte, sodass sein Team mit einem beruhigenden 15:8 in die Kabine gehen konnte.

Steinheim startete nach der Pause wieder mit der Anfangsformation, die jetzt schnell nach vorne spielte und den Gegner nach dessen Fehlpässen mehrmals überlaufen konnte. Nach einem Steinheimer Schnellangriff verkürzten die Hausherren auf  13:18 (41.). Näher kamen sie jedoch nicht heran, weil der TVA jetzt wieder konzentriert zu Ende spielte und über Bielec aus dem Rückraum oder Köppel mit Einlaufen an den Kreis erfolgreich abschloss. Auch der Weg über die Veil-Brüder, die sich als Kreisläufer abwechselten, war eine erfolgreiche Option.

Steinheim fand kaum noch Mittel gegen das TVA-Bollwerk und geriet häufig ins Zeitspiel, was zu unvorbereiteten Abschlüssen führte. Spätestens beim 22:13 (47.) war das Spiel entschieden. Steinheims dynamischer Rückraumspieler Tobias Mewitz traf zehn Minuten vor Schluss zum 15:23, musste dann aber mit Knieverletzung aufgeben. Kieser wählte jetzt die Angriffsvariante mit einem zweiten Kreisläufer und nahm dafür den Torhüter heraus. Auch damit ließ sich der TVA nicht überlisten. Micha Bottek nutzte als Erster einen abgefangenen Ball für den weiten Wurf ins leere Tor und Jörn Bausch traf mit dieser Gelegenheit nochmal zum 18:29.

Im Gefühl des sicheren Sieges riskierten die Altenstädter jetzt den ein oder anderen Ballgewinn zu viel für das schnelle Spiel nach vorne. Nicht alles gelang und Steinheim konnte noch unbedeutend mit zwei Strafwürfen zum 21:30 verkürzen.

TV Altenstadt: Torica, Heer – Härringer, Pilz (1), Gallo (1), Bausch (3), Knosp (1), Köppel (5), T. Girgin (1/1), M. Veil (2), R. Veil (4), M. Bottek (1), A. Bottek, Bielec (11/3)

Kampf um die Tabellenführung

Zum Duell um die Tabellenführung kommt es morgen, Sonntag, 17 Uhr, in der Geislinger Michelberghalle. Dann empfängt der TV Altenstadt die TG Biberach. Der Gast aus Oberschwaben sieht sich selbst als Außenseiter und schiebt dem TVA die Rolle des Meisterschaftsfavoriten zu. Die Altenstädter haben schon mehrfach gezeigt, dass sie sich von dieser Bürde nicht unter Druck setzen lassen und ihr Spiel durchziehen können, zuletzt in Steinheim. Während der Altenstädter Kader gegenüber der vergangenen Saison gleich geblieben ist, gab es im Team der Biberacher große Veränderungen. Sieben Abgängen, darunter von langjährigen Akteuren, stehen zwölf Neuzugänge gegenüber, davon acht aus dem letztjährigen A-Jugend-Württembergligateam. Gemessen an diesen Umstellungen ist die TG bisher glänzend unterwegs. Ein Ausrutscher war die 25:29-Heimniederlage gegen Feldkirch, beim 29:29 in Steinheim gab Biberach den dritten Punkt ab. Zuletzt gegen Kirchheim (33:26) zeigte die Turngemeinde wieder ihr schnelles Spiel, das die Altenstädter Abwehr früh unterbinden muss. In der Tabelle hatte Biberach nach der Altenstädter 22:25-Niederlage in Bettringen die Spitze übernommen, aktuell steht der TVA wieder vorn, allerdings mit einem Spiel mehr.

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