Interview „Ich bin auf jeden Fall hungrig auf die Sommersaison“

Lena Urbaniak freut sich auf die Sommersaison und auf ein Ticket zur EM in Berlin.
Lena Urbaniak freut sich auf die Sommersaison und auf ein Ticket zur EM in Berlin. © Foto: dpa
Böhmenkirch / Von Thomas Friedrich 04.04.2018

Der Anruf der GZ erreichte Lena Urbaniak kurz vor dem Abflug aus Nikosia, wo die Böhmenkircherin mit den deutschen Kugelstoßern und Diskuswerfern ein zweiwöchiges Trainingslager absolvierte. Die 25-Jährige zieht ein positives Fazit der Hallensaison und freut sich auf die Freiluft-Wettkämpfe, besonders auf die Europameisterschaft vom 6. bis 12. August in Berlin.

Ihre Wintersaison hatte Höhen und Tiefen, was überwog denn für Sie?

Es war eine durchwachsene Saison, von der ich mir insgeheim schon ein wenig mehr erhofft hatte.

Aber es gab auch Glücksgefühle für Sie, oder?

Ich bin bei den Deutschen Hallenmeisterschaften Zweite geworden, damit bin ich mehr als zufrieden. Ich hätte mir aber eine etwas größere Weite ausgemalt als die 16,82 Meter, die ich in Dortmund gestoßen habe.

Dann können Sie mit den 16,73 Metern bei den Winterwurfmeisterschaften im portugiesischen Leiria, mit denen Sie Achte wurden, ebenfalls nicht zufrieden sein.

Na ja, immerhin habe ich mir eine weitere Teilnahme an einem internationalen Wettkampf gesichert. Ich habe dort schließlich Deutschland vertreten, das ist ja auch schon was. Angesichts der Witterungsbedingungen finde ich meine Leistung dort gar nicht so schlecht.

Was war denn so schlimm?

Es waren elf Grad und Nieselregen, so hatte ich mir einen Wettkampf in Portugal nicht vorgestellt. Da kann ich mit 16,73 Metern schon leben.

Dafür dürften Sie die beiden letzten Wochen auf Zypern versöhnt haben. Wie waren denn die Temperaturen im Trainingslager?

Wir hatten dort immer so zwischen 25 und 28 Grad.An ein oder zwei Vormittagen war es bedeckt, ansonsten trainierten wir immer unter idealen Bedingungen. Es war eine bunte Truppe aus den Bereichen Kugelstoßen und Diskuswerfen, zwei Wochen lang war alles auf die Sommersaison ausgelegt.

In der müssen Sie auf die 16,83 Meter, die Sie als bestes Ergebnis der Hallensaison stehen haben, noch einiges draufpacken. Die Norm für die Europameisterschaft liegt bei 17,50 Metern.

Die Norm ist mir jetzt noch ziemlich wurst. Letztlich entscheidet ja doch die Platzierung bei den Deutschen Meisterschaften in der dritten Juli-Woche in Nürnberg. Alles, was bis dahin passiert, ist relativ unwichtig. Dort muss ich unter die ersten Drei kommen, nur das zählt.

Die Norm brauchen Sie aber auf jeden Fall, die ist international vorgeschrieben, oder?

Schon, dafür hat man aber fast den gesamten Sommer Zeit. Ich muss nur einmal mindestens Siebzehnfünfzig stoßen und in Nürnberg unter die ersten Drei kommen. Genau genommen reicht sogar ein vierter Platz, da Christina Schwanitz als Titelverteidigerin eine Wildcard für die EM hat. Außer ihr dürfen also bis zu drei weitere Mädels nach Berlin.

Wie geht’s nach der Rückkehr aus dem Trainingslager weiter?

Ich werde erst mal weitertrainieren, Anfang Mai geht’s dann wieder ins Trainingslager, diesmal nach Südtirol. Meinen ersten Wettkampf werde ich wohl so Mitte Mai bestreiten, wo genau, weiß ich noch nicht. Ich bin aber auf jeden Fall hungrig auf die Sommersaison.

Ziel ist das nächste Großereignis

Die Böhmenkircherin Lena Urbaniak von der LG Filstal will am Ende der Sommersaison bei den Europameisterschaften in Berlin in den Kugelstoßring treten. Es wäre die dritte EM-Teilnahme für die 25-Jährige nach den kontinentalen Titelkämpfen in Zürich 2014, wo sie Achte wurde, und Amsterdam 2016. Zudem startete sie 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio. Die EM-Norm steht bei 17,50 Metern, Urbaniaks Bestleistung aus dem Jahr 2016 bei 18,35 Metern.