Wenn Albert Bernhard mit seinen Boxhandschuhen auf die Pratzen seines Trainers Jeton Plakaj haut, dann ist mächtig Dampf dahinter. Man merkt schnell, dass der 16-Jährige kein Laie mehr ist. Seit einem Jahr ist er für den TuS Feuchtwangen aktiv, hat schon vier Kämpfe bestritten und gewonnen. Wenn es nach dem Wunsch von Plakaj geht, dann wird der Nachwuchsboxer aber bald für den SV Ingersheim starten. „Noch sind wir nicht im Boxverband, aber das kommt bald“, sagt der 38-Jährige.

Weil Jeton Plakaj im vergangenen Jahr wegen gesundheitlicher Probleme pausieren musste, sei das seit Ende 2013 bestehende Boxen beim SV Ingersheim etwas eingeschlafen gewesen, erklärt Sascha Ott, der jetzt als Assistent des früheren Profiboxers agiert. Ott hat früher selbst etwas Kickboxen betrieben und unter Plakaj Gefallen am Boxtraining gefunden. Der 42-Jährige kümmert sich während der Einheiten mehr um den Bereich Fitnessboxen, wenn es dann ans Techniktraining für ambitioniertere Boxer geht, ist Jeton Plakaj der Taktgeber.

Viele Titel geholt

„Er ist ein richtig toller Trainer, bringt sein Wissen gut an die Kinder ran“, lobt Ott seinen Mitstreiter, der ordentlich Erfahrung mitbringt: Rund 150 Kämpfe hat Plakaj bestritten, war von 2003 bis 2008 albanischer Meister in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm, von 2004 bis 2008 kosovarischer Titelträger – und das, obwohl er erst mit 19, 20 Jahren mit dem Boxen begonnen hat. 2009 belegte er den zweiten Platz bei der baden-württembergischen Meisterschaft, startete für den BC Olymp Aalen.

Er weiß also, wovon er spricht, und kann sein Wissen auch dementsprechend vermitteln. Das Fitnessboxangebot beim SV Ingersheim ist für alle Altersgruppen gedacht. Für jeden, ob Anfänger, Wiedereinsteiger oder Fortgeschrittener, wird ein passendes Training gefunden. Zum Aufwärmen wird gerne mal Basketball gespielt, beim Zirkeltraining werden rund zehn verschiedene Stationen angeboten (zum Beispiel Seilspringen und Liegestütze), Grundtechniken des Schattenboxens werden gelehrt, der Boxsack wird ebenfalls miteingebaut, Übungen für Kraft und Koordination, dazu Sparring für die Fortgeschrittenen. Rumpf, Hüfte, Beine, Po, Bauch, Arme, Schultern – Boxtraining ist Ganzkörpertraining. „Wir wollen ein abwechslungsreiches Training anbieten, das möglichst viele Leute anspricht“, betont Sascha Ott. „Gesund auspowern – ohne blaue Augen“ – so ist das Konzept des Boxtrainings in einer Pressemitteilung des Vereins beschrieben.

Nur in der Halle aggressiv

Und Jeton Plakaj sieht nicht nur den sportlichen Wert des Boxens. „Früher habe ich zu Hause oft Probleme gemacht. Dann habe ich das Boxen angefangen und das war vorbei. Ich konnte allen Frust und die Aggressivität in der Halle rauslassen.“

Er und sein Mitstreiter Sascha Ott hoffen darauf, dass sich um die 30 Personen finden, die am Boxtraining beim SVI teilnehmen wollen. „Das wäre eine tolle Zielgröße für den Anfang. Die Grundausrüstung ist für jeden Anfänger da“, sagt Ott. Mitzubringen sind nur ein Handtuch, Sportklamotten und saubere Turnschuhe mit weißer Sohle. Fünfmal dürfen Neugierige kostenlos reinschnuppern, danach müssen sie Mitglied beim SV Ingersheim werden.

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Training am Dienstag und am Donnerstag


Als Ansprechpartner fürs Boxen beim SV Ingersheim fungieren Jeton Plakaj (Telefon 01 70 / 9 94 97 08) und Sascha Ott (E-Mail an s.ott@mensch-first.de; Telefon 0 15 90 / 1 86 83 57). Trainiert wird dienstags und donnerstags von 19.30 Uhr bis 21 Uhr in einem Teil der Turn- und Festhalle in Ingersheim. Kostenloses Schnuppertraining ist bis zu fünfmal möglich. Ausrüstung wird gestellt. jom