Untergröningen / Klaus Rieder  Uhr
Amelie Fischer verlässt den TSV Untergröningen und wechselt zur neuen Saison zut TTG Süßen. Für die Kochertäler kam dies nicht unerwartet.

Amelie Fischer verlässt die Verbandsliga-Mannschaft des TSV Untergröningen und hat sich für die kommende Saison der TTG Süßen angeschlossen. Die erste Damenmannschaft der Filztäler spielt in der 3. Bundesliga.

Amelie Fischer zählt zu den besten U-13-Spielerinnen in Baden-Württemberg und sicherte sich schon einige Erfolge mit der Auswahl des TT-Verbands Württemberg-Hohenzollern. Die Abstellung der Spielerinnen für das Verbandsteam beim prestigeträchtigen Deutschlandpokal sorgte für Verdruss beim TSV Untergröningen. Die Kochertäler mussten so beim entscheidenden Spitzenspiel um den Aufstieg in die Oberliga auf ihre Nummer 1 verzichten und unterlagen beim späteren Meister Neckarsulm. Der verpasste Aufstieg des Vizemeisters in die Oberliga spielte nach Ansicht von Gero Henninger vom TSV Untergröningen aber keine Rolle für den Wechsel von Amelie Fischer.

Die Kochertäler sind in drei Finalspielen um den Bezirkspokal Ostalb vertreten und holen sich die Titel.

Kam der Wechsel überraschend?

Gero Henninger: Nein, das ist schon seit Längerem bekannt. Durch die verschiedenen Spielberechtigungen im Tischtennis ist es nun so, dass Amelie in der Erwachsenen-Mannschaft (Damen) der TTG Süßen spielt und nicht mehr in der Erwachsenen-Mannschaft (Damen) des TSV Untergröningen. In den Jugend-Mannschaften des TSV Untergröningen kann Amelie Fischer weiterhin eingesetzt werden.

Wo liegen die Gründe für den Wechsel, eventuell am verpassten Aufstieg in die Oberliga oder waren es die Probleme bei der Abstellung an den Verband?

Aus meiner Sicht weder noch. Es liegt meiner Meinung nach daran, dass die TTG Süßen über extrem viele gute bis sehr gute Spielerinnen und demzufolge auch über viele Mannschaften in den Bundesspielklassen verfügt. Am Ende muss diese Frage jedoch die Spielerin selbst beantworten.

Sind die Trainingsbedingungen und Perspektiven bei der TTG Süßen besser und – wenn ja - in welcher Form äußert sich dies?

Ob die Trainingsbedingungen besser sind, kann ich nicht beurteilen. Sicherlich ist die Leistungsdichte im Damenbereich extrem. Die TTG Süßen wird in der 3. Bundesliga verbleiben, daneben werden voraussichtlich Mannschaften in der Regionalliga sowie der Oberliga an den Start gehen. Damit bietet sich für Amelie die Möglichkeit, höherklassig zu spielen.

Neu beim TSV Untergröningen in der kommenden Saison ist Sabine Holzwarth. Sie kommt vom TTC Lützenhardt, war dort in der vergangenen Verbandsliga-Saison nach Aussage der TTC die Nummer 2. Sie kann – von der Papierform her - Amelie Fischer nicht gleichwertig ersetzen. Richtet sich der TSV Untergröningen bei den Damen I in der kommenden Saison bei den Zielen neu aus?

Da wir noch nicht wissen, in welcher Spielklasse wir mit den Damen I tatsächlich an den Start gehen beziehungsweise auf welche Mannschaften wir treffen, können wir auch noch kein Ziel ausgeben.

Die U15-Mädchen des TSV Untergröningen treten jetzt am 25. Mai in Offenburg gegen Neckarsulm und zwei badische Teams an.

Steht die Liga-Einteilung noch nicht fest?

Wir haben für die Oberliga gemeldet. Das heißt: Sollten zwei Plätze frei werden, besteht die Chance, dass die Damen I des TSV Untergröningen nachrücken. Den ersten „Nachrückplatz“ hat der VfL Sindelfingen als Zweiter in der Relegation (Untergröningen wurde Dritter in der Relegation, Anm. d. Red.).

Welche Erwartungen verbinden Sie mit Sabine Holzwarth?

Wir sind überzeugt, dass Sabine ganz gut zu uns passt, da sie uns bereits ein paarmal in einem anderen Dress gegenüberstand. Wichtig war für uns, dass wir eine Spielerin für die erste Mannschaft finden konnten, um ein Aufrücken in den anderen Mannschaften zu vermeiden, da es sonst für diese Mannschaften in ihren jeweiligen Spielklassen schwierig geworden wäre.

Gestaltet sich die Suche nach Verstärkungen für die Mannschaft als schwierig?

Eine Spielerin zu finden ist nicht so ganz einfach. Zum einen liegt Untergröningen nicht am Nabel der Welt. Der Ort ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln praktisch nicht erreichbar. Zum anderen spielen bei uns alle Spielerinnen und Spieler „just for fun“.

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Der TSV Untergröningen verpasst in der Relegation ohne seine beiden Spitzenspielerinnen den Aufstieg in die Oberliga.

Spielberechtigungen im Tischtennis

Beim Tischtennis gibt es verschiedene Spielberechtigungen, die den Einsatz in verschiedenen Mannschaften bei verschiedenen Vereinen erlauben. Im Falle von Jugendlichen gibt es sogar gleich vier verschiedene Spielberechtigungen:
SBNI: Spielberechtigung für Nachwuchs-­Individualspielbetrieb
SBNM: Spielberechtigung für Nachwuchs-­Mannschaftsspielbetrieb
SBEI: Spielberechtigung für Erwachsenen-Individualspielbetrieb
SBEM: Spielberechtigung für Erwachsenen-Mannschaftsspielbetrieb.

Bei Amelie Fischer wechselt nach Mitteilung der Untergröninger nur die SBEM-Spielberechtigung zur TTG Süßen. jjs