Rainer Noller und Tanja Schlicht haben die 30. Ostalbrallye gewonnen und damit ihren Vorjahressieg bestätigt. Das Teilnehmerfeld war mit 53 Startern in der „Rallye 70“ und 25 historischen Fahrzeugen in der Retro-Rallye trotz des Wegfalls der seit diesem Jahr im Rallyesport verbotenen Gruppe H beachtlich. Dies dürfte sicherlich auch ein Verdienst der Veranstaltergemeinschaft bestehend aus dem MSC Abts­gmünd, MSC „Frickenhofer Höhe“, Racingteam Mögglingen, AMC Schwäbisch Gmünd und MSC Untergröningen sein. Ein Zuschauermagnet der diesjährigen Ostalbrallye war neben der traditionsreichen Wertungsprüfung „Pommes“ der neue Stadtrundkurs in Abtsgmünd. Fahrer und Fans waren begeistert von der Atmosphäre.

Hecktriebler kontra Allrad

Die perfekten Bedingungen bei strahlendem Sonnenschein versprachen einen spannenden Kampf um die Spitze. Heckgetriebene Fahrzeuge haben bei trockenem Wetter keinen signifikanten Nachteil gegenüber Allradlern. Dies bestätigte sich auf der ersten der insgesamt sieben Wertungsprüfungen. Favorit und Vorjahressieger Rainer Noller mit Beifahrerin Tanja Schlicht startete hellwach und extrem schnell und konnte in seinem Mitsubishi Lancer EVO 9 einen Vorsprung von sieben Sekunden auf seine Verfolger herausfahren. Die Rallyeteams Dörre/Metzger und Löffelhardt/Pfaff landeten auf der anspruchsvollen Auftaktwertungsprüfung um Pommertsweiler in ihren BMW M3 auf den Plätzen zwei und drei.

Auf Wertungsprüfung zwei zeichnete sich der Dreikampf an der Spitze weiter ab. Jörg Dörre mit Co-Pilot Sven Metzger schaffte es, durch den Sieg in der Wertungsprüfung „Dorflache“, den Rückstand auf den ersten Gesamt­rang zunächst auf 4,8 Sekunden zu verringern. Im weiteren Verlauf der Rallye dominierte das Team Noller/Schlicht die Wertungsprüfungen drei, vier und fünf und konnte so ihr Zeitpolster kontinuierlich ausbauen. Markus Löffelhardt und Sarah Pfaff sicherten sich am Nachmittag den Sieg der Wertungsprüfung sechs.

Neue Attraktion

Den finalen Stadt-Rundkurs der WP7 konnten Björn Satorius und Lina Meter in ihrem Subaru Impreza WRX STI für sich entscheiden. In den Gassen von Abtsgmünd genügte Noller/Schlicht schlussendlich ein vierter Platz für den Gesamtsieg. Mit einem Vorsprung von 16,3 Sekunden verwiesen sie das Team Dörre/Metzger auf Platz zwei. Nur 3,2 Sekunden dahinter schaffte auch das Team Löffelhardt/Pfaff den Sprung aufs Podium. In der mit 26 Startern hart umkämpften Gruppe F siegten Fritz Köhler und Petra Hägele in ihrem BMW 320i vor den Rallyeteams Böhringer/Bürk und Schmitt/Pfister.

Auf einen erfolgreichen Rallyetag können auch die Lokalmatadoren aus dem Ostalbkreis zurückblicken. So erreichten Marc Froböse und Beifahrer Matthias Krehlik in ihrem Mitsubishi Lancer EVO 8 Gesamtrang neun. Thomas Diepelt und Patrick Riesch vom AMC Schwäbisch Gmünd konnten im Honda Civic Platz 14 verbuchen, dicht gefolgt von ihren Vereinskollegen Phi­lipp Holz und Marc Behringer im BMW 318is. Jochen Kurz und Armin Rozsa starteten in ihrem BMW M3 für das RT Mögglingen und erreichten Platz 16.

Retro-Rallye kommt an


Präzision gefragt: Auch die Retro-Rallye zeigte mit einem abwechslungsreichen Starterfeld und historischen Automobilen beeindruckenden Rallyesport. In dieser Gleichmäßigkeitsrallye gewinnt dasjenige Team, welches in den einzelnen Wertungsprüfungen einer vorgegebenen Zeit möglichst nahe kommt. Es zählt hier weniger der Gasfuß als vielmehr das Einfühlungsvermögen in Strecke und Zeit.

Sieger: Am besten gelang dies Mark und Antje Blüthner vom ADAC Südbaden in ihrem VW Motorsport Werksgolf Gruppe A Replika. Sie wichen über die gesamten 70 Rallyekilometer lediglich 0,94 Sekunden von der vorgegebenen Sollzeit ab. Nur wenige Zehntel dahinter erreichte das Rallyeteam Gutheil/Gutheil im Toyota Celica Rang zwei. In ihrem wunderschönen Lancia Fulvia Coupé fuhren Max und Timo Birnbreier auf den dritten Platz.