Fliegen Luftsportgeräte dürfen künftig deutlich schwerer sein

Maschinen wie die „Skylane“ der Unterroter Airoaviation sehen wie klassische Kleinflugzeuge aus, sind per Gesetz aber Luftsportgeräte. Diese dürfen bis jetzt maximal 472,5 Kilogramm wiegen.
Maschinen wie die „Skylane“ der Unterroter Airoaviation sehen wie klassische Kleinflugzeuge aus, sind per Gesetz aber Luftsportgeräte. Diese dürfen bis jetzt maximal 472,5 Kilogramm wiegen. © Foto: pv
Großerlach / Peter Lindau 24.08.2018
Der Deutsche Ultraleichtflugverband mit Sitz in Morbach weist auf neue europaweite Regelung hin.

„O happy day!“ titelte der Deutsche Ultraleichtflugverband (DULV) in Großerlach-Morbach am Mittwoch auf seiner Internetseite (www.dulv.de). Die 600 Kilogramm „Opt Out“ sei jetzt veröffentlicht worden. Der DULV bezieht sich damit auf eine Publikation neuer Bestimmungen im EU-Journal. Damit sei der Beschluss jetzt offiziell, dass in den EU-Mitgliedsstaaten künftig Ultraleichtflugzeuge mit einer Gesamtmasse von 600 Kilogramm abheben dürfen. Bisher gilt für die per Gesetz als Luftsportgeräte eingestuften Maschinen ein Limit von 472,5 Kilogramm.

Die bisher erlaubte maximale Abflugmasse kann schnell erreicht werden. Moderne aerodynamisch gesteuerte Luftsportgeräte, die auf den ersten Blick von vielen für eine kleine Cessna gehalten werden, bringen leer rund 300 Kilogramm auf die Waage. Wenn dann noch vollgetankt wird und sich zwei gestandene Männer in die Maschinen setzen, kann das maximale Abfluggewicht überschritten werden. Die neue Massenbeschränkung auf 600 Kilogramm ist daher in der Szene von vielen sehnsüchtig erwartet worden. Denn der Wunsch nach Sonderausstattung macht nicht nur moderne Autos schwer, sondern auch Luftsportgeräte. Beim DULV geht man davon aus, dass die neue EU-Verordnung 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft tritt. „Wenn unsere Kalkulationen richtig sind, ist das der 11. September 2018“, so die Einschätzung der Verbandsexperten. Ab diesem Tag seien dann die nächsten Schritte auf einem noch „langen Weg“ bis zur nationalen Umsetzung möglich. Am Ende des Prozesses stünden neue Lufttüchtigkeitsforderungen. Beides sei natürlich wieder mit Fristen verbunden, „aber wir kommen der Sache näher und näher“, so Christina Schonert von der DULV-Geschäftsstelle.

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