Gaildorf / Bernd Krey In der Schach-Bezirksliga Nord hat die Haller Mannschaft gegen Gaildorf eine internationale Meisterin einfliegen lassen.

In der Schach-Bezirksliga Heilbronn-Hohenlohe geht es im Tabellenkeller eng zu. Voraussichtlich drei Mannschaften müssen absteigen, auf diese drei Plätze gibt es sechs „Anwärter“. Am neunten Spieltag der Bezirksliga Nord trafen zwei der sechs Teams im direkten Vergleich aufeinander. Dabei verlor die erste Mannschaft des Schachvereins Gaildorf nach ihrem Aufstieg knapp gegen den direkten Konkurrenten SK Hall II mit 4,5:3,5. Damit sind die Chancen auf den Klassenerhalt für die Gaildorfer nur noch von theoretischer Natur, da sie bei noch zwei ausstehenden Spielen bereits vier Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz aufweisen.

Was die Gaildorfer aber ärgert, ist die Art und Weise wie sie gegen die zweite Mannschaft der Haller – die SK Hall I spielt ebenfalls in dieser Bezirksliga – verloren. Die Gastgeber griffen vor der Begegnung auf eine zwar erlaubte, allerdings aus Sicht der Gaildorfer Gäste zumindest fragwürdige Möglichkeit zurück, zumal beide Vereine ja Partner sind: Die dritte Haller Mannschaft und die zweite Gaildorfer Mannschaft bilden eine Spielgemeinschaft.

Was für den Unmut sorgte: Die Haller hatten am 26. Januar die 21-jährige internationale Meisterin Adela Velikic aus Belgrad (Serbien) verpflichtet. Am Samstagabend wurde sie für die Begegnung in der Bezirksliga eingeflogen. Direkt nach ihrem Spiel am Sonntag reiste sie dann wieder ab. Dadurch rutschten bei den Hallern alle anderen Spieler um einen Platz nach hinten und die SK II war so natürlich stärker besetzt als die Gaildorfer, die zudem auf ihre etatmäßige Nummer 4, Peter Winkler, verzichten mussten.

Die Frauen des SK Schwäbisch Hall gewinnen alle drei Partien bei der finalen Endrunde in Berlin. Damit rückt das Team in der Bundesliga-Tabelle noch auf Platz 2 vor.

Gaildorf führt mit 2:1

Nach rund eineinhalb Stunden Spielzeit vereinbarten Michael Kunig an Brett 2 und Bernd Menschl an Brett 6 mit den schwarzen Figuren in ungefähr gleicher Stellung im Endspiel ein Unentschieden. Danach gewann Wladimir Kirchmaier am vierten Brett ebenfalls mit Schwarz, nachdem ein Angriff am gegnerischen Königsflügel erfolgsversprechend verlief, sodass die Gaildorfer mit 2:1 in Führung gingen.

Der Gaildorfer Spitzenspieler Janko Müller verlor erwartungsgemäß gegen die eigens angereiste Spitzenspielerin Velikic. Die Serbin könnte mit ihrer Elozahl von 2313 auch durchaus in der ersten deutschen Herren-Bundesliga antreten. Da auch die Partie von Günter Leister am achten Brett verloren ging, da er bei besserer Stellung den Sieg erzwingen wollte und sich dabei verzettelte, lagen die Haller plötzlich mit 3:2 in Führung.

Am fünften Brett konnte Mathias Marmein den Sieg seines Gegners mit den weißen Figuren nach ausgeglichenem Mittelspiel mit dessen starken Zentrumsbauern nicht verhindern, sodass plötzlich der Druck auf die noch spielenden Bernd Krey und Daniel Dimitrov deutlich anstieg. Während Dimitrov an Brett 7 eine gewonnene Partie auf dem Brett hatte, den Sieg allerdings noch realisieren musste, war die Stellung von Krey am dritten Brett sicher remis.

Die Frauen des SK Schwäbisch Hall am Wochenende spielen ihre beiden Heimkämpfe der Saison in der Bausparkasse.

Vier Damen auf dem Brett

Der Gaildorfer kämpfte noch und versuchte einen Freibauer zur Umwandlung zu bekommen. Da aber sein Gegner sogar einen Zug früher einen Freibauern in eine Dame ändern konnte, waren plötzlich vier Damen auf dem Spielbrett. Als die Partie zu verloren gehen drohte, willigte Krey in ein Remisangebot ein, sodass nach fünfeinviertel Stunden Spielzeit der 4,5:3,5-Sieg der Gastgeber feststand.

Das nächste Spiel bestreitet Gaildorf am 24. März zu Hause gegen den Tabellenneunten TSV Willsbach II (ab 9 Uhr in der Gaildorfer Stadtschule). Die Gäste haben drei Punkte Vorsprung auf die Gaildorfer.

Das könnte dich auch interessieren:

Die Damen des SK Hall treten in der Bundesliga noch gegen Deizisau, Karlsruhe und Baden-Baden an.