Motocross Eine Ehre, für Deutschland zu fahren

Teamchef Wolfgang Thomas (rechts) hat sich für Tom Koch (von links) und Stefan Ekerold als Ersatzfahrer entschieden. Max Nagl ist Kapitän der Mannschaft und vertritt mit Henry Jacobi  und Ken Roczen Deutschland beim Großen Preis der Nationen.
Teamchef Wolfgang Thomas (rechts) hat sich für Tom Koch (von links) und Stefan Ekerold als Ersatzfahrer entschieden. Max Nagl ist Kapitän der Mannschaft und vertritt mit Henry Jacobi  und Ken Roczen Deutschland beim Großen Preis der Nationen. © Foto: Peer Hahn
Gaildorf / Peter Lindau 11.09.2018
Der ADAC und Teamchef Wolfgang Thomas präsentieren in Gaildorf die deutsche Nationalmannschaft. Dabei entbrennt eine Diskussion um die Besetzung.

Männer in gelben Poloshirts hat man beim Gaildorfer Motocross nicht viele gesehen. Und wenn man welche entdeckt hat, standen sie meist zusammen und warteten auf einen offiziellen Anlass. Am Samstagabend war dies die Vorstellung der deutschen Motocross-Nationalmannschaft durch den ADAC und durch Teamchef Wolfgang Thomas.

Zum Kapitän der Mannschaft wurde wiederholt Max Nagl bestimmt. Er hat am 30. September 2012 im belgischen Lommel zusammen mit Ken Roczen und Marcus Schiffer Motocross-Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal in der damals 66 Jahre alten Geschichte des Motocross of Nations ging der Titel nach Deutschland.

Schiffer ist jetzt Riders Coach der deutschen Motocross-Nationalmannschaft und Ken Roczen hat nach dem Gewinn der MX2-Weltmeisterschaft in Gaildorf im  Jahr 2011 seine Motocross-Karriere in den USA fortgesetzt. Dort wartet der Thüringer jetzt auf das deutsche Nationalteam. Roczen ist der Einzige aus der Mannschaft, der die Rennstrecke in Red Bud selber schon einmal unter die Räder genommen hat.

Mission ist machbar

Roczen hält die Aufgabe, in Red Bud eine gute Platzierung oder sogar den Titel zu holen, für schwierig, aber machbar. Am Samstagabend beteiligte er sich über eine Live-Videoschaltung an der Vorstellung des „Dream Teams“ Deutschland. Viele Fragen gab es zum Ende der Pressekonferenz nicht, aber dafür war eine ziemlich gehaltvoll. Im Fahrerlager werde darüber gesprochen, warum Teamchef Wolfgang Thomas nicht auch den vierfachen Masters-Champion Dennis Ullrich in die Nationalmannschaft berufen hat.

Denn Max Nagl wurde erst vergangene Woche erneut an seinem in Möggers gebrochenen Finger operiert, Stefan Ekerold war ebenfalls lange Zeit verletzt und Ken Roczen absolvierte nach einem komplizierten Armbruch gleich ein ganzes Dutzend an Operationen. Der als Ersatzfahrer berufene Tom Koch fühlt sich zwar sehr  geehrt, jetzt zum elitären Kreis des Nationalteams zu gehören, hat aber noch nicht die Erfahrung eines Dennis Ullrich.

Wolfgang Thomas erklärte, dass er nicht viel auf das Gerede im Fahrerlager gebe. Dort werde über vieles gesprochen. Was die Gesundheit von Max Nagl betrifft, meinte der Teamchef: „Wir gehen davon aus, dass es mit seinem Finger funktioniert – und fertig.“ Thomas machte deutlich, dass er sich in seine Personalpolitik nicht hineinreden lasse. Er trage seit zwei Jahren die Verantwortung und halte bei einem Misserfolg dafür auch seinen Kopf hin, so der Wahl-Eutendorfer. Ein Fahrer sieht alles lockerer. Henry Jacobi ist schon froh, wenn alle Vorbereitungen reibungslos über die Bühne gehen. „Wenn wir mit allen drei Fahrern starten, haben wir mehr erreicht als in den vergangenen Jahren“, erinnerte er an die wenig ruhmreichen Einsätze seit dem Gewinn der Chamberlain Trophy in Lommel durch das Team Deutschland.

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