Abtsgmünd / Thomas Diepelt  Uhr
Wenn am 8. April der Startschuss zur Ostalbrallye fällt, werden sich wieder zahlreiche Rallyeteams auf den Weg ins östliche Baden-Württemberg nach Abtsgmünd gemacht haben.

Die ADAC-Ostalbrallye ist mittlerweile zu einer Traditionsveranstaltung der deutschen Rallyegemeinde geworden. Anfang April feiert sie Jubiläum und findet in diesem Jahr schon zum 30. Mal statt (wir berichteten kurz). Zeit, auch mal einen Blick zurück zu werfen.

Wenn am Samstag, 8. April, der Startschuss zur diesjährigen Ostalbrallye fällt, werden sich wieder zahlreiche Rallyeteams aus fast ganz Deutschland auf den Weg ins östliche Baden-Württemberg nach Abtsgmünd gemacht haben.

Angefangen hat alles jedoch ganz klein: Bis 1984 gab es bereits die Einhorn-Rallye des AMC Schwäbisch Gmünd im Ostalbkreis, die als so genannte Clubrallye ausgetragen wurde. Das waren damals kleine, nationale Rallyes mit noch relativ kurzen Wertungsprüfungen (WP) mit teilweise nur einigen hundert Metern Länge. Die WP wurde auch mehrmals gefahren, um den Organisationsaufwand für die Veranstalter gering zu halten.

Aus der Einhorn-Rallye entstand dann die Rallye Ostwürttemberg, die bereits eine Nummer größer angesiedelt war. Hierfür suchte sich der AMC Schwäbisch Gmünd schon verschiedene Vereine für eine Veranstaltergemeinschaft, die aber von der aktuellen Zusammensetzung der Veranstaltergemeinschaft (VG) Ostalbrallye abwich. Aufgrund von Genehmigungsschwierigkeiten wurde diese Rallye im Jahr 1992 das letzte Mal ausgetragen. Die damalige Veranstaltergemeinschaft löste sich auf.

Damit gab es vorerst keine Rallye in Ostwürttemberg mehr und die Aktiven aus der Region mussten teilweise einige hundert Kilometer weit zur nächsten Veranstaltung fahren. Der damalige aktive Rallyesportler und heutige Rallyeleiter Dietmar Fuchs wollte diesen Umstand beenden. Er entwickelte Ende der 1990er-Jahre ein Konzept, um  wieder eine Rallye im Ostalbkreis austragen zu können.

Als damaliger Vorsitzender des AMC Schwäbisch Gmünd warb Dietmar Fuchs bei den umliegenden Motorsportclubs für seine Idee und lud zu einem ersten Treffen ein. Da alle Clubs schon Rallyeerfahrung hatten, wussten sie, worauf es ankam und Fuchs konnte sie von seiner Idee überzeugen. „Nach anfänglicher Skepsis konnte ich die Vereinsvertreter überzeugen, wieder eine Veranstaltergemeinschaft Ostalbrallye zu gründen“, erinnert sich Fuchs. Die aktuelle Zusammensetzung besteht aus dem AMC Schwäbisch Gmünd, MSC Abtsgmünd, MSC Frickenhofer Höhe, MSC Untergröningen und dem RT Mögglingen.

Neustart im Jahr 1998

Im Jahr 1998 war die rallyefreie Zeit im Ostalbkreis wieder vorbei und die Neuauflage der ADAC Ostalbrallye war geboren. Unter dem Motto „Nur Fliegen ist schöner!“ wurde die Rallye kontinuierlich verbessert und vergrößert. Seither findet sie jährlich mit immer wachsendem Teilnehmerfeld statt und hat sich inzwischen zu einer der größten Rallyes in Deutschland gemausert. In den vergangenen Jahren waren Starterzahlen im dreistelligen Bereich die Normalität. Die Ostalbrallye hat mit den Anfängen zur Clubrallyezeit nahezu nichts mehr gemein. Sie ist zu einer Mammutveranstaltung geworden, zu der die ADAC Ostalbrallye-Retro gehört. Dieser Herausforderung stellen sich die fünf VG-Clubs gerne, um den Teilnehmern und Zuschauern Rallyesport auf höchstem Niveau zu bieten. Das Kernteam der Organisation hat seit der Neuauflage nicht gewechselt und kann nun schon auf 20 Jahre Erfahrung zurückblicken.

Seit vergangenem Jahr ist die Ostalbrallye erneut eine Stufe aufgestiegen und wird als Rallye 70 ausgeschrieben. Das ist in Deutschland die zweithöchste Stufe. Auch in 2017 wird natürlich von der VG an Neuerungen gefeilt. So gibt es insgesamt sieben WP, von denen drei komplett neu sind – selbstverständlich über die maximale Länge von insgesamt 70 WP-Kilometern. Vor allem die Zuschauer dürfen sich in diesem Jahr auf einen neuen, kompakten und „speziellen“ Rundkurs als Finale-WP freuen (Bericht folgt).