Na ja“ – seufzte Laura Henninger, als der letzte Ball im „Endspiel“ um den  Titel in der Tischtennis-Verbandsliga in             Neckarsulm gespielt war. Die Untergröningerin Anja Reiner hatte im letzten Spiel des Tages eben einen Satz mit 13:15 abgeben müssen. 1:8 - lautete der Endstand. Deutlich. War aber so oder so ähnlich zu erwarten. Ohne Amelie Fischer hatte der Tabellenführer aus dem Kochertal zum punktgleichen Verfolger reisen müssen. Die Nummer 1 musste für ein Spiel zum Deutschland-Pokal abgestellt werden. Für eine Verlegung des „Endspiels“ verweigerte Neckarsulm seine Zustimmung.  Für Gero Henninger war vorab klar, dass Untergröningen dieses Spiel gar nicht mehr gewinnen konnte.

Auch die Nummer 2 fehlt

Dies ließ sich auch an der Aufstellung ablesen: Nicht nur Amelie Fischer fehlte, sondern auch die Nummer 2.  „Nina Feil bereitet sich auf die Abiturprüfungen vor“, erklärte Gero Henninger.  Statt mit nach Neckarsulm zu reisen, konnte sie sich gestern auf die Prüfungen vorbereiten. Abgesehen von Laura Henninger, die von 4 auf 2 vorrückte, traten mit Miriam Kuhnle, Lea Elzner und Anja Reiner drei Spielerinnen an, die tags zuvor  mit dem 6:1 gegen Aulendorf ungeschlagen den Titel in der U18-Verbandsklasse holten. Anja Reiner und Lea Elzner haben zwar schon Einsätze in der Verbandsliga, im Erwachsenenbereich spielen sie sonst aber bei den Damen II und III in der Verbands- und Landesklasse.

Untergröningen

Miriam Kuhnle gehört in dieser Saison – neben ihren Einsätzen im Nachwuchsbereich – zum festen Stamm des Verbandsligateams, tritt  dort aber in der Regel auf Position 3 an und nicht wie jetzt in Neckarsulm als Spitzenspielerin. Zweimal 0:3 lautete die Einzel-Bilanz am Ende, was bei der Untergröningerin nicht für die beste Laune sorgte. „Es gibt eben auch schlechte Tage“ versuchte Gero Henninger sie kurz nach ihrer zweiten Einzel-Niederlage aufzumuntern. Doch das wollte die Nachwuchsspielerin in dem Moment dann doch nicht hören.

Dabei begannen die Gäste aus dem Kochertal sehr stark: Beide Doppel gingen über fünf Sätze. Die Gastgeberinnen, die mit der klaren Erwartung des Sieges in die Partie gingen, den Sekt schon kalt gestellt und die Details zum Meisterfoto besprochen hatten, waren sich plötzlich nicht mehr ganz so sicher.

Doch in den Einzeln mühten sich Miriam Kuhnle und Laura Henninger gegen die beiden Spitzenspielerinnen der Gastgeber vergebens. Nur jeweils im zweiten Durchgang ging es mit 10:12 etwas enger zu.  Auch wenn Anja Reiner ihr Einzel gewinnen konnte, der Spielverlauf trug nicht zur Motivation bei Untergröningen bei. Dazu kam dann noch etwas Pech: Ein Netzball brachte bei Laura Henninger in deren zweitem Einzel statt dem 10:10 das 9:11 und den Satzverlust. So erging es schließlich auch Anja Reiner in ihrem Einzel: Nach 4:1-Führung, 6:8- und 10:8-Zwischenständen markierte ein Netzroller das 13:15.

An diesem Spieltag wollte einfach nichts gelingen, beginnend von der Abstellung von Amelie Fischer bis zum allerletzten Ballwechsel von Anja Reiner. „Sieh es als Training, als zusätzliche Trainingseinheit“ – hatten die wenigen mitgereisten Kochertäler sie vor ihrem Spiel noch aufzumuntern versucht.

Gaildorf

Irgendwann ...

„Natürlich ist man enttäuscht wenn es so läuft“, so Gero Henninger. Zudem sei es ja nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Untergröningen eine Spielerabstellung trifft. Die Enttäuschung verfliege aber. „Irgendwann ist man darüber hinweg. Dann  ist es ok.“ Den Gesichtern von Spielern und Betreuern war aber anzusehen: Die Enttäuschung steckt doch tiefer. Und so war am Sonntag auch noch nicht „irgendwann“.

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