Abtsgmünd / Klaus Rieder  Uhr
Dietmar Fuchs ist seit 1998 Leiter der Ostalbrallye rund um Abtsgmünd. Raser außerhalb der Wertungsprüfungen gibt es bei ihm nicht.

Die Anfänge gehen bis ins Jahr 1984 zurück. Aus der damaligen Einhorn-­Rallye wurde die Ostalb­rallye. Die 32. Auflage wird am Wochenende ausgetragen. Das Rallyezentrum ist in Abtsgmünd an der Kochertalmetropole. Dort geht um 11.27 Uhr das erste Auto auf die Strecke. Rallyeleiter ist Dietmar Fuchs.

Es steht die 32. Ostalbrallye an. Die wievielte wird es für Sie sein?

Dietmar Fuchs: Ich bin nun schon seit 22 Jahren ununterbrochen der Rallyeleiter der Ostalbrallye.

Wie sind Sie dazu gekommen?

Nachdem ich früher selbst aktiver Rallyefahrer war, kam mir im Jahr 1997 die Idee, selbst eine Rallye auf die Beine zu stellen. Als damaliger Vorsitzender des AMC Gmünd hatte ich „meinen Club“ schnell auf meiner Seite. Nur war klar, dass diese Aufgabe für einen Verein allein zu aufwendig ist. Darum machte ich mich auf die Suche nach Mitstreitern und fand diese in den befreundeten Vereinen MSC Abtsgmünd, MSC Eschach, RT Mögglingen und MSC Untergröningen. 1998 war es dann so weit.

Hinter der Ostalbrallye steht eine Veranstaltergemeinschaft aus vier Vereinen. Könnte ein Verein dies allein überhaupt auf die Beine stellen?

Nein, bei der Vielzahl von Helfern, die benötigt werden, um die verschiedenen Wertungsprüfungen abzusichern, dass Rallyezentrum, die Leitstelle und so weiter zu besetzen, wäre ein einzelner Verein überfordert.

Wie viele Helfer sind bei der Ostalb­rallye im Einsatz?

Mindestens 350 Helfer sind nötig. Die kommen nicht nur von den an der Veranstaltergemeinschaft beteiligten Vereinen. Andere Rallyeveranstalter schicken uns erfahrene Helfer. Die haben teilweise eine Anreise von 200 und mehr Kilometern. Selbstverständlich unterstützen wir dann diese Rallyes auch mit Helfern von uns. Es gebührt allen ein großes Dankeschön, die die Ostalbrallye in jedweder Form unterstützen.

Nach welchen Kriterien werden die Wertungsprüfungen ausgewählt?

Die Wertungsprüfungen sucht man zuallererst nach der Attraktivität für die Teams aus. Das heißt möglichst viele Kurven, bergauf, bergab ...

... was aber nur ein Gesichtspunkt sein dürfte?

Klar. Genauso wichtig sind die Belange der Anlieger, des Naturschutzes, Wasserschutzes usw. Das alles koordiniert die Straßenverkehrsbehörde des Landratsamtes. Diese erteilt, wenn das gesamte Anhörungsverfahren abgeschlossen ist, die Genehmigung. Es sind viele Gespräche mit den entsprechenden Stellen notwendig, um alle erforderlichen Genehmigungen zu erhalten.

Es werden etwa 110 Autos erwartet. Ist das schon die Obergrenze?

Nein. Sicherlich nicht. Wir hatten auch schon fast 150 Teams zu Gast. Dann wird es aber knapp mit dem Platz um die Kochertalmetropole und es dürfen keine größeren Unterbrechungen auftreten. Ich denke die nun aktuell 108 Teams sind eine gute Anzahl, um die Rallye auch mit etwas zeitlichem Puffer über die Bühne gehen zu lassen

Die Ostalbrallye ist eine Rallye 70. Woher kommt dieser Begriff?

Er kommt von der Anzahl der Kilometer, die von den Teams auf Bestzeit auf abgesperrten Strecken zu bewältigen sind. Diese einzelnen Wertungsprüfungen werden durch Etappen auf öffentlichen Straßen verbunden. Auf diesen ist die Straßenverkehrsordnung strikt einzuhalten. Die Strafen, die von uns gegen Teilnehmer verhängt werden können, die sich nicht daran halten, sind viel drakonischer als die für normale Verkehrsteilnehmer.

Haben Sie ein Beispiel dafür?

Ein Kilometer pro Stunde zu schnell im öffentlichen Straßenverkehr wird mit 10 Euro geahndet. Bei 10 km/h zu schnell sind das dann schon 100 Euro.

Kommt so etwas öfters vor?

Nein. In meiner ganzen Zeit als Rallyeleiter musste ich noch nie einen Teilnehmer deswegen bestrafen. Obwohl die Polizei am Rallyetag verstärkt Geschwindigkeitskontrollen vornimmt.

Zum zehnten Mal gibt es auch eine Ostalbrallye Retro. Die doch schon etwas älteren Autos in diesem Wettbewerb erfreuen sich bei den Besuchern besonders großer Beliebtheit. Was macht diesen Reiz aus?

Für mich persönlich ist es der Reiz, Autos, die man nur noch selten im Straßenverkehr sieht, nun in Bewegung zu sehen, oft auch sehr schnell bewegt.

Mit der Siegerehrung ist die 32. Ostalbrallye für Sie ja noch nicht beendet. Was steht noch an?

Es wird viele konstruktive Nachbesprechungen geben, mit der Genehmigungsbehörde, der Polizei usw. Und natürlich wird sich auch das Orgateam in einer Nachbesprechung kritisch mit dem Ablauf der Rallye auseinandersetzen, um vor allem für künftige Veranstaltungen zu lernen.

Wann beginnt für Sie die Vorbereitung auf die 33. Ostalbrallye?

Nach der Rallye ist vor der Rallye. Mit der Auswahl der möglichen Strecken für die Rallye 2020 geht es los. Dies erfolgt in Abstimmung mit Daniel Gutsch, dem Leiter der Streckensicherung. Die heiße Phase der Vorbereitung mit Teamsitzungen beginnt im Oktober.

Gibt es schon einen Termin für die nächste Ostalbrallye?

Klar. Die 33. ADAC-Ostalbrallye wird am 30. März 2020 gestartet.

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Steckbrief Dietmar Fuchs

Geburtstag: 30. Oktober 1961
Geburtsort: Schwäbisch Gmünd
Wohnort: Mainhardt
Familienstand: geschieden
Beruf: Goldschmiedemeister
Hobbys: Kleinkunst als Besucher, Reisen, Lesen
Tätigkeiten als Funktionär: Sportkommissar; früher als Observer für den Deutschen Motorsportbund tätig, ebenso früher Referent in der Ausbildung und Mitglied in der Prüfungskommision für angehende Rallyeleiter