Am Wochenende war die Motocross-Weltmeisterschaft im lettischen Kegums zu Gast. Auf der als „goldenes Pferd“ bekannten Hartsandpiste hat sich ein wahres Drama abgespielt. Das Red-Bull-KTM-Werksteam stand am Ende ohne Fahrer da. Der neunfache Weltmeister Antonio Cairoli ging am Samstag mit Grippe und Fieber an den Start und litt zudem an einer Armverletzung, die er sich eine Woche zuvor bei einem Sturz im Qualifikationsrennen im russischen Orlyonok zugezogen hatte. Im zweiten WM-Lauf in Kegums legte Cairoli nach einem Sprung eine Bruchlandung hin und kugelte sich dabei die Schulter aus. Damit war für ihn das Rennen gelaufen.

Cairolis Teamkollege Jeffrey Herlings musste schon früher aufgeben. Er stürzte nach einem Sprung in der Aufwärmrunde zum ersten Weltmeisterschaftslauf. Der litauische Crosspilot Arminas Jasikonis konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen und fuhr dem Niederländer mit beiden Rädern seiner Husqvarna über den rechten Fuß. Herlings hatte starke Schmerzen, setzte das Rennen aber fort und holte im ersten Lauf den Sieg. Doch dann war für ihn ebenfalls Schluss.

Motocross beim 1. RMC Reutlingen Ein nahezu perfektes Renn-Wochenende

Reutlingen

Die Verletzungen der Topstars befeuern erneut die Diskussion über eine schärfere Geschwindigkeitsbeschränkung für WM-Läufe, denn die Rennen werden immer schneller und härter. Zudem steht das Design einiger Strecken in der Kritik.

Jeremy Seewer steht in der WM-Gesamtwertung jetzt auf Platz drei

Weitaus besser lief es für den Schweizer Jeremy Seewer, der parallel zur Motocross-Weltmeisterschaft auch in der ADAC-­MX-Masters startet. Der 24-jährige Bülacher führte im zweiten Lauf über elf Runden. Zu diesem Zeitpunkt schickte sich sein vier Jahre älterer Landsmann Arnaud Tonus an, den Grand Prix zu gewinnen. Doch am Ende setzte sich der Slowene Tim Gajser durch und gewann den zweiten Lauf vor dem Franzosen Romain Febvre und Jeremy Seewer. Obwohl der Schweizer in Kegums am Ende nicht auf dem Podium stand, schob er sich in der WM-Gesamtwertung um einen Platz auf Rang drei vor. Die Ursache dafür war seine gute Leistung und Rang drei im zweiten Lauf.

Am nächsten Wochenende macht die Motocross-Weltmeisterschaft in Teutschenthal Station, bevor es am 7. Juli nach Indonesien geht. Nachdem die Ausrichter des schweizerischen Grand Prix in Frauenfeld ihr Rennen zurückgegeben haben, ist Teutschenthal der einzige WM-Lauf im deutschsprachigen Gebiet.

In Gaildorf heißt es jetzt für das ADAC-MX-Masters-Gastspiel am 10. und 11. August die Daumen zu drücken. Freuen dürfen sich die Fans auf Tabellenführer Tanel Leok aus Estland und den Zweitplatzierten Dennis Ullrich aus dem deutschen Kämpfelbach. Auch Jeremy Seewer (6.) will in Gaildorf an den Start gehen. Das gilt auch für den Österreicher Pascal Rauchenecker (4.) und den bis dahin hoffentlich wieder genesenen Niederländer Jeffrey Herlings (8.).

Das könnte dich auch interessieren:

WM-Rennen werden immer schneller


Die Schallmauer von einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde wurde beim WM-Lauf im russischen Orlyonok erstmals durchbrochen (Quelle: Speedweek).

Durchschnittsgeschwindigkeit
der WM-Rennen im Jahr 2019:

Argentinien, Neuquén 58,4 km/h
England, Matterley Bassin 49,8 km/h
Niederlande, Valkenswaard 59,7 km/h
Italien, Trentino 52,9 km/h
Italien, Mantova 45,6 km/h
Portugal, Águeda 55,0 km/h
Frankreich, Saint Jean 51,9 km/h
Russland, Orlyonok 62,6 km/h
Orlyonok im Jahr 2018 54,7 km/h