Tischtennis-Verbandsliga „Wir haben dieses Spiel abgehakt“

Die Damen I des TSV Untergröningen mit (von links) Amelie Fischer, Miriam Kuhnle, Nina Feil und Laura Henninger sind das mit Abstand jüngste Team in der Tischtennis-Verbandsliga.
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Gero Henninger engagiert sich für das Tischtennis in Untergröningen.
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Klaus Rieder
Die Damen I des TSV Untergröningen können beim entscheidenden Spiel um den Titel in der Verbandsliga nicht in Bestbesetzung antreten. Gero Henninger zum Disput mit dem Verband.

Gero Henninger arbeitet eher etwas im Hintergrund bei der Tisch­tennis-Abteilung des TSV Untergröningen. Sein Engagement, für das er erst vom Württembergischen Landessportbund mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet wurde, ist ein Bestandteil der Untergröninger Erfolgsgeschichte im Tischtennis.

Der TSV Untergröningen führt die Tabelle in der Verbandsliga an. Dort hatten Sie das Team zu Saisonbeginn nicht unbedingt erwartet.

Gero Henninger: Das ist richtig. Nachdem wir in der vergangenen Spielzeit fast bis zum Ende der Saison gegen den Abstieg gespielt haben, war die Zielsetzung für die aktuelle Runde, den Klassenerhalt mit der jungen Mannschaft zu schaffen.

Wann haben Sie erkannt, dass der Blick nach oben in Richtung Aufstiegsplätze gehen muss?

Nachdem wir die ersten Spiele der Rückrunde relativ klar gewinnen konnten, kam die Mannschaft in einen Lauf, bei Heimspielen unterstützt von einem fantastischen Publikum. Diese Stimmung hat die Mannschaft zusätzlich motiviert. Hinzu kam, dass sowohl Amelie Fischer als auch Miriam Kuhnle sich sehr gut entwickelt haben und sehr konstant auf hohem Niveau spielen. Diese Entwicklung konnte man in dieser kurzen Zeit nicht unbedingt erwarten, freut uns aber sehr.

Zum Spiel am Sonntag in Neckars­ulm: Bei einem Unentschieden geht der Zweikampf weiter und am Ende könnte die Spiele-Differenz entscheiden. Ist es da ein Vorteil, dass am letzten Spieltag Neckarsulm schon am Samstag in Reutlingen antreten muss, Untergröningen aber erst am Sonntag in Satteldorf?

Das ist unerheblich. Neckarsulm und wir gehen als Favoriten in die Begegnungen in einer Woche. Bei dieser Ausgangsposition ist das morgige Spiel in Neckarsulm der Showdown. In diesem Spiel können wir aus bekannten Gründen nicht in Bestbesetzung antreten. Bei realistischer Betrachtung haben wir dann keine Chance auf einen Punktgewinn. Dieses Spiel haben wir mehr oder weniger abgehakt.

Sie sagen, der Verband habe durch die Nominierung von Amelie Fischer für die Landesauswahl um den Deutschlandpokal in den sportlichen Ablauf der Saison eingegriffen und somit in die Meisterschaft. Der Verband sagt nun, die Austragung des Deutschlandpokals zu diesem Termin sei vor der Saison bekannt gewesen. Auch käme die Nominierung von Amelie Fischer nicht unerwartet. Warum hat sich Untergröningen nicht schon vor Saisonbeginn um einen anderen Termin für das Spiel in Neckarsulm bemüht?

Das ist aus meiner Sicht eine nicht haltbare Aussage des Verbandes. Sollen wir prophylaktisch ohne eine definitive Nominierung eine Spielverlegung beantragen, mit der Begründung: „Es könnte sein“? Auch sind für Spielverlegungen sehr enge Zeitfenster gesetzt. Und dann ist dies zusätzlich davon abhängig, ob der Gegner gewillt ist respektive ein Ersatztermin gefunden werden kann. Die Nominierung erfolgte per Mitteilung am 14. März an die Spielerin beziehungsweise Eltern. Die Vereine werden hierüber gar nicht informiert. Nachdem uns die Nominierung durch die Eltern weitergeleitet wurde, haben wir am 17. März den Antrag auf Spielverlegung an den Klassenleiter gestellt und uns nach dessen Aufforderung am 18. März an Neckars­ulm gewandt. Hier versucht der Verband, den Schwarzen Peter dem Verein zuzuschieben. Unklare Regelungen und Regelauslegungen sowie eine mehr als unglückliche Terminierung liegen nicht im Verantwortungsbereich der Vereine. Es ist normal, dass im April die entscheidenden Spiele anstehen und dann erwarte ich als Verein, dass dies verbandsseitig auch berücksichtigt wird. Wenn nach Aussage des Verbandes die aktuelle Nominierung von Amelie Fischer zu erwarten war, weshalb gibt es dann keine frühzeitige Mitteilung?

War dies jetzt ein Einzelfall?

Es war bereits der zweite Fall dieser Art in dieser Saison. In der Vorrunde wurde Amelie Fischer kurzfristig für ein Turnier nominiert und wir konnten daher am 2. Dezember gegen Lützenhardt nicht in Bestbesetzung antreten und verloren mit 4:8. Eine Verlegung war nicht möglich, Pech für Untergröningen.

Der Verband sagt, dass bei einer Nominierung für den Deutschlandpokal eine Spielverlegung nur mit Zustimmung des Gegners möglich ist. Neckarsulm will nicht zustimmen. Dem Verband sind hier doch die Hände gebunden ...

. . . dies sehe ich nicht ganz so. Der Verband muss den Terminplan so gestalten, dass es keine Terminkollisionen gibt. Wenn dies nicht möglich ist, dann sind Regelungen zu schaffen, die eine Benachteiligung des betroffenen Vereins ausschließen. Wenn sich Vereine nicht einigen, könnte der Verband das betreffende Spiel zu einem neuen Termin ansetzen und wenn der Heimverein an diesem Tag kein Spiellokal zur Verfügung hat, dann gegebenenfalls in neutraler Halle. Um an dieser Stelle eines klarzustellen: Ich kenne die handelnden Personen beim Verband zum Teil persönlich, sowohl den Geschäftsführer Thomas Walter als auch den Sportreferenten Wolfgang Laur und schätze deren Arbeit sehr. Das Thema Nominierung und die in diesem Zusammenhang stehenden Regelungen zu Spielverlegungen sind jedoch kein neues, sondern ein ungelöstes Problem. Ich sehe es als dringend geboten an, dass sich die Verbandsgremien dieser Sache annehmen und eine Regelung im Sinne der betroffenen Vereine finden.

Spielt bei der Haltung von Neckars­ulm auch Ihre Haltung beim Rückrundenspiel gegen Amtzell eine Rolle, wie der Verband anführt? Dort hatten Sie ja einer Verlegung letztlich nicht zugestimmt und das Spiel mit 8:0 gewertet bekommen.

Das ist reine Spekulation. Amtzell hatte uns nach einer Spielverlegung gefragt, da sie zum Spieltag nicht alle Spielerinnen zur Verfügung hatten. Wir konnten das Spiel nicht verlegen, da der Termin entweder vom Spiellokal nicht möglich war oder wir nicht in Bestbesetzung hätten antreten können. Ich denke, es ist nachvollziehbar, dass wir ein Spiel nicht verlegen, damit der Gegner in Bestbesetzung antreten kann und wir das Spiel mit Ersatz bestreiten müssen. Amtzell hat im Übrigen drei Damen-Mannschaften und hätte unserer Meinung nach auch mit Spielerinnen aus der zweiten oder dritten Mannschaft nach Untergröningen fahren können.

Vor diesem Hintergrund: Erwarten Sie eine aufgeladene Atmosphäre für das Spiel in Neckarsulm?

Nein, da halten wir den Ball dann mal flach.

Der Verband brachte eine vorgezogene Rückkehr von Amelie Fischer von der Landesauswahl am Samstag ins Spiel.

Diese Information habe ich dem Bericht in der Rundschau entnommen, vonseiten des Verbandes wurde zu diesem Thema keinerlei Kontakt mit uns aufgenommen.

Der TSV Untergröningen stellte in dieser Saison das mit Abstand jüngste Team der Liga. Das lässt doch – sollte es mit der Meisterschaft oder dem Aufstieg über die Relegation nicht klappen – für die kommende Saison hoffen.

Schauen wir mal.

Steckbrief Gero Henninger

Geburtstag: 25. März 1967
Geburtsort: Schwäbisch Gmünd
Familienstand: verheiratet
Hobby: Tischtennis
Bisherige Stationen: Herren 1 des TSV Untergröningen