Die Badminton-Teams starten am Wochenende in die Rückrunde.  Der erste Teil der Saison lief bei den vier Mannschaften der TSF Gschwend schon fast erwartungsgemäß eher schlecht. Abteilungsleiter Hermann Mantel setzte schon vor der Saison seine Hoffnungen auf ein Ende der Verletzungsmisere mit Beginn der Rückrunde.

Wie beurteilen Sie die öffentliche Wahrnehmung des Badminton-Sports in Gschwend?

Hermann Mantel: Recht positiv. In Gschwend weiß man, was Badminton ist. Die Leistungsfähigkeit unserer kleinen aber feinen Abteilung wird durchaus gesehen und respektiert. Und das nicht nur vereinsintern . . .

. . . und darüber hinaus?

Ich denke, dass das auch nicht nur gemeindeintern so ist, sondern auch über die Gemeindegrenzen hinaus geht, was auch durch zahlreiche Abteilungsmitglieder unterstrichen wird, die nicht aus Gschwend stammen, sondern aus den umliegenden Gemeinden kommen.

Vor mehr als 25 Jahren begannen die beiden übriggebliebenen „Restturner“ mit Federball,  wie Sie es gerne umschreiben. Zusammen mit Jürgen Bauer haben Sie den Gschwender Badminton­sport damals quasi gegründet. Wie hat sich der Badmintonsport seither weiterentwickelt?

Sehr positiv. Wir haben uns mittlerweile zu einer kleinen „Hochburg“ im Ostalbkreis entwickelt, zumindest was die Anzahl der aktiven Mannschaften und der Jugendspieler anbelangt.

Damals gab es in Gschwend noch keine Sporthalle. Es wurde in der Gemeindehalle gespielt. Ging es da sehr eng zu?

Ja, äußerst eng! Heute haben wir neun Felder zur Verfügung, damals hatten wir ein Doppel- und ein Einzelfeld. Mehr Platz hatten wir damals nicht. Trainiert wurde etappenweise: die einen spielten auf den Feldern, während die anderen am Rand oder auf der Bühne Schlagübungen machten. Oder – wenn alles schon besetzt war – einfach nur den anderen zuschauten und auf den Wechsel warteten. Die Enge der Halle versuchten wir durch eine höhere Zahl von Trainingsabenden wieder auszugleichen.

War die enge Halle nicht auch ein Heimvorteil in den Spielen?

Teilweise schon. Mannschaften, denen die Halle fremd war, benötigten immer eine Weile, bis sie sich darauf gestellt hatten, vor allem bezogen auf die doch geringe Hallenhöhe.

Also doch ein kleiner Vorteil?

Ich weiß nicht. Vielleicht. Aber: Unter dem Strich konnte dieser „Vorteil“ an den Spieltagen die vielen Nachteile des Trainings nicht aufwiegen.

Wie bedeutend war die neue Halle für den Leistungsaufschwung, der ihre erste Mannschaft bis in die Württemberg-Liga führte?

Ab 2006 ging‘s deutlich bergauf. Wir bekamen deutlich mehr Mitglieder. Wir konnten konzentrierter und effektiver trainieren und wurden auch für Spieler aus anderen Vereinen interessant. Einige wollten in Gschwend spielen –  und sind noch heute dem Verein erhalten geblieben.

Blicken wir auf den morgigen Spieltag: Hat sich die angespannte Personalsituation in den vier Gschwender Badminton-Teams zum Rückrundenstart wie erhofft verbessert?

Ja. Zumindest sieht es bis jetzt ganz gut aus. Alle Mannschaften können fast in Idealbesetzung antreten. Hoffen wir, dass das so bleibt.

Wie schätzen Sie die Chancen auf den Klassenerhalt der Gschwender Teams ein?

Die erste und zweite Mannschaft müssen kämpfen, wobei ich der ersten recht gute Chancen einräume und den Klassenerhalt durchaus zutraue. Die zweite hat’s da schwerer. Dennoch ist auch hier noch nicht alles verloren. Vom spielerischen Potenzial her gesehen müsste es möglich sein, allerdings müssen die Punkte jetzt auch gemacht werden. Die dritte, da bin ich überzeugt, wird die Klasse halten.

Die erste Mannschaft steckt im Abstiegskampf der Verbandsliga und erwartet morgen das Tabellenschlusslicht Schorndorf III. Ist dies ein Schlüsselspiel?

So könnte man es ausdrücken. Wenn Schorndorf aufstellungstechnisch nichts ändert, werden wir bestimmt wieder gewinnen. Allerdings kann Schorndorf auf  einen großen Spielerpool zurückgreifen. Warten wir es einfach ab. Schorndorf ist manchmal eine kleine „Wunderkiste“.

Und wenn die Partie verloren geht? Beschäftigt Sie diese Frage?

Bisher bin ich voll überzeugt, dass wir gewinnen werden. Wir blicken nach vorne. Unser Ziel ist der Klassenerhalt!

Sorgen bereitet auch die zweite Mannschaft, Tabellenletzter in der Landesliga. Nun geht’s heute zum Tabellendritten Esslingen. Eine unlösbare Mammutaufgabe?

Esslingen ist mit Sicherheit kein leichter Gegner – trotzdem sind wir nicht chancenlos. Wichtig sind aber Siege gegen die Mannschaften in unserer Punkteregion, wie Göppingen, Feuerbach, Gerlingen und Kirchheim.

Gesetzt den Fall, die erste und die zweite Mannschaft der TSF steigen ab: Wie ginge es dann mit der Badminton-Abteilung weiter? Wäre das nur ein Beinbruch oder stünde da dann mehr in Frage?

Bisher gehe ich davon aus, das wir mit allen Mannschaften den Klassenerhalt schaffen . . .

. . . und wenn nicht?

Sollte dies nicht der Fall sein, wird die Welt auch nicht untergehen. In jedem Verein, in jeder Sportart und bei allen Mannschaften oder Einzelsportlern gibt es Phasen, wo es mal besser und mal schlechter klappt. Gute und schlechte Zeiten eben. Mit dem muss man leben, an dem muss man arbeiten und versuchen, immer wieder das Beste aus allem raus zu holen. Ob das gelingt, die Zukunft wird es zeigen.

Steckbrief Hermann Mantel


Geburtstag: 20.02.1958
Geburtsort: Gaildorf
Wohnort: Gschwend
Familienstand: verheiratet
Beruf: Lehrer – Kaufmännische Schule Aalen
Hobbys: Sport (Sportart fast egal)
Bisherige Stationen: als Trainer seit dem 14. Lebensjahr zuerst im Turnen – ab 1990 zuerst parallel zusätzlich im Badminton, später dann nur noch im Badminton (im Jugend- und im Aktivenbereich)
Größte sportliche Erfolge: Im Turnen, Leichtathletik, Skilanglauf, Crosslauf und Badminton eine Reihe von Titeln auf Kreis- und Bezirksebene,