Das kalte Norwegen war am Samstag für den deutschen Handball kein gutes Pflaster. Während die deutsche Nationalmannschaft der Männer bei der Europameisterschaft im Gruppenspiel gegen Spanien eine Pleite erlebte, wehrte sich der deutsche Frauenmeister SG BBM Bietigheim im EHF-Cup bei Storhamar Handball Elite, verlor aber unglücklich mit 32:33. Dabei wurde der Mannschaft von Trainer Martin Albertsen trotz der 32 erzielten Treffer die unzureichende Chancenverwertung zum Verhängnis. Der Siegtreffer für die Norwegerinnen fiel in der letzten Sekunde.

Die SG BBM wollte sich nach dem Viertelfinal-Aus im deutschen Pokalwettbewerb bei Borussia Dortmund ein Erfolgserlebnis holen, doch daraus wurde nichts. In einem engen und in der Schlussphase spannenden Spiel bezog die Mannschaft von Trainer Martin Albertsen im zweiten Gruppenspiel die erste Niederlage. Für Storhamar war es der erste Sieg. Im Parallelspiel holte sich das dänische Team von Herning-Ikast mit einem 25:20 beim HC Lada den zweiten Sieg nach dem Auftakterfolg gegen Storhamar. Herning-Ikast ist am Samstag (19.30 Uhr) in der Ludwigsburger MHP-Arena Gast der Bietigheimerinnen.

Kudlacz-Gloc erzielt acht Tore

Wieder dabei war im Team der SG BBM Weltmeisterin Angela Malestein, weiter wegen Krankheit gefehlt haben Luisa Schulze und Fie Woller. Groß aufgetrumpft hat im Bietigheimer Rückraum Karolina Kudlacz-Gloc, die acht Treffer erzielte. Die Gäste fanden dagegen keine Mittel, um Emile Hovden und Kristin Venn zu stoppen. Beide erzielten je neun Treffer für die Norwegerinnen. Die 33 Gegentore waren eine zu große Hypothek. Dabei wären mehr eigene Treffer möglich gewesen. Bietigheim überzeugte aber kämpferisch und spielte streckenweise gut. „Es war eine enttäuschende und vermeidbare Niederlage“, meinte denn auch SG-Coach Albertsen.

Die Gastgeberinnen starteten schwungvoll. Nach einem Zwei-Tore-Rückstand gingn die Gäste durch einen verwandelten Siebenmeter vn Kim Naidzinavicius mit 6:5 in Führung. Nach einem erneuten Rückstand und einem 8:8 sorgten Naidzinavicius und Malestein für einen 10:8-Vorsprung . Bei Halbeit lag Storhamar in der ausgeglichenen und torreichen Partie mit 18:17 wieder vorne. Maßgeblich an der Pausenführung beteiligt war die starke Torfrau Stine Liden, die mehrfach Würfe der SG abwehrte und so Gegenstöße einleitete.

Die Gastgeberinnen setzten sich anfangs der zweiten Hälfte auf drei Tore ab (23:20, 24:21). Doch Bietigheim erkämpfte sich nach einer weiteren Auszeit beim 27:27 wieder den Ausgleich, den Kudlacz-Gloc erzielte. Die Polin brachte ihr Team mit 28:27 auch nochmals in Führung. Die wechselte wie so häufig in diese Partie, die zu einem offenen Schlagabtausch avanciert war.

Eckerle wehrt erst noch ab

In den dramatischen Schlussminuten war esbei Storhamar  vor allem Vonn, die voran ging und ihre Mannschaft mitriss. Als Antje Lauenroth 30 Sekunden vor Spielende zum 30:30 ausgeglichen hatte, schien Bietigheim von der Reise nach Norwegen wenigstens mit einem Punkt zurückzukehren. Storhamars Trainer Magnus Johansson hatte noch eine Auszeit in der Hinterhand, zog den Joker und bereitete sein Team auf den letzten Angriff vor. Den schloss Hovden ab, SG-Torhüterin Dinah Eckerle parierte den Wurf, war dann aber machtlos, als Ellen Marie Folkvord nachsetzte und den Siegtreffer mit ihrem fünften Tor erzielte.

Das nächste Spiel auf dem umfangreichen Programm der SG BBM Bietigheim findet am Mittwoch (20 Uhr) in der Halle am Viadukt in der Bundesliga gegen den Tabellenletzten Ketscher Bären statt.