Richtig Stimmung war in der Bude beim Schlagerspiel der Eishockey-Landesliga zwischen dem Spitzenreiter VfE Ulm/Neu-Ulm und dem Titelfavoriten ESC Kempten – auch dank der gut 200 mitgereisten Fans der Allgäuer. Doch auch diese Härteprobe meisterten die Devils mit Bravour. Nach dem 3:1 (0:1, 0:0, 3:0)-Erfolg der Gastgeber jubelten vor der Saisonrekordkulisse von 1063 Zuschauern im Eisstadion Neu-Ulm nur noch die Anhänger des weiterhin ungeschlagenen Klassenprimus.

Und ausgerechnet Mannschaftskapitän Martin Jainz, dem in den ersten beiden Dritteln haarsträubende Fehlpässe unterliefen, leitete die Wende im Schlussabschnitt ein. „Das sollte ihm nicht passieren. Aber man kann die Fehler auch entschuldigen. Er spielt eben auch die Risikopässe. Er ist für die Mannschaft aber ein unheimlich wichtiger Spieler auch mit der Ansprache in der Kabine“, betonte Co-Trainer Manfred Jorde.

Vycichlo erzielt Ausgleich für die Devils

Einen Schlagschuss von Jainz konnte Kemptens Schlussmann Danny Schubert, der zuvor die VfE-Stürmer mit seinen Glanzparaden beinahe zur Verzweiflung gebracht hätte, nicht festhalten. Den Abpraller stocherte Dustin Vycichlo (46.) zum umjubelten Ausgleich ins ESC-Gehäuse. Zuvor waren die Gäste, die auf zwei ihrer Top-Stürmer verletzungsbedingt verzichten mussten, durch Fabian Magg (11.) in Führung gegangen. Dabei hatte Devils-Torwart Maximilian Güßbacher aber keine gute Figur abgegeben.

Danach erwies er sich aber mehrfach bei sehr guten Gelegenheiten der Allgäuer als Meister seines Fachs und verhinderte so einen größeren Rückstand. Schon während des zweiten Drittels hatten seine Mannschaftskameraden aber den Ton auf dem Eis angegeben. In trockene Tücher wurde aber der zwölfte Erfolg im zwölften Spiel wieder einmal im fulminanten Schlussabschnitt gebracht. „Das ist Wahnsinn, was die Jungs dann immer wieder abreißen. Der Wille ist einfach da. Der Mannschaft gehört ein Riesenlob“, sprudelte Jorde hervor. Dominik Synek (53.) bei einem erfolgreichen Überzahlspiel und Peter Brückner (59.) brachten mit ihren Treffern den Triumph unter Dach und Fach. Wobei Brückner den Puck nur ins leere Tor einschieben musste, weil Kempten für ein 6:4-Überzahlspiel  (ein VfE-Spieler saß auf der Strafbank) den Schlussmann vom Eis genommen hatte.

Noch ein weiter Weg bis zum Aufstieg für Devils

Die Qualifikation für die Bayernliga-Aufstiegsrunde ist den Devils kaum noch zu nehmen. Doch Träumereien sind verboten. „Als erster in der regulären Runde bist du eben nicht aufgestiegen. Im Januar geht alles wieder neu los“, meinte Jorde. „Das Ulmer Publikum erwartet, wenn du vorne bist, den Aufstieg. Das ist aber noch ein brutaler Weg. Man muss sehen, was andere Vereine mit dem Bus über die Grenze als Spielerverpflichtungen noch einfahren.“ Die neue Transferperiode geht bekanntlich vom 1. Dezember bis 31. Januar 2020.

Viel Mühe beim 4:3 in Pfronten


Mehr Mühe als erwartet hatte der VfE Ulm/Neu-Ulm am Sonntag beim 4:3 (1:2, 1:0, 1:1) nach Verlängerung beim EV Pfronten. „Das war ein Arbeitssieg“, sagte VfE-Sportvorstand Georg Meißner. Michael Simon erzielte nach 130 Sekunden der Verlängerung das Siegtor. Zuvor hatten Tim Tenschert, Petr Ceslik und erneut Simon für die Devils getroffen und drei Mal den Rückstand wieder ausgeglichen.