Rostock / Helen Weible Der ehemalige Urspringer NBBL-Meister feilt im Rostocker Trikot an seinem Comeback. Ehingen muss im drittletzten ProA-Spiel ohne Seger Bonifant auskommen.

Wie sich die Wege einiger Spieler im Basketball-Zirkus immer wieder kreuzen, ist spannend. So auch am Samstagabend (19.30 Uhr/auf airtango.live), wenn das Team Ehingen Urspring in Rostock zu Gast ist und es um eine gute Playoffs-Platzierung geht; oder im Falle der Steeples um das Ticket für die Meisterrunde.

Eine Reise in die Vergangenheit unternimmt der 24-jährige Januar-Neuzugang der Seawolves Kevin Bryant, der in Ulm geboren ist und eine ganze Weile für Ehingen/Urspring gespielt hat. In den Jahren 2011 und 2013 feierte Bryant mit Urspring die U19-Meisterschaft in der NBBL. Aus jener Zeit kennt er eine ganze Handvoll Spieler aus dem aktuellen Ehinger Kader. „In meiner Jugend habe ich immer wieder gegen Dominique Uhl und Gianni Otto gespielt, aber auch Kevin Yebo und Kevin Strangmeyer kennengelernt“, sagt Bryant.

Heißer Bezirksliga-Spieltag: Am Sonntag tritt Ehingen im Verfolger-Duell Dritter gegen Zweiten in Neufra an. Altheim will den Tabellenführer Bad Schussenried ärgern.

Uhl und Otto spielten für Ludwigsburg und seine Namensvetter Strangmeyer in Marburg, und Yebo in Limburg. Irgendwann zog es ihn auch ins Geburtsland des Basketballs, wo er am College weiter heranreifte. Das Schicksal meinte es allerdings weniger gut mit dem 1,94 Meter großen Spieler, der eine deutscher Mutter und einen amerikanischen Vater hat. Beim Probetraining bei den Löwen Braunschweig erlitt er einen Achillessehnenriss. In Rostock arbeitet er jetzt hartnäckig an seinem Comeback.

Aggressiver Verteidiger

Domenik Reinboth, der heutige ProA-Coach, war damals noch im Nachwuchsbereich tätig und hat den Werdegang des Flügelspielers stets verfolgt. „Nach seiner Zeit im US-College hat ihn diese schwere Verletzung zurückgeworfen. Er ist froh, dass er jetzt einen Verein gefunden hat, wo er trainieren kann und seinen Platz findet“, so Reinboth. Er habe in den zwei Partien gegen Hanau und Trier dem Team schon „guten Input“ gegeben. Aber natürlich gehöre er zur zweiten Garde und müsse sich mit wenigen Minuten zufrieden geben. „Er hat bereits aggressiv verteidigt und kann für die Mannschaft noch wichtig werden“, sagt der Ehinger Trainer.

Die Wölfe an sich präsentieren sich nach wie vor bissig, stehen mit zwei Siegen Vorsprung auf Ehingen auf Platz vier. Das Team Ehingen Urspring, aktueller Tabellensiebter, hat noch eine Rechnung aus dem Hinspiel zu begleichen. Die dritte Saisonpartie endete in einer knappen 77:80-Heimniederlage für Ehingen. Wäre es noch länger gegangen, hätten die Steeples eventuell noch den Sieg geholt. Doch weg mit dem Konjunktiv. Am Samstag gilt es, den direkten Vergleich gegen diesen starken Konkurrenten zu sichern. Reinboth geht davon aus, dass seine Mannschaft mit einer „Jetzt erst recht“-Einstellung in die Partie geht. Denn das Team ist von Verletzungspech geplagt.

Elke und Bernd Beck wollen den „Ochsen“ in Kirchbierlingen sanieren. Doch die Stadt ist vom Konzept nicht überzeugt.

Seger Bonifant war im Training beim Zug zum Korb umgeknickt. Eine Untersuchung ergab, dass nichts gerissen oder gebrochen ist, aber ein Einsatz beim Auswärtsspiel blieb ausgeschlossen. „Bei einem Heimspiel hätte man sich noch überlegen können, ob es geht. Eine neunstündige Fahrt tut dem Sprunggelenk nicht gut“, sagt Reinboth, der wenigstens bei Kevin Yebo und RayShawn Simmons Entwarnung geben kann. Beide hätten wieder voll im Training mitgearbeitet. Leider kann der Ehinger Coach auch nicht auf die Nachwuchskräfte zurückgreifen. Franklyn Aunitz hat Rückenprobleme, Lucas Loth Knieschmerzen und Tim Martinez eine Gehirnerschütterung. Einzig Kevin Strangmeyer fährt mit, das hilft aber nicht, die vakante Position von Bonifant zu besetzen. „Das ist die Chance für andere. Wir werden trotz dünner Personaldecke dagegenhalten“, lautet die Marschroute.

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Vier Teams greifen nach den letzten Tickets

Playoffs-Endspurt: Im Kampf um die Playoff-Plätze vier bis acht könnte es im Endspurt der ProA-Hauptrunde noch sehr eng zugehen. Geht man davon aus, dass 16 Siege fürs Playoffs-Ticket reichen, dann stehen Ehingen (15), Trier (15), Karlsruhe (14) und Hagen (14) noch gut im Rennen. Verliert Ehingen in Rostock, stünde es am vorletzten Spieltag zuhause gegen Trier bereits unter Druck, Karlsruhe gastiert am letzten Spieltag in Trier. Außerdem interessant: Trier, Hagen und Karlsruhe müssen alle noch gegen den Zweiten Heidelberg bestehen. Hagen spielt am Samstag in Kirchheim (13), wo Ehingen zum Hauptrundenabschluss gastiert.