London Traurige Janine Berger nach Platz vier im olympischen Sprung-Finale

Auf dem Sprung zu einer ganz Großen: Janine Berger ist bei Olympia nur haarscharf an einer Medaille vorbeigeschrammt - und ärgert sich maßlos. Foto: dpa
Auf dem Sprung zu einer ganz Großen: Janine Berger ist bei Olympia nur haarscharf an einer Medaille vorbeigeschrammt - und ärgert sich maßlos. Foto: dpa
London / WOLFGANG SCHEERER 06.08.2012
Ganz wenig hat gefehlt zur zweiten Ulmer Olympia-Medaille nach Maximilian Reinelts Ruder-Gold. Janine Berger vergoss als Sprung-Vierte Tränen. Sie konnte die Wertung nicht nachvollziehen.

Janine, bei der Siegerehrung nach dem Sprungfinale mussten Sie zuschauen. Die Bronzemedaille hat die Russin Maria Paseka gewonnen mit 15,050 Punkten, nicht Sie mit Ihren 15,016. Und Ihre Tränen sind noch nicht getrocknet. . .

JANINE BERGER: Ich habe doch wirklich so einen guten Wettkampf gemacht. Die Sprünge, die ich gezeigt habe, gehören zu den besten, die mir bisher gelungen sind. Und ich habe meine bisher beste Wertung dafür bekommen. Aber das hilft mir jetzt auch nichts, Wenn einen die Kampfrichter so mies behandeln, wie soll man sich dann darüber freuen, dass man gleich bei der ersten Teilnahme an Olympischen Spielen auf den vierten Platz gekommen ist? Da kann ich momentan ganz einfach nichts dagegen machen.

Wie haben Sie selbst den ersten Sprung der Russin Maria Paseka gesehen, als sie bei der Landung beinahe gestürzt wäre?

BERGER: Ich will da jetzt wirklich nichts Schlechtes über sie sagen. Aber sie ist aus der Landezone mit beiden Beinen einfach zur Seite weg, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren, runter von der Matte. Dass sie dafür dann 15,4 Punkte kriegt, das kann doch wohl einfach nicht sein.

Wieviel müsste Ihrer Meinung nach für so einen Fehler denn abgezogen werden - mindestens ein halber Punkt?

BERGER: Ja, auf jeden Fall ein halber Punkt. Anscheinend war da eine Kampfrichterin, die für Russland war. Was soll ich denn da noch sagen?

Ist der Einzug ins Sprung-Finale und dann der vierte Platz ganz nüchtern betrachtet nicht bemerkenswert stark für eine so junge Turnerin? Sie haben Ihre ganze sportliche Zukunft noch vor sich.

BERGER: Tja, aber wenn hier und jetzt man weiß, dass man eigentlich Dritte gewesen wäre, Bronze gewonnen hätte, wenn die Kampfrichter richtig gewertet hätten, dann ist das doch traurig, oder?

Haben es ganz junge Turnerinnen vielleicht an sich schon schwerer bei den Kampfrichtern?

BERGER: Die Russin ist auch nur ein Jahr älter als ich. Daran kann es kaum liegen. Aber vielleicht waren ja viele Kampfrichter für Russland. Ich weiß es nicht. Da müssen Sie sie selber fragen, warum sie so gewertet haben.

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