Basketball Strafe muss sein

Headcoach des Team Ehingen Urspring, Domenik Reinboth, hat in diesem Jahr zum ersten Mal einen Strafenkatalog eingeführt. Bislang bleibt die Mannschaftskasse aber fast leer.
Headcoach des Team Ehingen Urspring, Domenik Reinboth, hat in diesem Jahr zum ersten Mal einen Strafenkatalog eingeführt. Bislang bleibt die Mannschaftskasse aber fast leer. © Foto: Dave Stonies
Ehingen / FLORIAN ANKNER 06.10.2015
Ordnung und Disziplin muss sein, das sieht auch Steeples Trainer Domenik Reinboth so. Um seinen Vorstellungen Nachdruck zu verleihen, hat er seit dieser Saison einen Strafenkatalog eingeführt.

Zu spät kommen, die Klamotten mit in die Halle nehmen, auf das Handy schauen während des Trainings: Bei den Ehinger Basketballern des Teams Ehingen Urspring soll es das nicht länger geben. Dafür hat Trainer Domenik Reinboth seit dieser Saison einen Strafenkatalog eingeführt. „Ich habe gewisse Vorstellungen und so ein Strafenkatalog verleiht diesen noch mehr Nachdruck“, sagt er.

Strafenkataloge sind im Sport prinzipiell nichts Außergewöhnliches mehr, beinahe jeder Sportverein hat solch einen Maßnahmenkatalog um für mehr Ordnung und Disziplin zu sorgen. Auch Reinboth hatte in seinen früheren Trainerstationen schon Erfahrungen damit gemacht und sieht es für sich selbst auch als Erleichterung an: "Es erleichtert das Trainer Dasein erheblich."

Hatte Reinboth früher von den Jugendmannschaften noch Sprints oder Liegestütze gefordert, geht es für die ProB-Spieler um nichts Geringeres als Geld. Kommt ein Spieler etwa zu spät ins Training, dann muss er zehn Euro in die Mannschaftskasse zahlen. Je nach Schwere des Verstoßes gibt es aber empfindlichere Strafen. So werde ein disqualifizierendes Foul bei einem Spiel deutlich höher sanktioniert. Die höchste Strafe aber gebe es bei einer Tätigkeit unter den Spielern. „Sowas darf es auf keinen Fall geben. Ich habe aber auch keine Bedenken, dass das passieren wird.“ Alleine bei Geldstrafen muss es dabei nicht immer bleiben: „Je nachdem wie mein Gemütszustand ist, lass ich die Jungs zusätzlich auch noch Übungen wie Liegestütze oder Sprints machen“, sagt Reinboth grinsend.

Zwar gebe es auch immer einzelne Spieler, die wenig von solchen Regelungen halten, „doch der Großteil findet das gut.“ So bringe es etwa mehr Struktur, unter anderem ins Training, von dem alle profitieren. „Früher war es normal, dass die Spieler ihre Klamotten und Taschen mit in die Halle gebracht haben. Wenn sie dann etwas getrunken haben, haben sie etwa auf das Handy geschaut“, sagt Reinboth. „Die Spieler sollen sich voll und ganz konzentrieren können, Ablenkungen können wir dabei nicht brauchen.“

Und seine Strafen zeigen Wirkung: „Das mit dem Handy in der Halle kommt eigentlich gar nicht mehr vor“, sagt Reinboth. Auch sonst halten sich die Spieler an den Katalog: „Unsere Mannschaftskasse ist noch fast leer.“ Lediglich das Aufräumen von Flaschen oder Trainingsequipment werde von Spielern ab und zu vergessen. „Das sehe ich aber nicht als undiszipliniert, sondern viel mehr als vergesslich an“, sagt der Trainer.

Bei den Sanktionen geht es Reinboth auch darum, dass die Kommunikation besser wird. „Radi Tomasevic und Tobias Jahn kommen wegen Staus oder dem Kind auch mal zu spät, sie geben aber davor Bescheid“, sagt Reinboth, der in solchen Fällen auch ein Auge zudrückt.

Sollte es die Mannschaftskasse am Ende der Saison hergeben, ist eine gemeinschaftliche Teamaktion geplant.

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