Basketball Steeples vor Gipfeltreffen mit Chemnitz

Ehingen / Helen Weible 08.12.2018

Den besten Basketball, den die 2. Bundesliga ProA derzeit zu bieten hat, wird man ziemlich sicher am morgigen Sonntag in Ehingen zu sehen bekommen. In der Halle am Vanotti-Gymnasium messen sich ab 17 Uhr das Team Ehingen Urspring, aktuell Tabellendritter, und das Nonplusultra der Liga, die Niners Chemnitz.

Dass die Gäste da oben stehen, ist nicht weiter verwunderlich. Die Sachsen wollen in die erste Etage aufsteigen und da ist es berechtigter Anspruch, ganz vorne mitzumischen. Dass die Gastgeber da oben stehen, ist bereits eine Sensation. Denn Ehingen/Urspring mit seinem kleinen Etat und geringen wirtschaftlichen Möglichkeiten gehört seit ehedem zu den Außenseitern.

Doch diese Saison bieten die Verantwortlichen eine Mannschaft auf, die Vieles in den Schatten stellt. An Effektivität und Korbvorlagen ist das Team Ehingen Urspring nicht zu toppen. Zu einer sehr guten, konstanten Mannschaftsleistung gesellen sich erstklassige Individualisten wie Kevin Yebo (mit 17,6 Punkten zweitbester Scorer und bester Rebounder), Tanner Leissner (mit 16,7 Punkten vorne dabei), und natürlich RayShawn Simmons (9,2 Assists).

Auf Heimstärke setzen

Vier Siege in Serie, zuletzt ein überzeugender 113:100-Auswärtssieg in Paderborn, sprechen für sich. Zudem schickten die Steeples schon fünf Gegner als Verlierer nach Hause. Die letzten fünf Heimspiele hat das Team von Trainer Domenik Reinboth gewonnen. Sollten sie dieses Duell für sich entscheiden, würde dies aber einer Sensation gleichen. „Die Chemnitzer haben nur wenig Schwächen und agieren sehr variabel. Das macht es so schwer, sie zu verteidigen“, sagt Reinboth, für den es auch keine Rolle spielt, wie verletzungsgebeutelt diese Topmannschaft ist.

In der Tat kann Chemnitz die Ausfälle von Lukas Wank (Bandscheibenvorfall), Matt Vest (Mittelhandbruch) und Ivan Elliot (Schulterverletzung) gut kompensieren. Vor Wochenfrist setzten sich die Niners zwar nicht so hoch wie sonst, aber dennoch beachtlich mit 73:68 in Hanau durch. Hier musste Neuzugang Joshua Fortune trotz Jetlag von Anfang an spielen und lieferte gleich 12 Punkte ab. Kapitän Malte Ziegenhagen, der sichere Dreierspezialist, hat die Mannschaft mit seinen 16 Zählern getragen. Auch der New Yorker Guard Matthew Scott steigert sich von Partie zu Partie und ist hochmotiviert. „Jeder kann alles. Sie werfen extrem gut, sie bewegen sich und den Ball sehr schnell“, betont der Ehinger Coach. Für seine Mannschaft geht es darum, wachsam zu sein.

Virgil freut sich über Erfolg

Fast 33 Minuten ackerte beim Hanau-Spiel auch der ehemalige Urspring-Akteur Virgil Matthews – und das mit seinen 35 Lenzen. Der US-Aufbauspieler genießt seine womöglich letzten Jahre mit diesem Erfolgsteam und zeigt Empathie für seinen Ex-Klub: „Ich weiß, was das Team alles durchstehen musste, um die Liga zu halten. Darum ist es richtig toll, wie es gerade bei Ehingen läuft“, sagt Matthews, der mit vielen Freunden von damals noch in engem Kontakt steht. Wie dieses Spiel ausgehen wird, kann auch einer der Zweitliga-Urväter nicht sagen: „Wir versuchen, fokussiert zu bleiben und all das zu machen, was wir bisher gut gemacht haben“, so der Amerikaner.

Im Prinzip stellt es Chemnitz noch cleverer an als Ehingen: Die Niners verteidigen sehr gut als Team, schalten rasant um und erzielen die Punkte aus allen Lagen. Mit der Unterstützung des Ehinger Publikums könnte es dennoch das erwartet enge Spektakel werden, das sich alle Fans wünschen.

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