Basketball 2. Bundesliga Steeples feiern grandiosen Overtime-Sieg

Tanner Leissner war mit 29 Punkten und neun Rebounds effektivster Ehinger Spieler in Paderborn.
Tanner Leissner war mit 29 Punkten und neun Rebounds effektivster Ehinger Spieler in Paderborn. © Foto: Emmenlauer
Paderborn / Helen Weible 03.12.2018

Basketball lehrt einen Vieles. Niemals aufzugeben beispielsweise und stets an sich zu glauben. Gerade deswegen ist es „unglaublich“, was Domenik Reinboths Mannschaft in Paderborn geschafft hat. Bei den Uni Baskets lag das Team Ehingen Urspring eineinhalb Minuten vor Ende mit acht Punkten zurück, kam aus einer Auszeit – und machte schließlich alles richtig: Tim Hasbargen klaute sich den Ball und bediente Mitspieler Kevin Yebo, welcher mit einem krachenden Alley-Oop-Dunk die Einheimischen in Schockstarre versetzte.

Es stand 77:73 und Ehingen nutzte die restlichen Sekunden, um das Spiel in die Verlängerung gehen zu lassen. Paderborn stand neben sich, Yebo, Seger Bonifant verwarfen zunächst aus der Distanz, Ray Simmons versenkte den Ball mit der ablaufenden Uhr in den Reusen: der Dreier zum 77:77. Danach folgte eine erste ausgeglichene Overtime (16:16) und letztlich eine deutliche zweite, die die Steeples mit 20:7 und damit das zwölfte ProA-Spiel mit 113:100 gewannen.

„Paderborn haben unsere Aktionen in den letzten Minuten das Genick gebrochen. Das kratzt am Selbstbewusstsein einer Mannschaft“, erklärte der Ehinger Trainer. Mit Stolz beschrieb Reinboth die Overtime-Minuten, in denen sein Team „eine Charakterleistung“ gezeigt und sich in einen „Rausch“ gespielt habe. Die Ehinger Delegation von 16 Leuten – drei fleißige Trommler-Fans seien hier mitgezählt – habe dazu beigetragen, dass alles so wunderbar funktioniert habe.

Das Team Ehingen Urspring übertraf sich mit dem vierten Sieg in Serie und dem zweiten Auswärtserfolg einmal mehr selbst. Tabellenplatz vier und einen Vorteil gegenüber Teams aus der mittleren bis unteren Tabellenhälfte sind der Lohn. Die Begegnung mit dem ungeschlagenen Tabellenführer am kommenden Sonntag wird zum „heißesten“ Spiel, das die ProA zu bieten hat. „Das wird ein Leckerbissen“, freute sich Reinboth schon jetzt.

In der Maspernhölle von Paderborn zeigte sich eindrucksvoll, wie die jungen Schwaben wieder einen „Schritt nach vorne“ machten – vor allem charakterlich, wie der Ehinger Coach betonte. Die ersten zwei Viertel hatten die Gastgeber mehr von der Partie, führten meist und spielten den strukturierteren Basketball. Nach vier Minuten brachte ein Dreier von Leissner die Gäste erstmals mit 12:9 in Führung. Dann kam der routinierte Center Martin Seiferth rein und verdarb Ehingen den Spaß. Seine sechs Punkte brachten den Hausherren die knappe 21:19-Führung. Ein 6:0-Lauf am Anfang eines offensivschwachen, zweiten Viertels, welcher Ehingen mit acht Punkten ins Hintertreffen brachte (27:19), zwang Reinboth zur ersten Auszeit. Der Rückstand vergrößerte sich noch (37:27/17.), doch rechtzeitig vor der Pause schalteten die Steeples in den Aufholmodus per 8:0-Lauf.

Im dritten Durchgang war wichtig, dass Ehingen bei den Rebounds aufholte und auch die Dreier fielen. Dennoch lagen die Gäste nur kurz in Front (52:51/27.) und konnten sich keinen Vorsprung erspielen. Connor Woods gefürchtete Dreier brachten den Gastgebern dann den eingangs erwähnten komfortablen Vorsprung im Schlussabschnitt. Während die Uni Baskets bereits vorzeitig als Sieger gefeiert wurden und die Zuschauer aufstanden und klatschten, gab sich die Ehinger Mannschaft nicht geschlagen. Angeführt vom Spieler des Monats, RayShawn Simmons, meldeten sich die Steeples temporeich und siegeshungrig zurück.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel