Sport Tennis: Star-Besuch von Michi Berrer

Der Ex-Profi Michael Berrer ist auch mit 37 Jahren noch topfit und eine echte Hausnummer für jeden Gegner.
Der Ex-Profi Michael Berrer ist auch mit 37 Jahren noch topfit und eine echte Hausnummer für jeden Gegner. © Foto: Eibner
Ehingen / Helen Weible 27.06.2018
Der Stuttgarter Michael Berrer war einst die Nummer 42 der Tennis-Welt. Der „schwäbische Maestro“ spielt er für den TV Reutlingen 2 und kommt am Sonntag zum TC Ehingen.

Allgemeine Aufgeregtheit herrschte bereits am Dienstagabend, als nach einem Gespräch mit dem Reutlinger Mannschaftsführer die gute Nachricht kam: „Michael Berrer wird mit ziemlicher Sicherheit in Ehingen spielen.“ Das sagte Peter Mayer-Tischer am Telefon zu TCE-Cheftrainer Jiri Heinisch – und die Freude darüber stieg minütlich an.

Michael Berrer ist ein grandioser Spieler aus Baden-Württemberg, der die große Tennis-Bühne mit all seinen Stars betreten hat und dennoch total am Boden geblieben ist. Der 37-Jährige ist nahbar wie kein anderer und spielt trotzdem immer noch im Nachgang seiner wunderbaren Karriere ein Wahnsinns-Tennis. Alle Ehinger Tennis-Fans, die am Sonntag nichts Besseres vorhaben, sollten sich auf die Anlage des TC Ehingen begeben. Hier steigt das Württembergliga-Duell mit dem TV Reutlingen 2 – und mit „Stargast“ Michi Berrer.

„Dass wir so gute Spieler auf unserer Anlage haben, ist schon etwas Besonderes“, sagt Heinisch und freut sich ein wenig wie ein Kind auf Weihnachten auf dieses Wochenende. Denn nicht nur Berrer, alle Reutlinger sind Top-Akteure mit der höchsten Leistungsklasse. Selbst die Nummer sechs, Nico Hornitschek, findet sich in der deutschen Rangliste wieder. „Er ist die Nummer 310“, weiß Heinisch genau, mit welchem Kaliber er es zu tun bekommt. Stephan Hoiss beispielsweise, der an Position eins auf
Karel Vesecky treffen könnte, ist die Nummer 36 der besten Spieler Deutschlands. Angesichts der enormen Qualität der Reutlinger Bundesliga-Reserve stehen die Chancen auf Sieg-Punkte eher schlecht für die Ehinger. Damit kann der TCE und Heinisch aber leben: „Es ist schwierig gegen so eine Mannschaft, aber wir freuen uns auf gute Matches. Auch wenn wir klar verlieren werden, wir wollen es am Sonntag genießen.“ Auch im Doppel sei es fast ausgeschlossen, etwas zu reißen: „Berrer gewinnt überall“, meint Heinisch wertschätzend. Er und seine Teamkollegen Petar Trendafilov, Markus Bartosch, Maximilian Boewer-Stelter und Christopher Waite sind fit und motiviert. Auch am vergangenen Sonntag in Doggenburg bei der 3:6-Niederlage habe man nicht schlecht ausgesehen. „Wir waren gut dabei, ein paar Punkte haben eben gefehlt, ein paar Breaks haben wir nicht gemacht“, sagt Heinisch. Dafür lag das Glück am ersten Spieltag mit dem 5:4 gegen Geroksruhe bei den Ehingern.

Reutlingen hat das Stadt-Derby zum Saisonauftakt mit Markwasen 5:4 für sich entschieden und zuletzt gegen Böblingen einen klaren 7:2-Sieg – ganz ohne Berrer – gefeiert. Im Kampf um die Spitze mit Doggenburg und Leingarten dürfte sich der TV 2 jetzt ins Zeug legen.

Die Ehinger Verbandsliga-Damen spielen am Sonntag auswärts beim TC Leinfelden-Echterdingen, welche bislang noch keinen Erfolg verbuchten.

Auge in Auge mit den ganz Großen

Der Stuttgarter
Michael Berrer hat sie in seiner Karriere alle gespielt. Auch wenn der sympathische Schwabe nie in einem Grand­slam-Endspiel stand, so lieferte er sich Matches mit den ganz Großen: Im Linkshänder-Duell stand er Rafael Nadal 2015 in Katar gegenüber, Andy Murray unterlag er in der dritten Runde bei den French Open 2011 – ein Highlight seiner Profi-Karriere. Am 24. Mai 2010 erreichte er mit Platz 42 seine Top-Position in der ATP-Hackordnung. 2016 beendete er seine Karriere bei den Deutschen Meisterschaften in Biberach, wo er sich den Titel holte. Seitdem widmet sich der Sportpsychologe seiner Familie und spielt hochklassig für den TV Reutlingen. hel

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