Leichtathletik SG Dettingen und die Erfolge

Training mit Annika Schepers im Stadion: Karolina Bloching un Anna-Maria Fiesel (rechts) bei Sprintübungen.
Training mit Annika Schepers im Stadion: Karolina Bloching un Anna-Maria Fiesel (rechts) bei Sprintübungen. © Foto: Helen Weible
Dettingen/Ehingen / Helen Weible 21.07.2018

Wenn ein Kind in Dettingen groß wird, dann gibt es zwei Wege, welche es sportlich einschlagen kann: Fußball oder Leichtathletik. Meistens läuft es so, dass Jungs dem runden Leder nachjagen, während Mädchen mit Mehrkampf beginnen – und gleich ihre Freundinnen mitbringen. Bei der SG Dettingen trainieren insgesamt 70 Kinder und Jugendliche. Der Nachwuchs geht tatsächlich nie aus. Durch Aktionen des Verbandes wie zuletzt mit über 300 Schülern im Ehinger Stadion, stranden zusätzlich interessierte Kinder bei der SG Dettingen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass manch’ ein Talent für Schlagzeilen sorgt, was den verhältnismäßig kleinen Verein an der Donau schmückt. Gerade im Schülerleistungsbereich ist die SG stark aufgestellt und schafft es stets unter die Top 30 der besten Vereine im Württembergischen Leichathletik-Verband (WLV).

Dettingens Beste ist aktuell Annika Schepers. Sie zählt zur deutschen Spitze der unter 18-Jährigen. Noch Anfang des vergangenen Jahres war sie neben der vier Jahre älteren Kerstin Steinle gestanden – beide starke Siebenkämpferinnen mit Erfolgen bei Deutschen Meisterschaften.Inzwischen widmet sich Steinle einem dualen Studium, Schepers ordnet ihrer sportlichen Leidenschaft alles unter. Die Zehntklässlerin des Johann-Vanotti-Gymnasiums bringt das Schulische neben vier Mal Training problemlos im Wochenplan unter. Darüber hinaus coacht sie vor ihrer eigenen Einheit die jüngere Generation – und geht darin voll auf: „Es macht mir Spaß mit den Jüngeren“, sagt die 16-Jährige und leitet Karolina Bloching und Anna-Maria Fiesel bei Sprintübungen an. Die beiden 13-Jährigen, aber auch Katharina Renz (14) empfehlen sich als erfolgreiche Nachrückerinnen. Alle rangieren sie in ihren Diszplinen weit oben in den WLV-Bestenlisten. „Wir versprechen uns was von unseren Talenten“, sagt Siegfried Fieder, der in einem „Zwei-Mann-Betrieb“ mit Sohn Marcel die Trainings und Wettkämpfe koordiniert. Fieder hob vor 13 Jahren den Verein mit Schwerpunkt auf „vielseitigem“ Mehrkampf aus der Taufe. Seitdem läuft es bei der SG Dettingen. Der Spagat zwischen Breiten- und Leistungssport wird gemeistert. Aus 15 Ortschaften schnuppern die Kinder ins Leichathletik hinein.

Schlummernde Talente müssem erkannt werden. „Es kann sein, dass sich eine junge Athletin erst im Mittelmaß bewegt und dann macht es einen Schnackler“, formuliert es Fieder, den es auch nicht wundert, dass vorwiegend Mädchen zum Verein finden. „Koordinativ tun sich die Mädchen gegenüber Jungs leichter“, erklärt der Trainer mit B-Lizenz. Ab den Wintermonaten soll ein weiterer Übungsleiter installiert werden: Ralf Bloching macht derzeit in Albstadt den C-Trainer.

DM in Rostock soll sich lohnen

Der Sommer hält ein paar interessante Termine bereit, vor allem für Annika Schepers. In wenigen Tagen Ende Juli finden die Deutschen Meisterschaften der U18/U20 in Rostock statt. Im Norden soll es mit der Kugel ins Finale der besten Acht gehen, ansonsten „hat sich die weite Anreise für nur drei Stöße nicht gelohnt“, meint Schepers. Ein erneuter Stoß auf ihre Bestweite von 15,36 m mit der Drei-Kilo-Kugel wäre erstrebenswert, denn die Konkurrenz ist stärker als 2017, als Schepers sensationell Dritte wurde. Auch sind es nicht mehr als zwei Jahre und der Umstieg auf die Vier-Kilo-Kugel muss genommen werden. Erste Versuche bei einem Probe-Wettkampf zeigten, dass die 1,83 m große Athletin auch mit diesem Gewicht kein Problem hat.  Doch gilt: „Bis es so weit ist, genieße ich die Dreier“, sagt sie schmunzelnd.

Am letzten August-Wochenende steht die Siebenkampf-DM in Wesel an. Als Beste Baden-Württembergs hat sich die Kaderathletin, die auch jede Woche in Stuttgart mit Stützpunkt-Coach Peter Salzer trainiert, ein einwöchiges Trainingslager in der Schweiz verdient. Wenn ein neues Schuljahr anbricht, dann steckt die Dettinger Leistungsgruppe mittendrin im Besserwerden.

Mit neuem „Dreh“ zu Edelmetall

Annika Schepers hat vor etwa vier Monaten vom „Angleiten“ zum „Drehen“ gewechselt, eine vor allem unter männlichen Kugelstoßern verbreitete Technik. Seit dem Umstieg haben sich die Weiten der 16-Jährigen deutlich verbessert. Mit dem Drehstoß auf 15,12 m in Ulm knackte sie als Einzige die 15-Meter-Marke und sicherte sich im Juni den baden-württembergischen Meistertitel. hel

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel