Alle sprechen gerade darüber, wie man sich zu Hause fit halten kann. Aber kaum einer denkt dabei an die grauen Zellen. Auch die lassen sich derzeit wunderbar trainieren. Schach ist zum Beispiel ein hervorragender Denksport, den jeder betreiben kann. Es bedarf nur eines Brettes und 32 Figuren.

Was das aktuelle Vereinsleben betrifft, so gibt es auch in dieser durchaus lebendigen Nischenabteilung der TSG Ehingen momentan keinerlei Training oder Zusammenkünfte. Der Württembergische Schach-Verband untersagt jeglichen Spielbetrieb. Bis 19. April ist alles abgesagt, geplante Turniere inklusive. Eigentlich klar: Die Herausforderer rücken sich am Tisch eben näher als die vorgegebenen 1,50 Meter. Umso bemerkenswerter, dass in einem Luxus-Hotel im sibirischen Jekaterinenburg die weltbesten Spieler noch bis Donnerstag gespielt haben. Der Schach-Weltverband hatte sich für die Vorgaben hinsichtlich der grassierenden Corona-Pandemie wenig interessiert. Dies nur am Rande.

Strategie und Konzentration gefordert

So schade es aus sozialer Hinsicht auch ist, doch für diese Art des Gehirntrainings muss man sich nicht zusammen an einen Tisch setzen. Ursula Schröttner, Abteilungsleiterin Schach bei der TSG Ehingen sagt: „Das ist das große Plus beim Schach: Man kann es einfach im Internet spielen.“ Für die kleine Partie zwischendurch kann man aus zahlreichen, kostenlosen Spielangeboten gegen den Computer oder andere User wählen, sogar organisierte Online-Turniere gibt es. Ihr Mann spiele ohnehin regelmäßig über ein Internetportal, berichtet Ursula Schröttner.

Doch wie begeistert man nun die Kinder, die vielleicht nicht ständig vor einem Bildschirm hocken sollen? Schröttner, die sehr viel Wert auf Nachwuchsarbeit legt, findet, dass die Zeit reif ist, diesen Denksport wieder neu für sich zu entdecken. „Das ist die Chance, dass Väter und Mütter ihre Kenntnisse an die Kinder weitergeben. Es ist einfach ein sehr lernenswertes Spiel, bei dem man strategisch vorgehen muss und sich auch etwas länger mit etwas auseinandersetzen sollte.“ Zeit dazu, die Konzentration zu trainieren, hat ja jetzt jedes Kind. Nicht nur innerhalb der Familie bietet sich also ein Schachspiel an – im Prinzip können alle in einem Haushalt gegeneinander spielen. „Nur eben nicht mit den Großeltern“, ergänzt Schröttner, die Generation, die wohl am ehesten mit dem Brettspiel vertraut ist. Sie würde sich freuen, wenn Schach auch in Zeitungen und Zeitschriften präsenter wäre. Ein mittelschweres Sudoku wird wahrscheinlich einer kniffligen Schachaufgabe eher vorgezogen. In der TSG-Schach-Abteilung trainieren übrigens zwölf bis 15 Kinder – „eine gute Zahl“, findet Ursula Schröttner. Alle zwei Wochen trifft man sich zum Training. Der Denksport ist eben die perfekte Ergänzung zu ausreichend Bewegung.

Sammlerstücke und schnelle Partie gegen PC


Geschenktipp Wie wäre es mit einem Schachbrett als Ostergeschenk? Wer etwas mehr ausgeben will, wählt eine Sonderedition mit entsprechenden Figuren und Gestaltung. Ob Game of Thrones, Herr der Ringe, Harry Potter oder Star Wars – für jeden Fan ist da etwas dabei.

Schach online Beispielsweise unter www.chess.com lassen sich verschiedene Schwierigkeitslevel einstellen. Gespielt wird gegen den Computer. Wer sich anmeldet, kann auch gegen andere User spielen. hel