Es wird ein Spiel auf Augenhöhe, auch wenn die Konkurrenten um den Pott (noch) eine Spielklasse voneinander trennt. Da sind sich die Trainer der beiden Finalteilnehmer einig. Denn Rottenackers Trainer Timm Walter, wie auch Öpfingens Meistercoach Felix Gralla sind voller Vorfreude auf das Endspiel im Bezirkspokal am Donnerstag (16 Uhr) im Ehinger Stadion.

„Es ist für die Region Ehingen ein besonderes Spiel“, sagte Gralla. Denn erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten stehen sich zwei Teams aus der Umgebung gegenüber. Dass mit dem Stadion in Ehingen auch noch an einem Feiertag der perfekte Ort für das große Finale gefunden wurde, weckt noch größere Begeisterung bei den Vereinen. Als bei den Teilnehmern die Bestätigung des Württembergischen Fußball-Verbands (WFV) einging, dass Sieger und Verlierer in der kommenden Saison im WFV-Pokal teilnehmen werden, gab das allen Spielern noch einmal extra Motivation. Die TSG Rottenacker steckt zwei Spieltage vor Ende der Spielzeit noch im Abstiegskampf der Bezirksliga, will sich aber voll und ganz auf das Endspiel konzentrieren. „Unser Fokus liegt nur auf dem Spiel gegen Öpfingen. Meine Spieler und ich sind unglaublich heiß auf das Spiel und jeder kann es kaum noch abwarten, dabei zu sein“, sagte Trainer Timm Walter.

TSG mit Kadersorgen

Doch da spricht der 32-Jährige auch schon das größte Problem an. Mit Tim Grözinger (Urlaub) und Nihat Yigit (Sperre nach Roter Karte) fehlen zwei Defensivakteure. Dazu ist der Einsatz von Kapitän Philip Brunner, Jochen Leichtle und Daniel Betz aufgrund von Verletzungen sehr fraglich. Mit Fehat Kavgaci und Adrian Stocker rücken deshalb zwei A-Jugendspieler ins Aufgebot. „Trotz der personellen Probleme werden wir alles geben. In der Liga haben wir gegen alle Topteams gepunktet und auch am selben Ort wie das Finale stattfindet, vor drei Wochen einen Punkt geholt“, zeigt sich Walter optimistisch. Große Erfahrung in Endspielen weist sein Team bislang allerdings nicht auf. Lediglich in der Relegation  um den Bezirksliga-Aufstieg 2015 gegen Griesingen waren einige der jetzigen Akteure dabei. Der TSG Rottenacker gelang es noch nie, den Bezirkspokal zu gewinnen und deshalb hofft Trainer Timm Walter, „dass wir so ein klein wenig Vereinsgeschichte schreiben können“.  Dem Gegner, gegen den es in der Winterpause beim Testspiel ein 2:2-Remis gab, zollt Walter großen Respekt. „Öpfingen ist kein echtes Kreisliga-A-Team. Von ihrer Klasse her sind sie auf jeden Fall auf Bezirksliga-Niveau“.

Motivation bei den Spielern deutlich gesunken

Vor allem die gefährliche Offensive, die in der Liga bisher 84 Treffer erzielte, gilt es zu stoppen. Mit Manuel Hospach im Sturm, Philipp Mall als Spielgestalter und Top-Torjäger Robin Stoß kann die SGÖ einige Waffen zücken. Aber auch Felix Gralla warnt vor dem Gegner. „Rottenacker hat starke Offensivspieler, aber auch immer wieder inkonstante Halbzeiten“. Nach dem Meistertitel vor drei Wochen war die Motivation bei den Spielern deutlich gesunken, immerhin hatte man das Saisonziel erreicht. „Doch jetzt, da das Finale näher rückt, merkt man schon deutlich, wie die Spannung wieder steigt“, erklärte Gralla. Den Schwung aus der Liga, als es nur eine Niederlage gab, will er mit seinem Team mitnehmen.

Seit dem Titelgewinn tauschte Gralla die Startelf und Positionen in jeder Partie. „Ich wollte sehen, wer sich für das Endspiel anbietet. Ich habe meine Startformation für den Donnerstag inzwischen gefunden“, gab der 33-Jährige Einblick in seine Vorbereitung auf das große Highlight der Sportgemeinschaft. Bis auf den Langzeitverletzten Tom Heimbach werden bei den Öpfingern – im Gegensatz zum Kontrahenten – alle Spieler an Bord sein. Viel Erfahrung für solche Spiele, in denen jeder kleine Fehler entscheidend sein kann, besitzen auch bei der SGÖ nur wenige Spieler. „Vielleicht waren unsere älteren Spieler wie Patrick Rieder oder Torwart Steffen Lehmann schon mal dabei“, spekulierte Gralla. Er selbst hat nur in Relegationspartien zur Verbandsliga oder in größeren WFV-Pokalpartien mitgewirkt. „Beide Mannschaften sind spielerisch gut, da spielt nicht nur dem Gegner in die Karten, sondern ist auch für die hoffentlich vielen Zuschauern schön anzuschauen“, sagten beide Trainer. Das Endspiel wird geleitet von Schiedsrichter Tobias Huthmacher (SR-Gruppe Sigmaringen).

Der Weg ins Finale


TSG Rottenacker:
1. Runde: Freilos, 2. Runde: 2:0 gegen SV Oberdischingen, 3. Runde: 3:0 gegen SV Dürmentingen, Achtelfinale: 7:2 gegen FC Schmiechtal,  Viertelfinale: 6:5 nach Elfmeterschießen gegen SV Fleischwangen, Halbfinale: 8:6 n.E. gegen SF Hundersingen

SG Öpfingen:
1. Runde: 4:0 gegen SG Ersingen, 2. Runde: 8:0 gegen Spvgg Pflummern, 3. Runde Freilos, Achtelfinale: 3:0 gegen SSV Ehingen-Süd II, Viertelfinale: 5:3 n.E. gegen SV Betzenweiler, Halbfinale: 2:0 gegen SV Renhardsweiler. mgl