Lange Zeit gut mitgehalten hatte das Team Ehingen Urspring im ersten Spiel der Playoff-Viertelfinal-Serie gegen bei den MLP Academics Heidelberg. Dennoch stand am Ende eine 66:75-Niederlage. Erneut war Kapitän Seger Bonifant verletzungsbedingt nicht im Kader. „Er hatte es beim Aufwärmen probiert, aber es hat nicht gereicht. Die medizinische Abteilung arbeitet sehr daran, ihn für Dienstag fit zu bekommen“, erklärte Ehingens Trainer Domenik Reinboth.

Der beste Distanzschütze der Liga wurde am Samstagabend schmerzlich vermisst. Trotzdem punkteten fünf der sieben Spieler, die Reinboth zur Verfügung standen, zweistellig. Doch die Heidelberger hatten wieder einmal mit Shyron Ely, ihrem Topspieler, einen vorzüglichen Werfer im Team, dem in Korbnähe beinahe alles gelang. Vor dem Spiel war die Nervosität bei der jungen Ehinger Mannschaft nicht arg groß und auch die Spielvorbereitung war nicht anders als sonst. „Ich habe den Jungs nur erklärt, dass es drei Siege braucht, um eine Runde weiter zu kommen und dieses Spiel noch überhaupt nichts entscheiden wird“, beschrieb Reinboth die Situation im ersten Playoff-Spiel der Steeples in der ProA seit 2014.

Völlig ausgeglichen begann das erste Viertel. Beim 8:7 gelang RayShawn Simmons die erste Führung der Ehinger. Erstmals etwas absetzen konnten sich die Kurpfälzer dann zum 16:10 drei Minuten vor dem Ende des Viertels. Doch von da an gelang ihnen durch starke Defense der Steeples vorerst kein Punkt mehr. Eine starke Phase hatte nun Center Dominique Uhl, der sieben Punkte in Folge erzielte.

Vier weitere Punkte von Kevin Yebo und die Steeples waren plötzlich enteilt, führten mit 28:18. Es dauerte aber nur zwei Minuten, da glichen die Neckarstädter schon wieder aus. Bis zur Halbzeitpause blieb es auch weiterhin eng, wenn auch wenig intensiv, was sich an nur insgesamt 13 Fouls ablesen ließ.

Im zweiten Durchgang merkte man umso mehr die Intensität der Playoffs. Denn in der Defensive nahm der Fokus und die Energie auf beiden Seiten merklich zu. Der erste Angriff der Steeples setzte direkt dort an, wo die Schwachstellen der Kurpfälzer lagen. Nach schönem Pass vollendete Tanner Leissner freistehend zum 41:38 mit einem Dunking. Dann jedoch häuften sich die Fehler auf Seiten des Ehinger Teams. Ein 8:0-Lauf der Heidelberger zwang Trainer Domenik Reinboth zur Auszeit. Zwar kamen die Steeples immer wieder in Schlagdistanz, doch als Antwort waren es Punkte von Ely und ein Dreier von Eric Palm, „der, obwohl er gut verteidigt war, besonders weh tat“, sagte Reinboth. So betrug der Rückstand  zu diesem Zeitpunkt fünf Punkte, aber die Ehinger Mannschaft war dran.

Ins letzte Viertel starteten die Steeples gut; mit einem Dreier von Dan Monteroso, der zum 57:54 verkürzte und wieder Hoffnung aufkommen ließ. Dann jedoch folgten vier Ballverluste, die jeweils prompt zu Punkten der Academics führten. „Es waren ein schleichender Prozess und Fehler, die wir am Dienstag nicht machen dürfen“, sagte Reinboth. Denn seinem Team gelang in diesen vier Minuten kein einziger Treffer. Eine solche vorentscheidende Phase gab es auch schon an selber Stelle im Hauptrundenspiel im März.

Zwar kamen die Ehinger bis auf 60:66 noch einmal heran, doch die Heidelberger Antwort durch Liyanage und Smith aus der Distanz folgte postwendend. „Wir haben uns gut verkauft und gezeigt, dass wir mitspielen können. Mit diesem Selbstvertrauen gehen wir in das Spiel am Dienstag“, erklärte der Ehinger Coach.

Info Tickets für das zweite Spiel gegen Heidelberg, das am Dienstag um 18.30 Uhr in der Ehinger Johann-Vanotti-Gymnasium-Halle stattfindet, gibt es noch im Internet auf ticketmaster.de.