Neues Konzept für die Jugend

FLORIAN ANKNER 31.08.2016
Die TSG Ehingen entschied sich 1991 zu einem neuen Jugendkonzept im Fußball. Das zeigte auch gleich von Beginn an Wirkung.

Auf den Tag genau vor 25 Jahren stellte die TSG Ehingen ein neues Konzept für die Jugendarbeit im Fußballbereich dar. Grund: Immer wieder wurde damals außerhalb und innerhalb der TSG die Frage aufgeworfen, warum die Ehinger Fußballer trotz einer äußerst guten Jugendarbeit mit der Bezirksliga vorlieb nehmen müssen. Das wollte der damalige Abteilungsleiter, Rudi Kuhn und sein Vorgänger Dr. Dietmar Schubert ändern. „Dem Problem soll Abhilfe geschaffen werden, um der ersten Mannschaft möglichst viele gute Spieler aus der eigenen Jugend zuzuführen“, sagten sie damals gegenüber unserer Zeitung.

Kernpunkt des Konzepts ist die Koordination zwischen den Belangen der Aktiven und denen der A- und B-Jugend. Großen Wert legten die Verantwortlichen der TSG darauf, für die A-Jugend einen lizenzierten Trainer gewinnen zu können. Und den hatten sie damals auch gefunden: Harald Brobeil aus Allmendingen, der noch das Jahr zuvor die B-Jugend der TSG trainiert hatte. „Wir machen jetzt das, was alle größeren Vereine machen: Die A-Jugendlichen sollen wie die Aktiven trainieren“, sagte er damals. „Sie müssen wie die Erwachsenen belastet werden, damit ihnen der Übergang einmal nicht so schwer fällt.“ Denn nach dem Übungsleiter sei es bislang so gewesen, dass die Jugend zwar kicken konnte, aber es fehlte ihnen am taktischen Verständnis. Dem will er Abhilfe schaffen und trainierte eins zu eins die selben taktischen Kniffe wie Trainer Reiner Pfisterer mit den Aktiven, wie etwa die kombinierte Raum- und Manndeckung.

Die Angst von Ehingern, dass die Jugend dadurch nicht mehr um Titel und Pokale spielen könne, wies er zurück. „Das Ziel einer guten Jugendarbeit kann nicht sein, dass man möglichst immer den ersten Platz belegt, sondern dass man Jugendspieler in die erste Mannschaft einbauen kann.“  Rückenwind bekam Brobeil dabei vom neuen B-Jugendtrainer der TSG Lothar Szesni. „Gute A-Jugendliche sollen in die erste Mannschaft integriert werden. Ein nahtloser Übergang soll gewährleistet sein.“ Denn auch er kennt aus zahlreichen Jahren als Jugendtrainer das Problem, dass viele Nachwuchsspieler den Sprung nicht von der A-Jugend zu den Aktiven schaffen und dann von dem Verein abwandern. „Es muss auch das Ziel eines Vereins sein, dass man dem eigenen Nachwuchs diesen Schritt ermöglichen kann.“

Gleich am ersten Pflichtspieltag der neuen Saison, dem Bezirkspokal, zeigte die zweite Mannschaft der TSG Ehingen, dass sie sich mit vielen Spielern aus der Jugend gut behaupten können. Mit einem deutlichen 8:2-Erfolg besiegten sie den SSV Ehingen-Süd.

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