Basketball 2. Bundesliga ProA Hamburg und Hanau in 48 Stunden

Hamburg/Ehingen / Helen Weible 09.11.2018

Heute fällt der Startschuss für ein intensives Wochenende mit zwei Spielen innerhalb von 48 Stunden. Die Basketballer vom Team Ehingen Urspring waren dazu bereits gestern mit zwei Bussen aufgebrochen. Ziel: Hansestadt Hamburg. Dort soll noch einmal trainiert werden, ehe es heute um 19.30 Uhr (Stream auf airtango.live) in der Arena am Wilhelmsburger Inselpark heißt: Alles geben für den ersten Auswärtssieg.

In der Nacht geht es dann wieder auf der Autobahn A7 südwärts, um samstags regenerativ zu trainieren und sich bereits auf das Heimspiel gegen die White Wings Hanau einzustellen. Sprungball ist am Sonntag (17.30 Uhr) in der Halle am Vanotti-Gymnasium.

Dass sich die zweitweiteste Auswärtsfahrt der Steeples mit einem Doppelspieltag paart, stößt beim Ehinger Trainerstab nicht gerade auf Begeisterung. „Das macht mich auch ein bisschen sauer“, gesteht Domenik Reinboth, der aber auf die Gestaltung des Spielplans der 2. Basketball-Bundesliga ProA keinen Einfluss mehr nehmen kann. „Nichtsdestotrotz gehen wir hochmotiviert in dieses Wochenende“, sagt er, der unter der Woche mit seinem Team im Bad Blau noch einmal Energie getankt hat.

Hamburger Basketball – Der Gegner aus dem Norden ist dieses Jahr wieder eine Hausnummer. Auch deswegen, weil die Towers mit Michael Taylor (von 2003 bis 2011 coachte er Ratiopharm Ulm) einen sehr erfahrenen Trainer an der Seitenlinie haben. Der Amerikaner, der schon die polnische Nationalmannschaft unter seinen Fittichen hatte, verwaltet eine bärenstarke Mannschaft, die sich bislang wenig Fehler erlaubt hat. Einer davon war ironischerweise die Niederlage in Hanau (68:82). Zu Hause hat Hamburg aber noch kein Spiel verloren, im Schnitt mit 102 Punkten gesiegt und das meist mit einer Differenz von 30 Zählern. „Die wollen aufsteigen und können sich eine Niederlage gegen uns nicht leisten“, so Reinboth. Taylor betonte, dass er „diesen Gegner extrem respektiere“. Ihn hatte vergangenes Wochenende beeindruckt, dass Reinboths Team Nürnberg die erste Niederlage beigebracht hatte. In Quakenbrück feierten die Towers zuletzt ihren knappsten Sieg (80:73).

Nord-Süd-Connection – Hamburg ist gesät mit einigen Spielern, die eine Vergangenheit mit Ehingen/Urspring haben. Allen voran Justin Raffington, der Center kam mit 15 Jahren ans Internat, punktete für das Urspringer NBBL-Team und die ProB-Mannschaft (bis 2010). Auch Malik Müller reifte in Schelklingen zu einem Großen und verabschiedete sich 2013. Aktuell ist sein Einsatz wegen eines Muskelfaserrisses allerdings ungewiss. Allen Fans ist natürlich Achmadschah „Cha Cha“ Zazai ein Begriff, der im Frühjahr als „Retter in der Not“ an die Donau kam. Der kleine, flinke Aufbauspieler war auch dabei, als im Februar diesen Jahres der erste Auswärtssieg der Saison 2017/18 gelang. Für den 78:73-Sieg brauchte es zwar eine Verlängerung. Doch Ehingen hatte damit Hamburg in beiden Duellen geschlagen. Daran darf in der Kabinenansprache natürlich gerne erinnert werden.

Im Optimalfall kommen die Steeples vom Gastspiel beim Tabellendritten mit zwei Punkten im Gepäck am Samstagmorgen wieder zurück. Die nächste Mission lautet dann, „Gegner Hanau auf dem letzten Platz zu halten“. Hanau steht nach sieben Spielen am Ende des Tableaus. Der einzige Sieg gelang eben gegen Hamburg.

Hanau sucht sich noch – Die White Wings fegten die Steeples im März mit 102:67 aus der JVG-Halle und besiegelten damit als traurigen Saisonabschluss den Ehinger Abstieg. Mit dem Gedanken daran hat Reinboth immer noch „Wut im Bauch“. Diese offene Rechnung ist definitiv zu begleichen. Und so gut das freundschaftliche Verhältnis zwischen Reinboth und Till-Joscha Jönke auch sein mag – diesmal darf der Düsseldorfer nicht machen, was er will. Auch nicht der ehemalige Urspring-Center Kalidou Diouf. „Das sind lauter individuell starke Spieler bei Hanau, aber als Mannschaft haben sie sich noch nicht gefunden“, sagt der 35-Jährige. Im Spiel der Fünf von Trainer Simon Cote, das dieses Jahr erstmals in den Playoffs stand, ist bislang der Wurm drin. Nach einem knappen 80:84-Heimauftakt unterliegen sie am zweiten Spieltag Tübingen 101:110. „Das hat ihnen enorm auf die Moral gedrückt“, schätzt Reinboth. Auch wenn die jüngste Begegnung in Kirchheim 73:87 verloren ging, erkennt man im Lager der Rhein-Main-Basketballer einen Aufwärtstrend. Daran wollen sie heute gegen Rostock anknüpfen.

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