Der sechste Spieltag in der Fußball-Verbandsliga ist geprägt von vier Unentschieden, aber auch von zum Teil außergewöhnlich guten Besucherzahlen auf den acht Sportplätzen. Mehr als 600 Zuschauer wollten zum Beispiel die Partie zwischen Hofherrnweiler-Unterrombach und Normannia Gmünd sehen.

Spitzenspiel in Kirchbierlingen

Aber auch in Kirchbierlingen konnte sich der Kassierer freuen. Zum Spitzenspiel zwischen dem gastgebenden Tabellenfünften SSV Ehingen-Süd und Oberliga-Absteiger und Tabellenführer TSG Backnang pilgerten mehr als 400 Zuschauer in die Pfarrei. Die Gäste hatten ebenfalls eine kleine Fan-Schar an Bord; sie unterstützten ihre Mannschaft optisch wie akustisch. Ein großes Banner lag ausgebreitet am Gegenhang, Trommel-, Trompeten-Geräusche und Gesang begleiteten die TSG.

Erstklassiges Liga-Niveau

Während die TSG-Fans gesangstechnisch noch viel Luft nach oben haben, zeigten die Protagonisten auf dem Rasen, dass sie auf höchstem Verbandsliga-Niveau unterwegs sind. Backnang unterstrich seine Ambitionen, so schnell wie möglich wieder in die Oberliga zurückkehren zu wollen. Aber auch Ehingen-Süd hielt nicht hinterm Berg zurück. Die Mannschaft von Trainer Michael Bochtler hatte die favorisierten Gäste in der zweiten Halbzeit am Wickel; Backnang kam bei dem 1:1-Unentschieden mit einem blauen Auge davon. „Wenn wir heute den Platz als Sieger verlassen hätten, dann wäre das in Ordnung gewesen“, sagte Bochtler, „wir haben der Liga gezeigt, dass mit uns zu rechnen ist.“.

Respekt vom Gegner

Auch Backnangs Co-Trainer Darko Milosevic zollte den Kirchbierlingern Respekt: „Wir wussten, dass Ehingen-Süd eine gute Mannschaft hat, und waren uns der Schwere der Aufgabe bewusst“, sagte er, „hier werden noch andere Teams ihre Punkte lassen.“ Milosevic konnte sich bei seinem Schlussmann Marcel Knauss bedanken, dass die TSG in der zweiten Halbzeit nicht unterging.

Tormöglichkeiten vergeben

Auf der anderen Seite ging der SSV Süd sträflich mit seinen Tormöglichkeiten um. „Wir müssen das Spiel aufgrund der Vielzahl von Chancen in der zweiten Halbzeit gewinnen“, sagte Bochtler.Vom Taktischen her sei Süd überragend eingestellt gewesen, wie der SSV-Fußball-Vorsitzende Helmut Schleker ergänzte. Bei 8:2 Torchancen hätte der SSV den Sieg verdient gehabt. Ein Pluspunkt der Bochtler-Elf war ihre Ausgeglichenheit. „Wir profitieren von unserer Bank“, betonte Schleker.

Nächster Gegner schwächelt

Süds nächster Gegner, die SKV Rutesheim, kommt als Tabellen-13. momentan nicht so richtig vom Fleck. Nach dem 0:1 gegen Calcio folgte jetzt ein 1:3 beim FSV Hollenbach. Wie in der Pfarrei waren auch in Hollenbach mehr als 400 Zuschauer auf dem Sportplatz.

Erfolgserlebnis für Hofherrnweiler

Vor mehr als 600 Fans trennten sich Aufsteiger Hofherrnweiler und Absteiger Normannia Gmünd mit 1:1-Unentschieden. Ein Erfolgserlebnis für den Neuling, der durch Nicola Zahner in Führung ging (22.). In der 80. Minute gelang Alexander Aschauer der Ausgleich für Gmünd.

Tübingen holt keine Punkte

Derweil ist die Sieglos-Serie am Neckar weitergegangen. Die TSG Tübingen wurde von Aufsteiger TSV Berg mit 1:0 überrascht. Arne Knittel erzielte das Tor des Tages (52.). Das Team von Trainer Oliver Ofentausek verbesserte sich auf Rang sieben – mit zehn Punkten nach sechs Spielen eine gute Bilanz für den Neuling. Am Neckar herrscht also Trübsal; erst zwei Punkte bedeuten den vorletzten Tabellenplatz. Immerhin zählte die TSG etwa 200 Zuschauer.

Heimerdingen ist Schlusslicht

Noch schlechter steht nur Heimerdingen da: Null Punkte, 2:17 Tore, wahrlich keine Traumzahlen. In Echterdingen verlor Heimerdingen 1:2.

Unentschieden in Sindelfingen und im Allgäu

Mit 2:2 trennten sich Sindelfingen und Pfullingen. Damit bleiben die beiden VfL-Teams hinter dem punktgleichen Hollenbach Dritter und Vierter (alle 13 Punkte). Kevin Haußmann sorgte mit zwei Elfmetertoren für den Pfullinger Punkt (16., 70.); dazwischen hatten Samuel Mayer (45. +1) und Frederick Mohr (50.) getroffen.

Auch im Allgäu gab es ein 2:2-Remis. Jonas Müller, der den FC Wangen gegen Heiningen 1:0 in Führung schoss, war der spätere Pechvogel, als ihm ein Eigentor unterlief, das das 2:2 bedeutete (80.). Wangen hatte durch Okan Housein 2:0 geführt (74.); Andre Kriks gelang der Anschlusstreffer für die Gäste (79.), die ab der 72. Minute ohne Marius Nuding (Gelb-Rot) auskommen mussten.